es geht im Schritt und Tritt.
wer Lust hat, singe mit.
in Gottes weite Liebe, nur weit kann Liebe sein.
2. Ist heut der Himmel blau und heiter und morgen grau und trüb,
wir ziehen unsre Strasse weiter und singen unser Lied.
3. Wir wolln uns keine Sorgen machen, der Vater will es nicht.
Lass ruhig donnern es und krachen, am Ende wird es licht.
du Ursprung und Ziel all unsrer Wege.
Wir wissen, dass wir hier auf Erden keine bleibende Stätte haben.
Wir alle sind Pilger.
wo unsere wahre Heimat ist: in die Herrlichkeit des Himmels.
Jesus, dein vielgeliebter Sohn, ist uns vorausgegangen. Auch sein Leben war eine Wallfahrt: ausgehend von dir, und heimkehrend zu dir.
Heute noch schreitet er mit uns durch die Zeit im Pilgerkleid der Kirche, besonders wenn der Heilige Geist Gläubige zusammenführt und in Liebe vereint, damit sie als pilgernde Kirche Wallfahrtsorte besuchen, Gnadenorte, die für das Wirken deiner Gnade empfänglicher machen.
So fahren wir denn frohen Mutes und voll Vertrauen hinein in die Weite deiner grenzenlosen Liebe.
Deine heiligen Engel werden schützend und helfend mit uns sein, alle deine Heiligen werden fürbittend uns begleiten,
die wie wir den Pilgerweg des Glaubens gegangen ist.
Da erwartet, reich an Güte, uns die Mutter unsres Herrn.
Milde blicken ihre Augen und sie bittet nun auch dich in die Obhut ihres Schutzes mütterlich.
R: MADONNA, LIEBE MADONNA, WIE SCHÖN IST'S, DEIN KIND ZU SEIN! LASS MICH, MADONNA, LIEBE MADONNA, IN DEINEN ARMEN STETS SEIN.
2. Bei dir, Mutter, findet Ruhe unser sorgenschweres Herz. Du bewahrst uns vor dem Bösen, machst uns leichter jeden Schmerz. Auch für mich willst du stets da sein, für mich sein ein Zufluchtsort, darum kann ich selig singen dieses Wort:
3. Ohne Schutz und ohne Frieden, so erleben wir die Zeit, und wir wären völlig einsam, ohne Hilfe weit und breit, hätten wir nicht unsre Mutter, deren Güte uns umgibt und zu Jesus alle hinführt, der uns liebt.
JESUS, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
Die Liebe tut den ersten Schritt.
Du kommst auf uns zu... willst uns so nahe sein wie möglich.
Kann es eine trostreichere, ermutigendere, beglückendere Nachricht geben als diese?
ICH WERDE GELIEBT – nicht bloss von schwachen Menschen, sondern vom allmächtigen GOTT, der die LIEBE selber IST!
Müsste diese Freudenbotschaft nicht alles Dunkle, Beängstigende und Leidvolle dieser Welt buchstäblich in den Schatten stellen?
Wie wenige Menschen haben diese beste aller möglichen Nachrichten schon vernommen! Und wir? Hat sie unser Herz wirklich schon erreicht, so dass wir aus ihr leben?
Beten wir darum zum Vater, dem Urheber dieses grandiosen Liebesplans, und sprechen wir voll Verlangen: Vater, unser...
JESUS, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Das Glück der Liebe wird nur demjenigen zuteil, der GLAUBT, dass er geliebt wird.
Glücklich, ja selig bist du zu preisen, o Maria, da du an die Allmacht und Liebe Gottes geglaubt hast. (vgl. Lk 1,45)
Gott kann nicht für uns glauben.
Doch der Glaube selbst ist ein Geschenk seiner Liebe.
Beten wir für jene, die nicht glauben, zu dem, der auch ihnen den Glauben schenken will: Vater unser...
JESUS, den du, o Jungfrau, geboren hast.
Die Liebe rettet.
Früher oder später muss jeder Mensch sich eingestehen: Mir selbst überlassen, bin ich hoffnungslos verloren...
In dieses Dunkel der Existenz hinein ertönt die Stimme eines leuchtenden Engels:
HEUTE IST EUCH IN DER STADT DAVIDS DER RETTER GEBOREN: ER IST DER CHRISTUS, DER HERR. Lk 2,10-11
Dass wir wirklich glauben, dass Jesus allein uns retten kann, beten wir zu dem, der uns diesen Retter gesandt hat:
Vater unser...
JESUS, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
Das einzige, wofür es sich zu leben lohnt, ist Gott, die Liebe.
Simeon hat, auf die leise Stimme des Heiligen Geistes lauschend, sein Leben ganz auf Gott, den „Trost Israëls" ausgerichtet. Dafür wird ihm jetzt das Glück der höchsten Begegnung geschenkt. Von Liebe erfüllt, preist er Gott und kann getrost aus diesem Leben scheiden.
Heiliger Geist, hilf, dass auch wir unser ganzes Leben auf GOTT, die LIEBE ausrichten und so das Ziel erreichen, zu dem wir alle unterwegs sind: das Haus des Vaters. Zu ihm wollen wir in froher Hoffnung beten: Vater unser...
JESUS, den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.
In dem sein, was des Vaters ist, heisst in seiner LIEBE sein.
Der Vater ist der Urquell allumfassender, grenzenloser Güte; sein Wille ist LIEBE, nichts als LIEBE.
O Jesus, gib, dass auch wir nur das wollen, was der Vater will – und das ist LIEBEN. Lass uns stets an seine Liebe glauben und ihn immer wieder durch unser „Ja, Vater!" erfreuen.
Um das wollen wir ihn bitten, mit den Worten, die du uns gelehrt hast: Vater unser...
JESUS, der von Johannes getauft worden ist.
Die LIEBE macht alles neu.
„ICH HABE EUCH NUR MIT WASSER GETAUFT, ER ABER WIRD EUCH MIT DEM HEILIGEN GEIST TAUFEN." Mk 1,8
In meiner Taufe habe ich den Keim eines neuen Lebens empfangen, Ich darf ein neuer Mensch werden, der nicht mehr altert, weil das Leben dieses neuen Menschen göttlich ist: ein Leben, das ganz Liebe ist.
O Jesus, erneuere uns durch deinen Geist. Lass uns zu Menschen der Liebe werden.
Komm, Heiliger Geist, du ewige Jugend. Du bist die Liebe, der neue Geist, die das neue Herz, die uns der verheissen hat, zu dem wir voll Vertrauen beten: Vater unser....
JESUS, der uns das Reich Gottes verkündet hat.
Das Reich Gottes ist ein Reich kindlicher Liebe.
„WENN IHR NICHT UMKEHRT UND WIE DIE KINDER WERDET, KÖNNT IHR NICHT IN DAS HIMMELREICH KOMMEN."Mt 18,3
Werden wie die Kinder heisst nicht kindisch, sondern kindlich werden.
Um den Geist des Kindes zu erlangen, bitten wir denjenigen, dessen vielgeliebte Kinder wir sind, und sprechen wir:
Vater unser...
JESUS, der auf dem Berg verklärt worden ist.
Die Liebe verklärt.
UND ER WURDE VOR IHREN AUGEN VERWANDELT; SEIN GESICHT LEUCHTETE WIE DIE SONNE, UND SEINE KLEIDER WURDEN BLENDEND WEISS WIE DAS LICHT. Mt 17,2
Die Dunkelheiten und Nächte der Unwissenheit, des Leidens und der Sünde gehen vorüber. Für jene, die an die LIEBE geglaubt und sich ihr geöffnet haben, endet alles in der Herrlichkeit, im Licht, in der Glückseligkeit der Liebe.
Lassen wir uns von dem, was uns negativ erscheint, nicht erschrecken oder lähmen. Gott lässt das Übel nur zu, wenn dadurch ein grösseres Gut möglich wird.
Dass wir unsern Blick auf den auferstandenen Jesus gerichtet halten und für andere Lichtstrahlen werden, wenden wir uns an den, der auch uns einmal verklären wird, und beten wir in freudiger Hoffnung: Vater unser...
JESUS, der für uns Blut geschwitzt hat.
Die Liebe leidet wie ein Kind.
ABBA, VATER, ALLES IST DIR MÖGLICH. NIMM DIESEN KELCH VON MIR! ABER NICHT, WAS ICH WILL, SONDERN WAS DU WILLST SOLL GESCHEHEN. Mk 14,36
ABBA, Papa- so betete Jesus angesichts der schrecklichsten Leiden, die einem Menschen widerfahren können.
Der erwachsene Jesus besass noch sein Kinderherz.
ALLES IST DIR MÖGLICH. – Das Kind vertraut unbegrenzt.
NIMM DIESEN KELCH VON MIR! – Das Kind fürchtet das Leiden. Sein ganzes Wesen sträubt sich gegen das Leiden, denn es ist nicht für das Leiden geschaffen, sondern für die FREUDE.
ABER NICHT, WAS ICH WILL, SONDERN WAS DU WILLST. – Der Geist des Kindes, die Hingabe, siegt.
Jesus, ich fühle es: so ist es richtig. So sollten auch wir uns dem Leiden gegenüber verhalten. Mach unser Herz dem deinen gleich, damit auch uns im Angesicht des Leidens jene Worte über die Lippen kommen, die du uns gelehrt hast, und wir mit kindlichem Vertrauen sprechen können: Vater unser...
Die Liebe ist verletzlich..
DARAUF LIESS PILATUS JESUS GEISSELN. Jh 19,1
Jesus werden die ersten Wunden geschlagen. Jesus wird verletzt.
Auch ich bin schon verletzt worden und habe es demjenigen übel genommen, der mich verletzt hat, ja nehme es ihm im Tiefsten vielleicht heute noch übel.
Habe ich vergessen, dass auch ich schon andere verletzt habe? Habe ich vergessen, dass nicht alle Verletzungen von andern stammen müssen, da ich mich auch selber verletzen kann, wenn ich etwas falsch mache oder übersehe?
Jesus, du hast die grausamen Verletzungen, die man dir zufügte, geduldig ertragen., weil jener dich durch einen Engel gestärkt hatte, der auch uns stärken wird, wenn wir zu ihm beten: Vater unser...
JESUS, der für uns ist mit Dornen gekrönt worden.
Die Liebe leidet; am meisten hat Gott, die Liebe selbst, gelitten.
Seht, was Hass, Hohn, Grausamkeit – alle Formen des Bösen - aus diesem Menschen gemacht haben! Die ganze Bosheit der Welt hat sich auf einen einzigen Menschen entladen. Und dieser Mensch, dieser Mann der Schmerzen... ist GOTT!!
Da fragen sich die Menschen, angesichts des Leids in dieser Welt: Wie kann es einen lieben Gott geben? - und fallen in Zweifel oder Gottlosigkeit.
Hier, vor den rasenden Schmerzen des blutig geschlagenen, verhöhnten Gottes muss jede Klage, jeder Zweifel verstummen - - -.
Nein, du bist kein Gott, der vom Himmel her das Leid der Menschen teilnahmslos zulässt: Du hast in Jesus alle Not und allen Schmerz selber auf dich genommen. Du lässt uns selbst in Leiden und Tod nicht allein, denn du bist unser Vater. In demütiger, dankbarer Liebe lass uns zu dir beten: Vater unser...
JESUS, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
Die Liebe ist bereit, für den Geliebten auch Leiden auf sich zu nehmen.
WER MEIN JÜNGER SEIN WILL, DER VERLEUGNE SICH SELBST, NEHME TÄGLICH SEIN KREUZ AUF SICH UND FOLGE MIR NACH. Lk 9,23
Darum haben die Jünger Jesu sich selbst verleugnet, d.h. von sich selbst abgesehen, und nur noch IHN gesehen, der aus Liebe zu uns so viele Leiden auf sich genommen hatte.
Jesus, ich will dein Jünger sein, dir nachfolgen.
„Wie süss ist der Kreuzweg, nachdem DU ihn für uns gegangen bist!" so sprechen die Heiligen, die grossen Liebenden.
Jesus, mein Leiden ist mir noch so bitter. Daran sehe ich, wie klein und schwach meine Liebe zu dir noch ist. Das ist mein grösstes Leiden. So lass mich wenigstens in Demut leiden, wie unwürdig, etwas für dich leiden zu dürfen, der du so viel für mich gelitten hast.
Ja, alles mit dir, o Jesus, alles für dich, o Jesus, und für die ewige Freude meiner Brüder und Schwestern, damit die unendliche Liebe des Vaters offenbar werde, zu dem du uns zu beten gelehrt hast: Vater unser…
JESUS, der für uns ist gekreuzigt worden.
Die Liebe be-schuldigt nicht, sondern ent-schuldigt und verzeiht.
O Jesus, wem ist grösseres Unrecht widerfahren als dir! Gibt es eine bösere Tat, als der Gottesmord durch schuldige Menschen? – Dennoch hast du für deine Peiniger gebet und sie
ent-schuldigt. Wie kann ich da noch irgend jemand etwas nachtragen und ihn beschuldigen! Mit dir will ich zu demjenigen beten, dessen Vergebung ich selber so nötig habe, und in Demut sprechen: Vater unser...
JESUS, der von den Toten auferstanden ist.
Die LIEBE spricht: LEBE! Ich will dir das schönste Leben schenken, das es gibt: mein Leben, das göttliche Leben. Göttlich leben aber heisst: LIEBEN.
LIEBE ist der Sinn deines Lebens. Zum LIEBEN bist du da.
WER NICHT LIEBT, BLEIBT IM TODE. 1 Jh 3,14
Vater, wie gut du bist! Du lässt uns nicht im Tode, sondern gibst uns Anteil an deinem eigenen göttlichen Leben.
Wahrlich, nur wenn wir lieben, leben wir wirklich. Nur wenn wir lieben, sind wir glücklich.
So erfülle mir denn Herz und Hand mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit und lass sie überströmen auf jeden meiner Mitmenschen.
Hilf mir, alle so zu lieben, wie auch ich geliebt werden möchte.
Lass mich so heiter und wohlwollend sein, dass alle, die mir begegnen, deine Gegenwart und deine Liebe spüren.
Verleihe mir die Kraft, das Böse mit Gutem zu vergelten.
Gib, dass ich auch mich selber liebe, mit all meinen Mängeln, Schwächen und Grenzen – so, wie du mich liebst.
Lass mich alles als Gelegenheit zur Liebe betrachten, auf alles mit Liebe antworten, damit mein Leben ganz Liebe werde. Vater unser...
JESUS, der in den Himmel aufgefahren ist.
Die LIEBE spricht: Ich bleibe bei dir. Ich lass dich nicht allein.
SEID GEWISS: ICH BIN BEI EUCH ALLE TAGE BIS ZUM ENDE DER WELT. Mt 28,20
O Jesus, welch eine Verheissung! Wäre dies nicht Grund genug, um alle Sorgen und Ängste fallen zu lassen? Du, dem ALLE MACHT GEGEBEN IST IM HIMMEL UND AUF DER ERDE (Mt 28,18), du bist, auch wenn ich dich nicht sehe, jederzeit bei mir. Ein angstfreies, sorgloses Leben ist möglich!
Kein wirkliches Unglück, kein Unheil wird mir je zustossen können, wenn ich fest bei dir bleibe, dir restlos vertraue.
Um dieses Vertrauen lass mich den Urheber jeder guten Gabe bitten und voll Ehrfurcht sprechen: Vater unser...
JESUS, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.
Die LIEBE spricht: Ich liebe dich. Ich nehme dich an, so wie du bist. Ich stehe zu dir, gebe dich nie auf, verzeihe dir alles. Ich nehme innigsten Anteil an allem, was du tust und leidest. Du bist mein vielgeliebtes Kind. Ich will, dass du vollkommen glücklich werdest. Glücklich aber ist nur, wer liebt.
Darum überlass dich ganz dem Geist der Liebe, der in deinem Herzen wohnt.
DIE LIEBE GOTTES IST AUSGEGOSSEN IN UNSERE HERZEN DURCH DEN HEILIGEN GEIST, DER UNS GEGEBEN IST. Röm 5,5
Dass der Heilige Geist in uns die ganze Macht seiner Liebe entfalten kann, darum wollen wir den bitten, der uns im Heiligen Geist sein eigenes Herz geschenkt hat, und voll kindlicher Liebe sprechen: Vater unser...
JESUS, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
Die LIEBE spricht: Du wirst nicht sterben.
JEDER, DER LEBT UND AN MICH GLAUBT, WIRD AUF EWIG NICHT STERBEN. GLAUBST DU DAS? Jh 11,26
Ja, Jesus, ich glaube dir. Wer an dich glaubt, vereint sein Leben mit deinem Leben, und das heisst: mit der LIEBE selbst. Liebe ist Hingabe. Was ich verschenkt habe, kann ich nicht mehr verlieren, es ist Geschenk geworden, es ist Liebe geworden. So wird der Tod zum Höhepunkt unseres Lebens, zum Augenblick der vollkommenen Hingabe, zur Vollendung unserer Liebe.
O Maria, dir überlasse ich alles, was ich habe und bin, ohne mich zu sorgen, was du damit machst. Ich bin dein Kind und vertraue dir ganz. So kann ich schon auf Erden das Leben im Himmel beginnen und getrost einst heimkehren zum Vater, der mich mit offenen Armen empfangen wird. Vater unser...
JESUS, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.
Die LIEBE spricht: Komm und freue dich! Du sollst fröhlich sein und dich ohne Ende mit mir freuen.
DIES HABE ICH EUCH GESAGT, DAMIT MEINE FREUDE IN EUCH IST UND DAMIT EURE FREUDE VOLLKOMMEN WIRD. Jh 15,11
Deine Freude, o Jesus, ist es, dem Vater Freude zu machen.
Was aber dem Vater Freude bereitet, ist einzig die Liebe.
O Maria, erlange uns die Gnade, dass auch wir in unserem Leben nur dies eine wollen: dem Vater Freude bereiten durch unsere Liebe und unser grenzenloses Vertrauen in seine Güte und Barmherzigkeit. Dann werden auch wir einst mit dir in voll beseligender Freude das Lob seiner Herrlichkeit singen können, das Lob seiner LIEBE.
Vater unser...
du heilest jeden Schmerz.
Ein Bannort jede Stätte, ich selbst in Zufalls Hand.
Und Erd' und Himmel weihet zu süssem Heimatland.
Auf den Vater hin ist das ganze Leben Jesu ausgerichtet; zu Ihm zieht Er uns empor. Jenes Rauschen lebendigen Wassers, das der hl. Ignatius von Antiochien in den Tiefen seines Herzens vernahm und das ihm zuraunte: „Komm herauf zum Vater!", klingt dem Christen wie ein Echo aus dem ganzen Evangelium entgegen.
Die Menschheit an der Schwelle zum dritten Jahrtausend sieht sich vor Probleme gestellt, die nur gemeinsam gelöst werden können: die Sicherung des Friedens, der Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheit, die Bewahrung der Schöpfung, um nur einige zu nennen. Auch sehen viele Menschen der Zukunft mit Angst und Sorge entgegen. Solidarität, das Bewusstsein, eine einzige, grosse Menschheitsfamilie zu bilden, werden nötiger denn je. Ist es nicht ein Gebot dieser Weltstunde, den tiefsten Grund unserer Zusammengehörigkeit, den Garanten unserer Zukunft entdecken zu lassen: Gott als Vater aller Menschen?
Uns Gott als Vater nahe zu bringen, uns dessen grenzenlose Güte zu offenbaren, das Kommen seines Reiches zu begründen und uns zu ihm zu führen, war die Sendung Jesu. Sein ganzes Leben war auf den Vater ausgerichtet:
«Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?» (Lk 2,49) «Niemand kommt zum Vater ausser durch mich.» (Joh 14,6) «Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.» (Joh 17,6) «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.» (Lk 23,46).
Schon die Art, wie Jesus seinen Vater nannte, war neu: «Abba», «Papa» — so wie ein kleines Kind seinen Vater anredet.
«Abba, lieber Vater!» war der begeisterte Ruf, der aus den Herzen der ersten Christen aufstieg.
Und heute? Sind wir mit Jesus auf dem Weg zum Vater? Oder hat uns die Kritik der Vaterfigur durch Psychoanalyse und Feminismus «vaterlos» gemacht?
Keineswegs, vorausgesetzt, dass wir uns bewusst sind, dass Gott Vater kein Mann ist, weil kein Mensch, sondern Gott, und dass wir mit dem Namen «Vater» das meinen, was Jesus gemeint hat, nämlich Gott als Urquell allumfassender, grenzenloser Güte. Dann aber dürfen wir in kindlicher Unbefangenheit Gott «Vater», ja, wie Jesus, «Abba», «Papa» nennen.
Diese einfachen Gebete, die auch als Novene verrichtet werden können, möchten so vielen Menschen wie möglich helfen, Gott als reine Güte zu entdecken, und so der Verwirklichung von dessen Liebesplan dienen: alle Menschen in Christus zu einer einzigen Familie zu vereinen, «zum Lob seiner Herrlichkeit» (Eph 1,12).
Vater, wie wunderbar! Bei dir ist alles so einfach. Ich darf vor dir sein wie ein Kind.
Ich darf dich um alles bitten, und du gibst mir alles, was ich brauche.
Ich darf dir erzählen, was mich bewegt. Du hörst mich an, nimmst mich ernst, verstehst mich. Nie wirst du meiner überdrüssig.
Nie wendest du dich von mir ab.
Du bist jederzeit ganz für mich da.
Du schaust nicht auf das, was ich habe, was ich weiss, was ich kann, was ich leiste.
Du nimmst mich an, so wie ich bin.
Du schaust nicht auf meine Fehler und verurteilst mich nicht.
Du verzeihst mir alles und trägst mir nichts nach.
Du nimmst mich so, wie ich jetzt bin, nicht, wie ich war, und lässt mich jederzeit neu anfangen.
Von dir brauche ich nichts zu befürchten.
Du bist der Vater aller. Jeder darf zu dir kommen, niemand ist ausgeschlossen.
Jeden liebst du mit der gleichen Liebe, liebst ihn, wer immer er sei, wie deinen eigenen Sohn!
Vater, wie unerhört, ja unglaublich klingt dies alles! Und doch ist es wahr. Jesus hat bezeugt, dass du wirklich so bist: Liebe, grenzenlose Liebe.
Vater, alle guten Gaben kommen von dir. Je grösser und kostbarer eine Gabe ist, desto lieber und schneller willst du sie uns geben.
Darum, lieber Vater, möchte ich dich heute um die grösste und beste aller Gaben bitten... um die LIEBE, um den HEILIGEN GEIST.
Vater, ich brauche den Heiligen Geist. Ich möchte leben, mich am Leben freuen, ohne den Tod fürchten zu müssen.
Ich möchte geistig jung und beweglich bleiben.
Ich möchte grossmütig, mitfühlend, hilfsbereit werden.
Ich möchte frei werden von allem, was mich belastet, hemmt, versklavt.
Ich will siegen über meine Lauheit und Trägheit, meine Ängstlichkeit, Mutlosigkeit und Traurigkeit.
Ich brauche Kraft zum Leiden, zum Verzeihen, zum Neuanfangen.
Ich möchte ein neuer Mensch werden und dazu beitragen, dass die Welt etwas menschlicher wird.
Du selbst hast diese Wünsche in unser Herz gelegt. Deine Freude ist es, sie zu erfüllen, indem du uns den Heiligen Geist schenkst.
Sende aus deinen Geist, der uns zu deinen Kindern macht, der deinen Namen heiligt, indem er in uns «Abba, lieber Vater!» ruft.
Gib, dass ich nicht nachlasse, immer wieder zu beten:
Vater unser...
Lieber Vater, von Ewigkeit her hast du an uns gedacht.
Dein liebendes Vaterherz hatte einen herrlichen Plan:
Du wolltest dir Kinder erwecken, um sie in deinem Sohn und wie deinen Sohn zu lieben.
Mit heiliger Begeisterung hast du das ganze Universum auf dieses Ziel hin geschaffen.
Du willst eine einzige grosse Familie, in der alle durch die Liebe Christi geschwisterlich miteinander verbunden sind.
Diese Liebesgemeinschaft ist deine Kirche: Alles in ihr ist auf Liebe gegründet. Darum soll auch alles in ihr aus Liebe, in Liebe und für die Liebe geschehen.
Welch ein Traum! Eine Gemeinschaft, die nur die Liebe kennt und allen Menschen offen ist.
Ich will da anfangen, wo ich gerade bin: Lass mich den Nächsten als den empfangen, den Jesus durch mich lieben will.
Mach mich geduldig, verständnisvoll, weitherzig. Gib, dass ich in Demut den andern höher einschätze als mich selbst, überall das Gute hervorhebe und mich liebloser Kritik enthalte.
Mögen nur jene Gedanken in meinem Geiste haften bleiben, die der Liebe und Einheit dienen, und mein Bemühen darauf gerichtet sein, Frieden zu stiften.
Vater, lass die Kirche immer mehr zum Abbild der dreieinigen Liebesgemeinschaft werden!
Vater unser...
Vater, dein Wille ist Liebe, denn du bist die Liebe, bedingungslose, grenzenlose Liebe — und nur Liebe.
Vater, alle Liebe kommt von dir.
Erfülle mir Herz und Hand mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit und lass sie überströmen auf jeden meiner Mitmenschen.
Du willst im Nächsten geliebt werden. Ich bin dir nicht näher als ich meinem Nachbarn, ja meinem grössten Feinde bin.
Lass mich so heiter und wohlwollend sein, dass alle, die mir begegnen, deine Gegenwart und deine Liebe spüren.
Hilf mir, alle so zu lieben, wie auch ich geliebt werden möchte.
Verleihe mir die Kraft, das Böse mit Gutem zu vergelten.
Gib, dass ich auch mich selber liebe, mit all meinen Mängeln, Schwächen und Grenzen — wie du mich liebst.
Lass mich alles als Gelegenheit zur Liebe betrachten und auf alles mit Liebe antworten:
auf Ungerechtigkeit und Unterdrückung mit mutigem Einsatz für Gerechtigkeit und Freiheit.
Nur die Liebe zählt.
Liebe ist der Sinn meines Lebens.
Liebe ist meine Berufung.
So bitte ich dich denn nur um dieses eine:
um Liebe, um noch mehr Liebe.
Vater unser...
Vater, ich weiss nicht, was das Leben mir noch bringt. Die Zukunft ist uns verborgen. Werde ich stets Arbeit finden? Wie wird es mir gesundheitlich ergehen? Was geschieht mit der Kirche? Wohin steuert die Welt?
Du willst nicht, dass wir uns sorgen, denn du sorgst für uns. Du bist ja unser Vater, und wir sind deine Kinder. Das Kind kann für seinen Lebensunterhalt nicht selber sorgen. Es kann sich nicht selber durchbringen. Es ist auf Hilfe angewiesen.
Vater, was wäre ich ohne dich! Was habe ich, das ich nicht empfangen hätte! Alles verdanke ich letztlich dir, mein gütiger Vater.
Du allein kennst die Zukunft. Du weisst alles, du vermagst alles, und du liebst mich. Darum kann ich mich bei dir total geborgen fühlen.
Vater, ich überlasse alles dir. Wie du es fügst, so ist es am besten. Ich glaube an deine Liebe.
Ich glaube, dass du deiner Kirche jederzeit mit deinem Geist beistehst und uns durch ihre Hirten auf gute Weide führst.
Du liebst unsere Erde. Darum glaube ich, dass du ihr auch Zukunft geben wirst.
Vater, ich vertraue dir ganz.
Ich will nur noch eines: auf deine Liebe mit dankerfüllter Liebe antworten und dir durch mein Vertrauen Freude machen.
Alles zu deiner grösseren Freude!
Vater unser...
Vater, ich habe gegen die Liebe gefehlt.
Ich war selbstgerecht, engherzig, undankbar...
Ich weiss, für dich sind unsere Vergehen keine «Majestätsbeleidigungen». Was dich schmerzt, ist einzig, dass wir durch unsere Verfehlungen gegen unser eigenes Wohl verstossen.
Dir geht es nicht um deine verletzte Ehre, sondern einzig um das Glück deiner Kinder.
Vater, wie leid tut es mir, dass ich auf den Anruf deiner Liebe nicht gehört habe!
Allerdings kann ich dein Verzeihen nicht in Anspruch nehmen, wenn ich selber nicht verzeihe. Aber meine negativen Gefühle sind noch da. Vater, ich weiss, du schaust nicht auf unsere Gefühle, sondern auf unsern Willen. Wenn ich verzeihen will,habe ich verziehen.
Vater, ich will allen vergeben, die mir unrecht getan haben, und für sie beten.
Vergib auch mir! Ich weiss, du tust nichts lieber als verzeihen. Vater, bewahre mich davor, andere zu richten, ihnen Vorwürfe zu machen, unversöhnlich, nachtragend zu sein.
Lass mich immer daran denken, dass Jesus sogar jene vor dir entschuldigt hat, die ihn kreuzigten. Vater, ich danke dir für deine Liebe und preise deine unendliche Barmherzigkeit.
Vater unser...
Vater, wenn es in meiner Seele düster geworden ist, lass mich nicht meinen, du wärest nicht mehr bei mir.
Wenn ich von einer Krankheit oder von einem Leid heimgesucht werde, lass mich nicht meinen, du wollest mich für etwas strafen.
Wenn ich mich in Sünde und Schuld verstrickt habe, lass mich nicht glauben, du seist böse auf mich und würdest mich nicht mehr lieben.
Wenn ich mich unnütz und unfähig fühle, lass mich nicht denken, ich sei bei dir abgeschrieben.
Vater, ich glaube an deine Allmacht und Liebe.
Alles hast du zum Besten deiner Kinder gemacht.
Alles ist Gelegenheit zur Liebe.
Du kannst selbst das grösste Übel zum Guten wenden.
In deine Hände lege ich alles, was ich habe und bin.
Nicht mein, sondern dein Wille geschehe, immer und überall.
Vater, ich liebe dich!
Vater unser...
Vater, die Zeit vergeht. Ich werde immer älter. Die Kräfte nehmen ab. Ich gehe dem Tod entgegen... Soll ich darüber traurig sein? — Nein. Jeder Augenblick, der vorübergeht, nähert mich dir...
Mag auch mein äusserer Mensch zerfallen, den innern erneuerst du mir Tag für Tag durch deine Liebe. Diese Liebe kennt kein Alter und kein Vergehen; sie ist ewige Jugend, Schönheit, Kraft und Frische.
Darum kann ich freudig und vertrauensvoll meinen Lebensweg weitergehen.
Vor nichts brauche ich Angst zu haben, denn deine Liebe ist mir sicher.
Auch vor dir brauche ich mich nicht zu fürchten.
Deine Gerechtigkeit steht nicht im Gegensatz zu deiner Güte.
Sie ist nicht eine rächende, vergeltende Gerechtigkeit wie oft die unsere, sondern eine, die gerecht macht; sie richtet nicht hin, sondern richtet auf; sie zahlt nicht heim, sondern führt heim: heim zu dir.
Deine Gerechtigkeit ist deine Heiligkeit — und Heiligkeit ist Liebe.
Vater, gib, dass ich mich an nichts festklammere, ausser an dir, nichts wichtig nehme, ausser der Liebe.
Lass mich immer einfacher, hingebender, dankbarer, freudiger werden, bis zu jener höchsten Stunde meines Lebens, da ich dir restlos alles schenken kann und heimkehren darf zu dir!...
Vater unser...
In der Freude öffnest du uns dein Herz.
Der Genuss der Güter dieser Erde soll uns erfahren lassen, wer du bist: Güte, grenzenlose Güte...
Der Himmel hat schon begonnen! Alle Freuden, die du uns schenkst. sind Vorboten des Himmels. Alle deine Gebote sind Wegweiser zum Himmel. Schon jetzt dürfen wir durch unsere Liebe und Güte ein Stück Himmel um uns verbreiten, dürfen uns an dir und aneinander, ja an all deinen Geschöpfen herzlich freuen und das Lob deiner Herrlichkeit singen.
die Liebe...
Vater unser...
1. für deine Liebe, deine Güte, dein Erbarmen, ich danke dir.
2. dass deinen vielgeliebten Sohn du für uns hingabst,
uns zu erlösen von unsrer Schuld.
3. dass du dein eigen Herz uns schenkst im Heil'gen Geiste,
und uns zu deinen Kindern machst. (Melodie: Santo es el Senor)
du wirst von der Kirche 'doctor amoris' genannt, ‚Lehrmeister der Liebe'. Es war dein Herzensanliegen, die Menschen die Liebe Gottes entdecken zu lassen, um sie so selber zu immer grösseren Liebenden und damit glaubhaften, gewinnenden Zeugen der Liebe Gottes zu machen.
Dein ganzes Leben, und im Besonderen deine grosse schriftstellerische Begabung, hast du ganz in den Dienst dieser Aufgabe gestellt.
Da Gott die Liebe ist, hat er auch alles aus Liebe und für die Liebe geschaffen, vor allem uns Menschen, die wir sein Abbild sind.
„Alles ruft an das Ohr unseres Herzens: Liebe! Liebe! Liebe!" schreibst du.
Nicht weil Gott uns brauchte, habe er uns geschaffen, sondern einzig, um an uns seine Güte zu erweisen. Wie wunderbar!
Wie alle Heiligen, warst auch du deiner Zeit weit voraus. Du hattest erkannt, was damals noch keine Selbstverständlichkeit war: dass nämlich alle Menschen, gleich welchen Standes, zur Heiligkeit berufen sind, und zwar jeder auf die ihm angemessene Weise. Das Leben eines Christen in Ehe, Beruf und Gesellschaft durfte nicht mehr einfach als eine verkürzte Kleinausgabe des Ordenslebens angesehen werden, denn die Heiligkeit ist ja nichts anderes als die gelebte Liebe. Diese aber nimmt unzählige Formen an und bleibt doch immer die eine Liebe.
Die ganze Kirche sahst du auf die Liebe gegründet. Daher sollte auch alles in ihr „im Hinblick auf die Liebe, in Liebe, für die Liebe und aus Liebe" geschehen. Die Liebe sollte wie Gold aus allem, was sie sagt und tut, hervorleuchten.
Darum wünschtest du auch für die religiöse Gemeinschaft, die du mit der hl. Johanna Franziska von Chantal zu gründen dich gerufen fühltest, ursprünglich nur ein Gelübde: das Gelübde der LIEBE, da die Liebe ALLES in sich schliesst, ja, wie der hl. Paulus sagt, nur die Liebe zählt und ohne die Liebe alles nichts ist (vgl. 1 Kor 13).
Doch dieser Gedanke des einen Gelübdes der Liebe war in deiner Zeit zu neu, zu kühn, und du hast dich in Demut und Gehorsam in die hergebrachten Formen klösterlichen Lebens gefügt.
Du giltst als der Heilige der Sanftmut und Milde. Gott allein weiss, was es dich für einen Kampf gekostet hat, so sanft und milde zu werden, denn von Natur aus neigtest du zum Jähzorn. Aber du hast dich vom Heiligen Geist umwandeln lassen, von jenem Geist, der Jesus erfüllte. „Der Geist der Milde ist der wahre Geist Jesu", schriebst du einmal an eine Dame, deren Seelenführer du warst.
„Alles aus Liebe, nichts aus Zwang." war dein Leitspruch. Du warst tief davon überzeugt, dass nur der Geist der Güte, Sanftmut und Milde die Menschen verändern kann und dass sie nur auf diese Weise für die Wahrheit gewonnen werden können. Das sollte sich zeigen, als es dir gelang, über 70'000 zum Calvinismus übergetretene Katholiken wieder in den Schoss der Mutter Kirche zurückzuführen.
Etwas ganz Neues und etwas, was ein besonderes Merkmal deiner Spiritualität werden sollte, aber war, dass du rietest, auch uns selbst gegenüber Milde walten zu lassen. Bedürfen wir selbst nicht auch der Nachsicht und Milde, der Geduld und Sanfmut? Brauchen wir selber nicht genau soviel Liebe und Verständnis wie unsere Nächsten? Ja, können wir unsere Mitmenschen überhaupt lieben, wenn wir uns selbst nicht lieben? „Das Ich ist hassenswert." So wird bald Blaise Pascal, der führende Jansenist sagen und mit seinem Irrtum grossen Schaden anrichten. Damit wärest du sicher nicht einverstanden gewesen. Hassenswert ist doch nur die Sünde, nicht der Sünder. Wurde ich denn nicht von Gott geschaffen, ja mehr noch: von Gott unendlich geliebt?
Heiliger Franz von Sales, du bist wahrhaft ein Lehrmeister der Liebe, da du uns nicht nur die Gottes- und Nächstenliebe, sondern auch die wahre Selbstliebe lehrst. Erlange auch uns, dass wir uns vom Heiligen Geist, diesem Geist unendlicher Sanftheit und Milde erfüllen lassen, damit wir unseren Mitmenschen, aber auch uns selbst gegenüber gütiger, milder, geduldiger, verständnisvoller und nachsichtiger werden, auch uns selber gönnen, was uns gut tut, uns aufbaut, froh macht. Lesen wir doch in der Heiligen Schrift: „Wer sich selbst nichts gönnt, wem kann der Gutes tun? Er wird seinem eigenen Glück nicht begegnen. Keiner ist schlimmer daran als einer, der sich selbst nichts gönnt."(Jes Sir 14,5-6)
Diese Sanftmut aber gründet wie jede andere Tugend auf der Demut, d.h. dem Bewusstsein, dass wir alles empfangen haben, alles somit Gnade, d.h. Geschenk ist. Sie äussert sich auch darin, dass ich mich über keinen anderen Menschen erhebe, ihm böse bin, sondern mir sage, was einmal einer deiner grossen Schüler und geistlichen Söhne, der hl. Don Bosco, Gründer der Salesianer, antworten wird, als man ihm vorwarf, sich mit kriminellen Jugendlichen abzugeben:
„Wenn ich an ihrer Stelle wäre, wäre ich vielleicht noch schlimmer als sie, und wenn sie an meiner Stelle wären, wären sie vielleicht besser als ich."
Demut auch wenn wir etwas zu leiden haben: „Wir sollen in aller Demut am Kreuz hangen, wie unwürdig, etwas für Den leiden zu dürfen, der soviel für uns gelitten hat."
Auf diesem Fundament der Demut bautest du wie einen herrlichen Dom dasjenige auf, was deine Spiritualität krönen sollte: nämlich das unerschütterliche Vertrauen auf Gott, an dessen grenzenlose Güte du mit allen Kräften deiner Seele glaubtest. Wahrlich, keiner, der auf Gott vertraut hat, ist je getäuscht worden. Darum lädst du uns ein, alle unsere Sorgen Gott zu übergeben, ja uns selber ihm vollkommen hinzugeben und nie zu vergessen: „Ein Kind, das in den Armen eines allmächtigen Vaters ruht, kann niemals verloren gehen."
So wurdest du zum wahren Verkünder der Frohen Frohbotschaft, der heute noch jedem Menschen die so unendlich ermutigenden Worte zuruft:
1. für deine Liebe, für deine Freundschaft, und weiterschenken,
was du mir gibst.Alleluja...
2. für deine Botschaft, für deinen Frieden, und weiterschenken...
3. für deine Treue, für dein Vergeben, und weiterschenken...
LIEBEN wir auch unseren Körper, den Gott uns geschenkt und so wunderbar gebildet hat, indem wir ihm immer mehr das geben, was IHM gut tut!
TÄGLICH GUTE FETTE. Nur schlechte Fette machen dick und krank. Die gesunde Fettformel: 3 Esslöffel kaltgepresstes OLIVENÖL, 1 Esslöffel RAPSÖL und je einen Teelöffel Lein- und Walnussöl. Senken schlechtes Cholesterin, sind purer Herzschutz. Olivenöl schützt ausserdem vor Krebs, besonders vor Brustkrebs. (nach Dr. med. Ulrich Strunz: Frohmedizin)
SING MIT MIR EIN HALLELUJA, sing mit mir ein Dankeschön! Denn im Danken, da liegt Segen, und im Danken preis ich Ihn.
1. Für den Regen in der Nacht, für die Sonne, die mir lacht,
2. Für das Wunder, das geschah, dort am Kreuz auf Golgatha,
3. Für die Freude, die ich hab, für die Liebe jeden Tag,
4. Dafür, dass Er auferstand und der Hölle Macht gebannt,
5. Dafür, dass Er heute lebt und mir treu zur Seite steht,
Wenn du einmal Gottes Liebe nicht mehr siehst, weil die Welt zu schrecklich scheint,
wenn du einmal Gottes Liebe nicht mehr siehst und es dunkel wird in dir…
dann komm und schaue auf das Kreuz: Hier ist die Liebe!
Kann es denn eine grössere Liebe geben, als an dem Kreuz zu sterben für dich?
Drum komm und schaue auf das Kreuz: Hier ist die Liebe…
(Melodie: „Was ich dir sagen will“ GEN ROSSO)
Mit Jesus und Maria den Kreuzweg gehen
Vorbereitungsgebet
O Jesus, wir wollen jetzt mit unserem Herzen die Stationen deines Leidens betrachten. Nicht der himmlische Vater, sondern der Mensch hat dir dieses Leiden bereitet.
Du hast das Leiden nicht gesucht. Du hast dafür gebetet, dass dir das Leiden erspart bleiben möchte. Du warst Gott, aber auch Mensch. Unsere Natur sträubt sich gegen das Leiden. Wir sind nicht für das Leiden geschaffen, sondern für die Freude.
Aber dann bist du ihn doch gegangen, den bittern Weg des Kreuzes. Warum? - Aus Liebe.
Du wolltest dem Leiden nicht ausweichen, um uns zu zeigen, wie ernst es dir war mit deiner Sendung, nämlich uns zu offenbaren, wie gross, wie übergross die Liebe ist, mit der wir geliebt werden. Jeder Mensch sollte mit Ergriffenheit erkennen: Ja, es ist wahr: Gott ist die Liebe, und sollte selber ein neues Leben beginnen: ein Leben der Liebe.
Jesus, du gehst voran, wir wollen dir folgen, denn wir wissen: Der Kreuzweg führt zum Leben
Maria, du gehst mit uns, nicht nur hier auf diesem Kreuzweg, sondern auch auf dem Kreuzweg des Lebens. Wir danken dir für deine mütterliche Hilfe. Wir danken dir für all deine Liebe.
1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
Jesus, du hast gesagt: RICHTET NICHT, DAMIT IHR NICHT GERICHTET WERDET. Mt 7,1 Wir könnten also dem Gericht entgehen, wenn nur wir nicht richten würden! Und doch tun wir es immer wieder: Wir urteilen so oft über andere, lieblos, hart, ungerecht, anstatt sie anzuhören, sie zu verstehen versuchen. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt, denn wir haben vor dir gesündigt. Ich bereue dies aus tiefstem Herzen und will mich bemühen, mich zu bessern.
Hilf mir, mehr mit andern zu reden, statt über sie, und wenn ich über sie reden muss, dann immer so, als ob sie dabei wären und mich hören würden. Hilf mir, so über sie zu reden, wie ich möchte, dass sie über mich reden würden, und das ist: mit Liebe.
Ich will jetzt einmal still über diesen Punkt nachdenken, vor dir, dem vollkommen Unschuldigen, der du uns nur lieben wolltest, und den wir Menschen sogar zum Tode verurteilt haben.
2. Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich
Das Kreuz ist schwer: das Kreuz der Arbeit, der Verantwortung, der Krankheit, des Unverstandenseins, der Vorwürfe, des Versagens. ..
Jedes Kreuz ist schwer, denn wir sind schwach.
Dennoch lädst du uns ein, Tag für Tag unser Kreuz tapfer auf uns zu nehmen und dir nachzufolgen. Sobald wir mit dir gehen, sind wir nicht mehr allein mit unserer Last. Mit dir wird die Bürde leichter. Eine geheimnisvolle Kraft strömt uns zu, die grösste Kraft, die es überhaupt gibt: die Kraft der Liebe, die alles überwinden hilft. Jesus, lass mich mit dir gehen, hilf mir, ja zu sagen zu meinem Kreuz, dann darf ich sicher sein: Ich werde nicht erliegen: Ich werde mit dir siegen.
3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
Jesus, du, der Herr der Welt, du willst nicht den Starken spielen. Du willst unsere Schwachheit teilen, lässt dich zu Boden stürzen. Welche Liebe!
Wir wollen immer den Erfolg und sind gleich entmutigt, deprimiert, wenn uns etwas nicht gelingt. Wir vergessen, dass wir schwache Menschen sind, vergessen vor allem, dass ein sogenannter Misserfolg unter Umständen sogar das Beste ist, was uns zustossen konnte. Wie leicht werden wir die Beute des schlimmsten Feindes, den es gibt, nämlich des Stolzes, der uns glauben machen will, dass wir selber alles im Griff haben, stärker, besser als die andern sind und uns mit Geringschätzung, ja Verachtung auf jene blicken lässt, die versagt haben, gestrauchelt und gefallen sind.
Ich will mich einmal prüfen und mich fragen: Wie verhalte ich mich Menschen gegenüber, die gestrauchelt und gefallen sind, die am Boden, im Schmutz liegen?
Wie lebe ich selber Misserfolge, eigenes Versagen? - O Jesus, hab Erbarmen mit mir und allen andern Menschen, die ihre Schwachheit zu Fall gebracht hat. Ich danke dir für deine Liebe.
4. Station: Jesus begegnet seiner betrübten Mutter
O Maria, welch ein Schmerz für dich, deinen eigenen Sohn dermassen leiden zu sehen. Wo auch immer Menschen leiden, bist du da. Du bist an ihrer Seite, unsichtbar, für sie betend, sind sie doch alle deine Kinder und liebst sie wie deinen eigenen Sohn. Aber wie gerne würdest du sichtbar, hörbar in Erscheinung treten, Worte der Ermutigung und des Trostes sprechen. Dazu brauchtest du uns.
O Maria, wie könnte ich dir diesen Wunsch versagen!
Lass mich ganz dein eigen sein, leite meine Gedanken, Worte und Werke, lass mich aufmerksam werden für das oft verborgene Leid der Mitmenschen, denen ich im Alltag begegne.
5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
O Jesus, Simon wird gezwungen, dir dein Kreuz tragen zu helfen. Missmutig fasst er es an. Er betrachtet dich als Verbrecher und sieht nicht den Glanz der Gottheit auf deinem verspieenen und zerschlagenen Gesicht. Wir sollten klarer sehen als Simon. Du hast es uns deutlich gesagt, und doch vergessen wir es immer wieder, oder wollen es nicht wahrhaben, weil es in unserem Leben zuviel verändern würde: Was wir unserem Nächsten tun, das haben wir dir getan. Auch wenn es jemand ist, der Unrecht getan hat, der uns verletzt hat, oder auch nur zu ungelegener Zeit kommt. Das wird einmal die grosse Überraschung sein: Du bist es gewesen!...
Gütigster Jesus, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt und allen, die aus dieser Welt geschieden sind.
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweisstuch dar
Veronika fürchtet weder die Soldaten noch den Spott der Umstehenden: sie sieht nur dich in deinem Leiden und verschafft dir Linderung. Was für ein herrliches Beispiel gibt uns da Veronika:
Sie folgt dem Zug ihres Herzens. O Jesus, wie viel Gutes unterlassen wir, weil wir Sklaven der Menschenfurcht sind. Mach uns frei, dass wir mutig das tun, was die Liebe gebietet, und dem Zug der Gnade stets ohne Bedenken folgen.
Ich bitte dich auch: Vergilt überreich all jenen, die mir in meinem Leben Gutes erwiesen haben. An sie lass mich ich jetzt in Dankbarkeit denken.
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
Jesus, wir sind durchaus begeisterungsfähig und machen uns mit Schwung an neue Aufgaben. Was uns fehlt, ist die Geduld, das Durchhaltevermögen. Wir lassen den Mut sinken, weil uns der Weg noch so lang erscheint, weil die Arbeit eintönig ist und uns wenig befriedigt, weil Schwierigkeiten auftauchen oder weil wir eine Enttäuschung erleben. Ich empfehle dir jetzt all jene, die versucht sind, aufzugeben. Aber ich bitte dich besonders auch für jene, die wiederum gefallen sind, jene Menschen, die wir als „Rückfällige“ bezeichnen. Sind wir nicht alle in irgendeiner Beziehung rückfällig? Wer hat alle seine Vorsätze gehalten? Wer hat an einem Tag gehen gelernt? Jesus, lass uns bewusst werden, wie viel Geduld du mit uns haben musst, um so nachsichtig zu werden für die Rückfälle unserer Mitmenschen. Gib ihnen die Kraft, durchzuhalten.
8. Station: Jesus tröstet die weinenden Frauen von Jerusalem
Eingetaucht in ein Meer von Schmerz und Weh, denkst du noch an
anderer Elend und Not. So ist wahre Liebe. Sie vergisst den eigenen Schmerz, sobald sie fremdes Leid sieht.
O Jesus, hilf uns dich nachzuahmen. Gib, dass uns das eigene Leid nicht in uns selbst verschliesst, uns hart und bitter macht. Lass uns trotz eigenem Leid offen bleiben für das Leid der andern und andere nicht durch unser Klagen ebenfalls leiden machen. Dazu braucht es allerdings viel Kraft, sehr viel Kraft. Solches vermag nur die Liebe.
O Jesus, erfülle uns mit deiner Liebe!
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
Du liegst am Boden, unter dem Kreuz. Nach menschlichem Ermessen müsstest du nun, kurz vor dem Ziel, liegen bleiben.
O Jesus, auch über uns kommen Stunden, wo wir meinen, wir seien am Ende, nun nütze alles nichts mehr, ein Neuanfangen sei sinnlos. Selbst Gott habe uns aufgegeben. In solchen Stunden der Versuchung, komm uns zu Hilfe mit deiner Kraft, die dich selbst nach diesem dritten, schmerzvollsten Fall, wieder aufstehen liess, um den Weg zur Höhe weiterzugehen.
Wir empfehlen dir ganz besonders jene Menschen an, die verzweifelt sind, die keinen Ausweg mehr sehen, die in Gefahr sind, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen und so sich selber der höchsten Möglichkeit
Ihres irdischen Lebens berauben: der Möglichkeit zu LIEBEN.
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
Jesus, du sühnst hier alle Unreinheit dieser Welt - auch die unsere. Wir danken dir dafür. Lass uns verstehen, was unrein macht:
Was unrein macht, ist die Sünde. Was aber ist Sünde? Sünde ist fehlende Liebe, ist Nicht-Liebe. Reinheit ist Liebe. Liebe ist ehrfürchtig. Verzeih uns die mangelnde Ehrfurcht vor dem Wunderwerk unseres Leibes.
Gib, dass wir ihn nicht schädigen, sondern zu ihm Sorge tragen als einem kostbaren, lebensnotwendigen Geschenk, einem Instrument der Liebe.
11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt
Jesus, wir danken dir für die unvorstellbaren Qualen, die du bei der Annagelung deiner heiligen Glieder aus Liebe zu uns erduldet hast...Wir bringen vor dich all jene Menschen, die ebenfalls an das Bett des Leidens geheftet sind, und wie du, nichts anderes mehr tun können als zu lieben und zu leiden.
Lass ihr Leiden ihnen und der ganzen Welt zum Heile dienen.
12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
ES IST VOLLBRACHT! Joh 19,30
VATER, IN DEINE HÄNDE LEGE ICH MEINEN GEIST. Lk 23,46
Wir beten dich an, Herr Jesus Christ und sagen dir Dank, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.
Wir sind erlöst! Wir sind befreit! Du hast uns alle ent-schuldigt: VATER, VERZEIH IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Lk 23,34 Jesus, was für ein Wort! Gibt es Schlimmeres, Böseres als Gott ans Kreuz zu schlagen? SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Wie konntest du so etwas noch entschuldigen! Du, der du selber das Opfer dieser furchtbarsten aller Untaten: des Gottesmordes warst. Welche Liebe!
Wir alle haben mitgewirkt, haben gesündigt, d.h. gegen die Liebe verstossen – aber gerade darum gilt jetzt dieses dein unerhörtes Wort auch uns: VATER, VERZEIH IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Jesus, lass uns immer mehr erfassen, was das heisst: erlöst zu sein von unserer Schuld, wieder versöhnt zu sein mit Gott unserem Vater und als seine vielgeliebten Kinder leben zu dürfen! Keine Macht der Welt kann uns noch daran hindern, zu LIEBEN, zu verzeihen, selbst denen, die uns das grösste Unrecht getan haben, kann uns daran hindern, deine Barmherzigkeit in Anspruch zu nehmen, selbst wenn wir schwer gefehlt haben, kann uns daran hindern, ein neues Leben zu beginnen, mit dir Auferstehung zu feiern!
Dir und dem Vater, in der Liebe des Heiligen Geistes, sei ewig Lob und Dank in alle Ewigkeit!
13. Station: Jesus wird in den Schoss seiner Mutter gelegt
Maria, du hältst deinen toten Sohn in deinen Armen.
Von Wunde zu Wunde durchgehst du im Geiste nochmals seine ganze Passion...Ein Meer von Schmerzen durchwogt deine Seele.
Und doch : Selbst das Leiden ist erlöst, ist Freude geworden!
Ist nicht jeder Schmerz, den Jesus gelitten hat, Zeichen seiner Liebe? Das Leidensmeer wird zum Freudenmeer. Die Leidensklage wird zum stillen Jubel: Ich werde geliebt! Von Gott geliebt!
O Maria, lass uns teilnehmen an diesem deinem Blick auf den vom Kreuze herabgenommenen Jesus, lass uns teilnehmen an deinem Schmerz, der sich durch die Betrachtung von Jesu Liebe in FREUDE wandelt.
14. Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.
Jesus, Freunde haben deinen heiligen Leib ehrfürchtig in Tücher gehüllt und wollen ihn mit kostbaren Salben vor der Verwesung bewahren, wenn der Ruhetag vorüber ist. Du aber wirst ihnen zuvorkommen. Dein Leben endet nicht in einem Felsengrab. Du bist die Auferstehung und das Leben. Du bist die Liebe, die Liebe aber kennt keinen Tod. Ende des Lebens in dieser Welt wird Voll-endung in jener andern Welt, in der es kein Leid und keinen Tod mehr gibt, sondern nur noch nie endende Freude, Liebe, Seligkeit. Das ist das atemberaubende, herrliche Ziel, auf das wir zugehen dürfen, wenn wir bereit sind, an dich zu glauben und mit dir zu gehen, selbst durch Leiden und Tod hindurch. Dein Kreuzweg ist ein Weg zu Freude und Herrlichkeit. Gib, dass ich dir folge auf dem Weg des Kreuzes, das durch dich zum Zeichen der Liebe, zum Zeichen des Glaubens an diese deine Liebe, zum Zeichen des Sieges geworden ist.
Schlussgebet
Liebevoller Heiland, ich danke dir dafür, dass ich dich auf deinem Kreuzweg begleiten durfte. Ich danke dir für die Einblicke, die du mir dabei eröffnet hast. Lass mich das wenige, das ich von deiner alles übersteigenden Liebe erkennen durfte, in die Tat umsetzen. Ich erneuere meinen Willen, mein Leben ganz in deine Nachfolge zu stellen. Hilf mir, einzig der LIEBE zu folgen wie du und mit dir, um so glaubhaft und gewinnend unter meinen Mitmenschen Zeugnis von deiner Liebe zu geben, die nach Leiden und Tod an Ostern siegreich auferstanden ist. Halleluja!
Auf dem Weg nach Ars
Das Wirken des hl. Pfarrers von Ars, Johannes-Maria Vianney
(unter der Betrachtung der schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzes)
S I: der für uns Blut geschwitzt hat
Am Abend, bevor Jesus in den Ölgarten geht, Blut schwitzt, verraten, und ausgeliefert wird, versammelt er seine Jünger um einen Tisch, um mit ihnen das Ostermahl zu feiern:
„Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus in dem Saale Gott dankend Wein und Brot.“
Als Johannes-Maria Vianney am 8. Februar 1818 nach Ars, in das kleine, verlassene Dorf von 230 Seelen kommt, kann er sich schon bei der ersten heiligen Messe ein Bild machen von dem, was ihn hier erwartet: Die Kirche ist bis auf zwei, drei Personen leer. Zehn Jahre war die Pfarrei ohne Gottesdienst und Sakramentenspendung geblieben. Beinahe niemand fragte in Ars nach Gott. Man liess ihn gelten, gewiss, aber man brauchte ihn nicht und kümmerte sich auch nicht um ihn. Johannes-Maria erinnert sich, was der Generalvikar sagte, als er ihn zum Seelenhirten von Ars ernannte: „Gehen Sie, mein Freund, es ist nicht viel Gottesliebe in dieser Pfarrei. Sie sollen ihr diese bringen.“
„O könnte ich doch einmal sehen, dass hier unser Herr und Gott geliebt würde! Wie wäre ich glücklich, wenn ich Tag für Tag den allerheiligsten Leib austeilen könnte!“ rief er voll Sehnsucht aus.
Woher kam diese Sehnsucht, seine Pfarrkinder in der Liebe des eucharistischen Heilands vereint zu sehen? - Es war die Sehnsucht Jesu, von der uns der Evangelist Lukas berichtet: Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch. Und er sagte zu ihnen:
„ ICH HABE MICH SEHR DANACH GESEHNT, VOR MEINEM LEIDEN DIESES PASCHAMAHL MIT EUCH ZU ESSEN.“(Lk 22, 14-15)
Und was war diese Sehnsucht Jesu? Es war die Sehnsucht der Liebe. Diese Sehnsucht aber ist der Heilige Geist.
Heiliger Geist, du Sehnsucht nach Liebe, nach Gemeinschaft mit Jesus und unseren Mitmenschen, komm und erfülle uns ganz. Wecke in uns das Verlangen und die Liebe zu Jesus, der in der hl. Eucharistie geheimnisvoll mit uns sein will. Du bist nicht nur die Sehnsucht, du bist auch der, welcher sie erfüllt
S II: der für uns gegeisselt worden ist
Bevor Jesus gegeisselt wurde, versammelte er seine Jünger zum Mahl der Liebe:
„Nehmt“, sprach er, „trinket, esset. Das ist mein Fleisch und Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut.“
Nach dem Vorbild Jesu wusste Johannes Vianney, dass der sündhafte Mensch vor allem der Liebe bedarf. „Wenn ihr die Menschen ändern wollt, müsst ihr sie lieben; euer Einfluss geht nur soweit, wie eure Liebe.“ sagte auch dein Zeitgenosse, der grosse Erzieher Heinrich Pestalozzi. – Doch woher diese Liebe nehmen? Der neue Pfarrer wusste, dass wir sie in ausgezeichneter Weise im Sakrament der hl. Eucharistie finden, das nicht ohne Grund auch das „Sakrament der Liebe“ genannt wird. Mit sanfter Gewalt flehte er seine Pfarrkinder immer wieder an, ihr erstarrtes und verkümmertes Herz den Strahlen der göttlichen Liebe zu öffnen: „Kommen wir mit Liebe und Vertrauen zu Jesus! Kommt zu ihm, um von ihm und für ihn zu leben! Sagt nicht, ihr hättet zuviel zu tun. Er selbst ruft euch zu: Kommt zu mir, ich will euch erquicken! Könnt ihr dieser liebevollen und zärtlichen Einladung widerstehen? – Sagt auch nicht, ihr wäret nicht würdig. Freilich seid ihr nicht würdig, aber ihr bedürft seiner. Hätte der Heiland an unsere Würdigkeit gedacht, dann hätte er dieses Sakrament der Liebe überhaupt nicht eingesetzt, weil niemand dessen würdig ist. Er hat aber an unsere Bedürftigkeit gedacht, und wir alle bedürften seiner.“
Ars begann sich zu wandeln. Die Kirche füllte sich von Jahr zu Jahr mehr, die Sonntagsarbeit verschwand und die Trunksucht ging zurück. Die Wirtshäuser mussten zuletzt ihre Türen schliessen, das Fluchen wurde seltener, ebenso liessen die häuslichen Streitigkeiten nach. Langsam begann sich das Leben in Ars um den Herrn in der Kirche als seinem Mittelpunkt zu drehen. „Ars ist nicht mehr Ars“ wird Johannes-Maria Vianney nach zehnjährigem Bemühen selber sagen können. Doch wer hat diese Wandlung in Wahrheit bewirkt? Derjenige, der die Wandlungskraft selber ist und daher vor jeder Wandlung auf die Gaben herab gerufen wird: der Geist der Liebe, ohne den, das Sakrament der Eucharistie nicht möglich wäre.
Heiliger Geist, Lobpreis und Dank sei dir!
S III: Jesus wird verspottet und mit Dornen gekrönt.
Johannes-Maria Vianney wusste, was es bedeutet, gedemütigt zu werden. Als Pfarrer Balley den neunzehnjährigen Bauernsohn in seine Pfarrschule aufnahm, weil er an die Berufung des frommen Burschen glaubte, hiess es mit viel Jüngeren auf der Schulbank zu sitzen. Während die kleinen Mitschüler ihre Lateinaufgaben munter herplappern, stolpert der Grosse bei jedem zweiten Wort oder bleibt kläglich stecken. Sein armer Kopf will nichts behalten. Wohl helfen sie ihm etwas, doch haben sie wenig Geduld mit dem schwerfälligen Mitschüler. Als dieser wieder einmal nicht begreifen kann, schlägt ihn einmal einer mit der flachen Hand zornig ins Gesicht. Johannes, obwohl selbst aufbrausend und von lebhaftem Temperament, wirft sich dem Zwölfjährigen zu Füssen und bittet ihn um Verzeihung. Der kleine Zornmeier ist davon so betroffen, dass er sich unwillkürlich dem vor ihm Knienden in die Arme wirft. Noch nach 50 Jahren hat dieser als Bischof in Nordamerika erklärt, er werde den Kniefall und den Ton in der Stimme Vianneys nie vergessen.
Seine ganze Studienzeit war eine einzige Demütigung. Im Priesterseminar macht er noch betrüblichere Erfahrungen. Wenn er mit seinen treuherzigen Augen die Professoren hilflos anblickte und nicht einmal die Fragen verstand, erschallte auf den Bänken seiner Mitschüler wieherndes Gelächter, während er tief beschämt seine Augenlider senkte. Er, der vor Eifer glühte, Seelen zu retten, wurde für unfähig erklärt, Priester zu werden und aus dem Seminar entlassen. Ein furchtbarer Schlag für den Neunundzwanzigjährigen. Nur dank einem Gesuch seines energischen Pfarrers, der mit ihm weiter „büffelte“, konnte er endlich beim vierten Mal die Examenshürde schaffen. Nach der Priesterweihe wurde ihm das beichthören wegen mangelnder Kenntnisse vorerst noch verboten, ihm, den bald Abertausende aus allen Teilen Frankreichs, ja selbst aus dem Ausland als Beichtvater aufsuchen werden und nach seiner Heiligsprechung zum Tod zum Patron der Beichtväter erklärt wurde.
Vianney, der eine solche Mühe hatte, sich das Schulwissen anzueignen, besass etwas, was all dies weit überragt, etwas, was an keiner Schule gelernt, sondern nur vom Heiligen Geist empfangen werden kann, nämlich die Gabe der Weisheit.
Wer ist weise? Von der hl. Brigitta stammt der Satz: „Der ist wahrhaft weise, der nur ein Wort kennt: LIEBE.“ - Ja, lieber ein Herz voll Liebe als einen Kopf voll Wissen.
S IV: der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
„Dann ging er hin zu sterben am blut’gen Kreuzaltar,
gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer dar.“
Was die meisten Menschen in ihrem Leben auch nur annähernd begreifen, das hatte dieser schulisch so schwach begabte Johannes-Maria Vianney verstanden: nämlich, dass man bei sich selbst anfangen muss. (Walter Nigg)
Um zwei Uhr nachts steht er auf, betet das Nachtoffizium und dann gibt er sich dem betrachtenden Gebet hin. Um vier Uhr ist er in der Kirche zur Anbetung des Allerheiligsten und verlässt am Anfang seiner Amtstätigkeit erst gegen Mittag die Kirche. Jeden Tag fleht er, oft unter Tränen, zu Gott um die Bekehrung seiner Gemeinde. Nebst seinem Gebet pflegt er eine rücksichtslose Askese: Er begnügt sich mit einer einzigen Mahlzeit am Tag, isst gewöhnlich nur ein wenig Schwarzbrot mit einer oder zwei gekochten Kartoffeln, die er in einem irdenen Topf für die ganze Woche selbst zubereitet und oft von einer Schimmelschicht überzogen sind. Auf der blossen Haut trägt er ein raues Busshemd, das infolge der unerträglichen Reibung bald bräunlichrot gefärbt ist. Seine Nächte dauern nicht länger als drei bis vier Stunden, wobei ihn ein hartnäckiger Husten oft vier-, fünfmal in der Stunde aus dem Bett treibt. Doch bevor er sich auf die Matratze am Boden schlafen legt, schlägt er jeden Tag mit einer eisenspitzigen Geissel unbarmherzig auf seinen nackten Rücken ein, bis das Blut hervorspritzt. - Was trieb Vianney an, gar so etwas zu tun? Man hatte ihn gelehrt, Gott verzeihe den Sündern schneller, wenn jemand für sie das Sühnegeld bezahlt habe. So meinte man damals unter dem Einfluss des von der Kirche zwar verurteilten Jansenismus, dessen Furcht erregendes Gottesbild bis heute noch nicht ganz überwunden ist. Wie konnte ihm bei dieser Sicht ein Opfer zu gross sein, wenn es als notwendig erschien, um den Zorn Gottes über die Sünder zu besänftigen? Für sie wird er schliesslich täglich volle 16 bis 18 Stunden, mit steifen Gliedern in den dunklen Beichtstuhl eingezwängt, zubringen, in der Hitze des Sommers und in der Kälte des Winters, und all das schmutzige Sündenelend der Menschen über sich ergehen lassen.
„…gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer dar.“
S V: Jesus stirbt am Kreuz
„O lasst uns ihm ein Leben von jeder Sünde rein,
ein Herz ihm ganz ergeben zum Dankesopfer weihn.“
Unter Fasten, Wachen, Beten und der Bürde einer übermenschlichen Arbeitslast reift der Pfarrer von Ars seiner Vollendung entgegen…Sein ganzes Wesen wird immer mehr von der alles überstrahlenden LIEBE durchdrungen. Das brennende Verlangen, Seelen zu retten, hat den anfangs so strengen Eiferer immer milder im Urteil gemacht. „Die Heiligen sind weichherzig“, sagt er, und eine sanfte Milde verklärt sein Alter. „Von Gott geliebt werden, mit Gott vereinigt sein, leben in der Gegenwart Gottes – o schönes Leben, o schöner Tod!“ ruft er beseligt aus. „Wüssten wir, wie sehr uns unser Heiland liebt, wir würden sterben vor Freude. Ich glaube nicht, dass es so harte Herzen gibt, dass sie nicht ebenfalls lieben würden, wenn sie sich so geliebt sähen.“ Und ihn, der früher seinen Zuhörern im Geiste seiner vom Jansenismus geprägten Zeit nicht eindringlich genug die Gefahr ewiger Verdammnis vor Augen führen konnte – sogar ihn überkam nun doch die Frage: „Mein Gott, ist es denn möglich, dass du so viele Qualen für die Rettung der Seelen erduldet hast, und diese dennoch verloren gehen?!“ Aber die Prägung, die er durch seine religiöse Erziehung und theologische Ausbildung erfahren hatte, war zu tief in seine Seele eingegraben, als dass er im Vertrauen auf Gottes Güte und Barmherzigkeit dem Tod ruhig hätte ins Auge sehen können. „Oh, was ich den Tod fürchte!“ gesteht er wenige Tage vor seinem „armen Ende“, wie er sich ausdrückte. Er, der im Kampf gegen die Sünde sein Leben aufrieb, fühlte sich dermassen sündig, dass er fürchtete, vor dem Richterstuhle Gottes nicht bestehen zu können. „Ich kann nicht mehr“, seufzt er, „die Sünder bringen den Sünder um.“
Doch von mehreren Mädchen, die er in dem für sie gegründeten Waisenhaus aufgenommen und unterrichtet hatte, wird berichtet, dass sie „voller Freude“ starben, weil sie nun in den Himmel durften. „O wie froh bin ich!“ rief eine, der vor dem Sterben gebangt hatte, „Wie froh bin ich! Wie glücklich wird man durch den Glauben!“ Ihre Gefährtinnen stimmten ihr Lieblingslied an, und sie selbst sang mit der Kraft, die ihr verblieben war, mit.
Solch schöne Früchte brachte das Leben dieses ausserordentlichen Mannes hervor, der, wie das Schlossfräulein sagte, „voll des Heiligen Geistes „, und das heisst: voll LIEBE war.
Auf dem Weg nach Nevers, wo der unversehrte Leib der hl. Bernadette
in einem Glasschrein aufbewahrt wird:
Liebe heilige Bernadette, mit grosser Freude kommen wir heute an den Ort, wo du nach 13 Jahren voller Prüfungen und Leiden deine Seele dem Schöpfer zurückgabst und wo dein Leib seitdem in unverwester Schönheit ruht.
Wir kommen nicht als Neugierige, sondern als Pilger, d.h. als Menschen, die noch unterwegs sind zur ewigen Heimat, Ihr Heiligen seid uns dazu nicht nur sichere
Führer, sondern auch mächtige Helfer.
Hl. Geist, öffne unsere Augen und unser Herz für das, was du uns durch die hl. Bernadette zeigen willst. Wir bitten dich darum durch Maria, deine Braut, der wir uns nach dem Vorbild der hl. Bernadette in kindlicher Liebe übergeben haben.
Hl. Bernadette, du warst auserwählt, Maria, die über alles schöne Frau zu schauen
und zu hören, ihre kleine Botschafterin zu werden. Ja, du warst klein, nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich: demütig, einfach, arm, kindlich, von einer grossen Liebe zu Jesus und Maria erfüllt.
Als sich dir in Maria der Himmel zuneigte, da was deine Familie die ärmste von Lourdes. Du selbst als das älteste von 9 Kindern konntest damals weder lesen noch
schreiben, musstest schon jung als Verdingkind arbeiten. Von Kind auf warst du von
schwächlicher Gesundheit. Ich sehe dich im Cachot, dem ehemaligen Gefängnis von Lourdes, in dessen feuchten Mauern deine Eltern und Geschwister einen Unterschlupf fanden. Ich sehe dich, wie du von Asthma gequält, am Fenster um Luft ringst… Nicht einmal genügend Luft hattest du. Es fehlte an allem – ausser dem einen Notwendigen: der Liebe zu Gott, während es vielen von uns an nichts fehlt, ausser eben diesem. „Ich konnte nur den Rosenkranz beten.“ Wirst du später einmal bekennen. O heilige Armut! O Reichtum der Seele, hat doch ein einziges Ave mehr Wert als die ganze Welt.
Erst mit 13 Jahren durftest du Jesus in der hl. Eucharistie empfangen, doch wie sehntest du dich nach Ihm!
Demütig warst du, hast dich nach den Erscheinungen zurückgezogen, zuerst als
„pauvresse“, als Arme im Hospiz der Schwestern der Charité, wo du in Küche und Haus die niedrigsten Dienste getan hast. Dann zogst du dich in die endgültige Einsamkeit des Klosters zurück, wolltest nicht auffallen, verliessest alles, was dir noch lieb und teuer war: die Grotte, deine Familie, deine Heimat in den Pyrenäen.
Oh, es ist dir nicht leicht gefallen, du bliebst stets ein natürliches Menschenkind.
Du wusstest, ich werde sie in diesem Leben wohl nie mehr sehen, und kam einmal ein Brief, konntest du deine Tränen nicht zurückhalten. Statt Achtung und Bewunderung für die ehemalige Vertraute Mariens fandest du Härte und absichtliche Demütigung. Ich sehe dich im vollen Kapitelsaal, wo jede der 92 Novizinnen ihren Einsatz zugeteilt bekam. Ich sehe dich, wie du als letzte übrig bliebst und der Bischof auf die Frage, was mit Schwester Marie-Bernhard geschehe von der Oberin die Antwort erhielst: Die ist zu nichts zu gebrauchen(„Elle est bonne à rien.“) du warst nicht stolz, aber trotzdem nicht unempfindlich. Du hast dich ins Schwerste geschickt: in aller Demut nichts zu sein. Nd ich höre den Bischof dir sagen: Ich beauftrage Sie mit dem Gebet.(„Je vous donne l’emploi de la prière.“) So erhöht Gott die Niedrigen, die Demütigen. Wahrhaftig, nie ist der Mensch grösser, als wenn er betet, d.h. wenn er mit dem Allerhöchsten spricht. Du bist noch nicht zwei Monate im Kloster, da musst du dich in die Krankenstation begeben, so sehr bist du durch all das Ungewohnte erschöpft. Dazu kommt noch das immerwährende Asthma, das die von klein auf zu schaffen gemacht hat. Als es dir etwas besser geht zeigst du dein heiteres Wesen, kannst lachen, Spass machen und singst Lieder aus deiner Heimat. Ja, es gibt keine traurigen Heiligen. Doch nach weiteren zwei Monaten befürchtet man das Schlimmste. Dein Atem geht kurz und du spuckst Blut. Der Arzt meint, du würdest die Nacht nicht mehr überstehen. Nur einen Wunsch hast du noch: du möchtest als echte Ordensschwester sterben. Dazu musst du die Profess ablegen. Der Bischof spricht die Gelübdeformel vor, du bist zu schwach dazu, nur das Amen sagst du. Die Generaloberin wartet schon am Fuss des Bettes, um dir die Augen zuzudrücken. Da beginnst du plötzlich zu sprechen:“ Ich werde heute noch nicht sterben.“ Es war noch zu früh. 13 Jahre lang wirst du noch in Saint-Gildard beten, arbeiten und leiden. Als Hilfskrankenschwester machst du wiederum die niedrigsten Dienste: Blumenvasen mit frischem Wasser versorgen, Nachttöpfe leeren, die Toiletten putzen, später bekommst du daneben noch die Aufgabe einer Hilfssakristanin, welche die Kelchtücher zu waschen und zu bügeln und für die Ministrantenkleider zu sorgen hatte. Doch wegen deiner schwächlichen Gesundheit hängt dein Leben des öfteren „an einem seidenen Faden.“ Blutstürze und Rückfälle folgen sich. Das Asthma droht dich häufig zu ersticken. Dann bekommst du ein bösartiges Geschwulst am Knie und kannst nicht mehr aufstehen. Immer stärker werden deine Schmerzen. Unaufhaltsam frisst die Knochentuberkulose an deinen Gliedern.
Dazu kommen Anfechtungen. Zeiten tiefer seelischer Finsternis. Dann, am 16.
April 1879, nach einer schmerzhaft durchstandenen Nacht, bittest du mit letzter kraft, vom Krankenbett auf den bereitstehenden Sessel getragen zu werden. „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz“ spricht der Priester in einer ruhigen Minute dir vor. Da nimmst du das Kreuz und drückst es fest an deine Brust. Mutter Eleonore sagt: „Sie sind auf dem Kreuz.“ Da streckst du beide Arme zum Kreuz an der Wand hin und sagst die Worte: „Mein Jesus, oh, wie ich ihn liebe!“ Gegen 15 Uhr 15 gibst du deine Seele dem Schöpfer zurück. Deine letzten Worte waren die Worte des Ave Maria: Mutter Gottes, bitte für mich arme Sünderin…
Heilige Bernadette, ich bin wie erschlagen. Ich kann nicht verstehen, dass du so furchtbar leiden musstest. „Lasst euch nicht täuschen, wenn ich mich vor Schmerzen winde, ich bin glücklich zu leiden.“ Hast du einmal gesagt. „Ich bin glücklicher mit
meinem Kruzifix auf meinem Schmerzenslager als eine Königin auf ihrem Thron.“
„Ich bin wie Er.“ Du wusstest, dass seit der Menschwerdung Gottes auch das Leben eine Heiligkeit, eine göttliche Würde erlangt hat, dass wir seitdem, wie der hl. Franz von Sales sagte, leiden müssten wie unwürdig etwas leiden zu dürfen für den, der aus Liebe zu uns so viel für uns gelitten hat. So hast du denn sogar im Leiden „eine Liebesbezeigung des göttlichen Bräutigams“ gesehen, der dich so hinein nahm in den Liebesabgrund seines Erlöserherzens. Du wusstest, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, auch das Leiden. Aus dem festen Glauben, von Gott geliebt zu sein, nach soviel Leiden sagen zu dürfen: „Mein Jesus! Oh, wie liebe ich ihn!“ – Überstrahlt das nicht alles vorangegangene Dunkel? Ist das nicht Osterlicht?
1. Mamma, hilf mir guet sii,
Mamma, hilf mir lieb sii.
Mamma, hilf mir froh sii,
allei chan ich es nid.
2. Mamma, hilf mir schaffe,
Mamma, hilf mir ruje
Mamma, hilf mir kämpfe,
allei chan ich es nid.
3. Mamma, hilf mir schwiige,
Mamma, hilf mir lose,
Mamma, hilf mir rede,
allei chan ich es nid.
4. Mamma, hilf mir, bäte,
Mamma, hilf mir glaube,
Mamma, hilf verzeihe,
5. Mamma, hilf mir läbe,
Mamma, hilf mir liebe,
Mamma, hilf mir stärbe,
allei chan ich es nid.
(Melodie: Marina,Marina)
Auf dem Weg nach Paray-le-Monial
Liebe heilige Margareta-Maria Alacocque,
Wir
sind auf dem Weg nach Paray-le-Monial, einem alten Städtchen im Burgund.
Niemand würde heute von diesem Ort sprechen, wenn du nicht eines Tages hier an
die Pforte des Heimsuchungsklosters Sankt Marien geklopft und um Aufnahme
gebeten hättest. Du konntest damals noch nicht ahnen, dass sich hier Dinge
ereignen würden, die bis in die heutige Zeit ihren Einfluss ausüben, ja, in
Zukunft sogar noch einen grösseren Einfluss ausüben werden. Die Entdeckung, die
du hier machen durftest, war grösser, bedeutungsvoller für die gesamte
Menschheit als die Entdeckung Amerikas: Es war die grösste, bedeutungsvollste
Entdeckung, die es überhaupt geben kann, und die sich in die Worte fassen
lässt: GOTT HAT EIN HERZ.
Dass
Gott ein Herz hat, das hat Er uns allerdings schon lange vorher gezeigt, indem
Er selber ein Mensch wurde. Jesus ist die Offenbarung der Liebe Gottes,
die nicht mehr überboten oder überholt werden kann. Gottes Liebe ist wohltuend
menschlich, hat Wärme, ist väterlich, mütterlich, geschwisterlich,
freundschaftlich, bräutlich, hochzeitlich, sie ist mit einem Wort: herzlich. In
unserer Landeshymne haben wir zwei
Worte, die wohl die schönsten sind, die wir von Gott überhaupt sagen können,
wenn wir da singen: „Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender.“ So hat uns
Jesus Gott offenbart, das ist das wahre Bild von Gott. Um dieses wahre Bild zu
erkennen, hat es allerdings lange gedauert, ja, wir sind immer noch daran, zu
lernen und deine Liebe tiefer zu erfassen.
Zu der Zeit, da du geboren wurdest, war dieses Bild ganz besonders
schwer verdüstert durch die Irrlehre des Jansenismus: Obwohl von der Kirche
verteilt, verbreitete er sich wie eine Epidemie über das religiöse Leben aus,
setzte sich in den Seelen fest, so hartnäckig, dass er sogar heute noch nicht
restlos überwunden ist. Es war die Zeit Ludwigs XIV, des sogenannten „grossen
Königs“, der die gesamte Macht des Staates in seiner Person vereinigt wissen
wollte: „Der Staat, das bin ich!“ lautete sein berühmtes, stolzes Wort. Er
nannte sich „Sonnenkönig“, um den alles kreisen sollte, war der unumschränkte
Herrscher über seine Untertanen, einzig auf seine Ehre bedacht, grosszügig und
wohltätig für seine Freunde, furchtbar für seine Feinde. Wehe, wer - und wäre
es auch nur durch die geringste Unbedachtsamkeit gewesen - in Ungnade fiel!
Was lag näher, als Gott sich nach dem Vorbild
dieses höchsten Machthabers vorzustellen, nur noch unendlich höher, zumal
dieser Machthaber seine Macht von Gottes Gnaden empfangen haben wollte! Das
unheimliche, Angst einflössende Gottesbild des Jansenismus war gemacht: Gott
als absoluter Herrscher, dem es nur um seine Ehre geht – nicht als
bedingungslos liebender Vater, der nur das Glück seiner Kinder will. Sünde als Majestätsbeleidigung, nicht als
Verstoss gegen unser eigenes Wohl, wie der hl. Thomas so grossartig gesagt hat.
Ein beleidigter, zürnender, strafender Gott, der zur Wiederherstellung seiner
Ehre Genugtuung fordert, und da dies für Menschen nicht möglich ist, seinen
Zorn über seinem eigenen göttlichen Sohn entlädt – kein
von den Menschen gepeinigter und gekreuzigter Heiland, mit dem und in
dem der Vater selbst sich opferte, um uns die Grösse seiner Liebe zu
zeigen.
In
eine solche Zeit bist du hineingeboren,
eine solch unheimliche Vorstellungswelt hat dich geprägt und macht es uns so
schwer, deine Aufzeichnungen zu lesen, die du „mit furchtbarem Widerwillen“,
einzig als „Gehorsamsauftrag“, ja mit dem Gefühl geschrieben hast, Gott wolle
dich dafür strafen, dass du versucht hattest, von den Geschöpfen völlig
vergessen zu werden. Du nennst dich selbst eine „elende und unwürdige Sklavin“,
sprichst von der „dem Sünder so entsetzlichen und erschreckenden Heiligkeit der
Gerechtigkeit Gottes“, vom „Gewicht ihrer gerechten Strenge“, vom „gerechten Zorn“, vom „Bezahlen für die
Sünder“, von „Abbitte“, „Ehrenersatz“.
Jesus soll dir Vorwürfe gemacht, ja sogar Maria soll dich getadelt haben, weil
du als Kind einmal den Rosenkranz statt wie gewohnt auf den blossen Knien,
einmal sitzend gebetet hast. Hatten die
alten Scholastiker nicht Recht, wenn sie sagten, dass alles, was wir empfangen,
nach Art und Weise des Empfangenden erfolgt, also von ihm geprägt ist? Ich
glaube, das zeigt sich gerade hier in eindrücklichster Weise. Umso
erstaunlicher aber ist, wie du mit dieser von deiner Zeit geprägten so
schreckhaften Gottesvorstellung zur Verkünderin seiner Liebe werden konntest.
Dazu müssen wir dein Leben betrachten.
Du
bist am 22. Juli 1647 in dem heute noch zugänglichen Schlossturm von Les
Janots, in der Nähe von Paray-le-Monial geboren. Du warst das fünfte von sieben
Kindern. Dein Vater war königlicher Richter und deine Mutter Tochter eines
königlichen Notars. Dein Taufpate war ein Vetter deines Vaters, der Pfarrer im
nahen Dorf Verosvres, zu dem dein Geburtsort (Lhautecour) gehörte. Taufpatin
war Marguerite de Saint-Amour vom schönen Schloss Corcheval. Die fromme Dame
durfte dich mit vier Jahren für einige Zeit zu sich nehmen. Da, in der heute
noch im Schlosspark stehenden Kapelle, hattest du dich, auf Antrieb des
Heiligen Geistes, schon als Fünfjährige zwischen der Erhebung der Hostie und
der Erhebung des Kelches bei der heiligen Messe ganz Gott geweiht. Noch wagtest
du nicht, dich an Jesus zu wenden, sondern betetest nur zu Maria.
Du
zähltest kaum acht Jahre, als dein Vater innerhalb von wenigen Tagen einer
Brustkrankheit erlag. Deine Mutter, die noch ganz jung war, übernahm die
Vormundschaft für ihre fünf noch lebenden Kinder, deren jüngstes vier Jahre alt
war, und überliess die Verwaltung und
Nutzniessung ihres Besitzes ihrem Schwager und die Besorgung des Hauswesens den drei Frauen, die schon hier wohnten: deiner
Grossmutter väterlicherseits, deiner Tante väterlicherseits und deiner
Grosstante väterlicherseits, während sie selbst sich damit begnügte, als
Pensionärin in dem Haus zu wohnen, das sich die beiden Familien seit langer
Zeit teilten. Eine schwere Zeit begann. „Wir hatten keinerlei Recht mehr im
Haus und wagten nichts ohne Erlaubnis zu tun. Es war ein beständiger Krieg;
alles wurde unter Verschluss gehalten, so dass ich oft nicht wusste, was ich
anziehen sollte, um zur heiligen Messe zu gehen.“ schreibst du selbst. Es war
ein Leben „in förmlicher Knechtschaft“. Ich sehe dich, wie du dich in einen
Winkel des Gartens oder in den Stall oder an einen anderen verborgenen Ort
flüchtetest, dich auf die Knie warfst und weinend dein Herz vor Gott öffnetest.
„Ich wandte mich durch Maria an ihn, durch meine gute Mutter, auf die ich mein
ganzes Vertrauen setzte...Manchmal brachten mir arme Leute aus dem Dorf
mitleidsvoll ein wenig Milch oder Obst für den Abend. Wenn ich dann in die
Wohnung zurückkehrte, tat ich es mit so grosser Furcht, mit solchem Zittern,
als ob ich eine Verbrecherin wäre, die ihren Urteilsspruch erwartete; denn oft
wagte ich nicht, bei Tisch ein Stück Brot zu nehmen.“
Maria
hat dich, ihr Kind, nicht verlassen: sie kam dir zu Hilfe, indem sie dich zu
Jesus führte. „Von da an wandte ich
meine ganze Liebe dem heiligsten Altarssakrament zu; dort allein suchte ich
Freude und Trost. Doch ich wohnte in einem Dorf, das weit von der Kirche
entfernt war, und ich konnte nicht dorthin gehen, ohne dass die drei Personen
es mir gestatteten. Und es kam vor, dass die eine es erlaubte und die andere
nicht.“ Aber die Liebe überwindet alle Hindernisse: Unweit von deinem Elterhaus
lag ein Eichenwäldchen. Dort, wo ein grosser Granitblock emporragt, konntest du
die Kirche von Verosvres sehen. Mit welch glühendem Verlangen mag deine Seele
hinüber zum Tabernakel gegangen sein, und ich bin sicher, dass das göttliche
Herz dir vom Tabernakel aus die Grüsse
deiner Liebe erwiderte.
Doch
nun kommt das Unerhörte: Statt diese Personen, die dir so viel Leides angetan
hatten, zu hassen, hast du sie entschuldigt und das Böse mit
Gutem vergolten. „Ich will diese Personen nicht tadeln und ich glaube nicht,
dass sie etwas Böses taten...“ O heilige, ja göttliche Reinheit des Herzens,
die das Böse nicht einmal kennt! „Ich fühlte mich ständig gedrängt, diesen
wahren Freunden meiner Seele allerhand Dienste zu erweisen, hatte ich mich doch
gänzlich für sie geopfert; nichts machte mir grössere Freude, als ihnen Gutes
zu tun und gut von ihnen zu sprechen.“
Das ist gelebtes Evangelium. Hier atmet die Seele reine, erfrischende
Höhenluft, hier weht der Geist der Bergpredigt,
der Geist Jesu, der Heilige Geist, die wahre Liebe. Wie ist so etwas
menschenmöglich?
Die
Antwort auf diese Frage scheinst du mir selbst zu geben, obwohl viel später,
nämlich als du zu beschreiben versuchst, wie es zur ersten Offenbarung des
göttlichen Herzens kam. Du schreibst: „Als ich einmal vor dem Allerheiligsten
betete...wurde ich ganz in seine göttliche Gegenwart eingetaucht...“ und dann
folgen diese bedeutsamen Worte: „Ich überliess mich diesem göttlichen Geist und
übergab mein Herz der Macht seiner Liebe.“
Ja, es war diese deine Hingabe an die Liebesmacht des Heiligen Geistes,
welche dich eine solche Liebe leben liess. Doch was bewog dich, dein Herz
dieser Liebesmacht so gänzlich auszuliefern? Die Antwort auf diese Frage muss
wohl an jenem Ort gesucht werden, den du „einen Gnadenort für mich“ nennst, bei
den Haselsträuchern im Klostergarten, wo dir, wie du schreibst, der Herr dir
„das Geheimnis seines heiligen Leidens und Sterbens erkennen“ liess. „Doch das
ist ein so unermesslicher Abgrund, das Geheimnis ist so gross, dass mir die
Worte fehlen, darüber zu schreiben oder zu sprechen. Nur das kann ich sagen: Er
gab mir eine so grosse Liebe zum Kreuz, dass ich keinen Augenblick mehr leben
kann, ohne zu leiden...“ Der Anblick des
gekreuzigten Heilandes, der freiwillig, aus reiner Liebe zu uns die bittersten
Leiden und den qualvollsten Tod auf sich genommen hat, erfüllte deine kindliche
Seele mit soviel Mitleid, dass in dir der unbändige Wunsch erwachte, durch aus
Liebe getragenes Leiden dem aus Liebe leidenden Heiland gleichförmig, ja mit
ihm eins zu werden. Das bedeutete, dass du jede Unbequemlichkeit, jede Verdemütigung,
jedes Leid, jeden Schmerz mit innigster Liebe
umfingst.
Aber
ist das überhaupt noch Leiden? Bedeutet das nicht im Grunde die Überwindung des
Leidens durch die Liebe? Das scheint
tatsächlich der Fall zu sein. „Ich kann nicht verstehen, wie man leiden kann,
wenn man das heiligste Herz unseres Herrn Jesus Christus wirklich liebt, da es
die bittersten Bitterkeiten in Süssigkeiten verwandelt.“ Hl. Margareta, welch unerhörte Worte sprichst
du da! Und doch müssen wir sie dir
glauben, du lügst uns nicht an. Du bist eine Heilige. Das hast du nicht in
irgendeinem frommen Buch gelesen. Das hast du
selbst erfahren. Wenn wir es recht bedenken: Müsste uns, angesichts des
bitteren Leidens unseres Heilandes, unser eigenes Leid nicht wie ein Nichts
erscheinen, mehr noch: müsste es sich nicht in Süssigkeit, in Freude
verwandeln, da wir etwas von Seinem Leiden mit Ihm teilen dürfen? Wenn aber
selbst das Leiden sich in Süssigkeit, in Freude wandelt: was gibt es für eine
solche Seele dann noch anderes als Freude?
Öffnest du uns hier nicht die Tür zum Paradies auf Erden? – So ist es.
Es fehlt uns einfach an Liebe zu Jesus. Das Paradies auf Erden liegt hier. Wir
haben noch zu wenig das Leiden Christi betrachtet, sind noch zu wenig von Liebe
zu ihm entzündet, sind im Grunde noch nicht zu dem vorgedrungen, was uns schon
fast zu geläufig geworden ist: zu dem, was dir an jenem 27. Dezember 1673, am
Fest des Liebesjüngers Johannes, zu einem überwältigenden Erlebnis wurde:
zur inneren Erfahrung, dass Gott ein
HERZ hat, ein Herz, das vor Liebe zu mir und zu allen Menschen brennt und „die
Flammen dieses Feuers nicht mehr in sich verschliessen kann.“ Deshalb müsse es
sie durch dich ausbreiten, es müsse sich offenbaren, um die Menschen mit den
kostbaren Schätzen zu bereichern, die es dir entdecke. Dann bat der Herr um
dein Herz, versenkte es in die brennende Glut seines Herzens und gab es dir
zurück mit den Worten: „Hier hast du, meine Vielgeliebte, ein kostbares
Unterpfand meiner Liebe. Ich habe einen kleinen Funken ihrer heissesten Flammen
in deine Brust eingeschlossen, der dir künftig als Herz dienen und dich bis zum letzten Augenblick deines
Lebens verzehren soll.“...Bisher hast du dich nur meine Sklavin genannt, doch
nun verleihe ich dir den Namen der vielgeliebten Jüngerin meines Herzens.“
Du
warst mit Leib und Seele bereit, diese Offenbarung der leidenschaftlichen Liebe
Gottes zu uns Menschen bekannt zu machen, doch sollte die Verehrung des
göttlichen Herzens zunächst sogar in deinem eigenen Kloster auf Widerstand
stossen. Man betrachtete dich als Phantastin, die eigensinnig an ihren
Trugbildern und Einbildungen festhielt, obwohl
der kluge und erfahrene Seelenführer, der heute heiliggesprochene Jesuit
Claude la Colombière, dich unterstützte.
Die erste Huldigung an das heiligste Herz geschah fünf Jahre vor deinem Tod. Es
waren deine Novizinnen, die zu deinem
Namenstag ein Altärchen errichteten und eine Federzeichnung mit dem Bild eines
Herzens daran hefteten. Du warst überglücklich. Doch keine deiner Mitschwestern
nahm an der Feier teil. Stattdessen trug diese erste Herz-Jesu-Feier dir und
ihnen viele Demütigungen, Widerspruch und Kränkungen ein. Man beschuldigte
dich, eine neue Andacht einführen zu wollen.
Die grösste Gegnerin war eine
ältere Schwester, die als „lebende Ordensregel“ verehrt wurde. Das hinderte
dich nicht, dich bei jeder Gelegenheit an sie zu wenden und eine grosse
Hochachtung vor ihrer Tugend zu haben. Wie gross war deine Überraschung, als
ein Jahr später, am Vortag, an dem das Herz-Jesu-Fest begangen werden sollte,
gerade diese Schwester dich um ein kleines Herz-Jesu-Bildchen bat und sagte,
sie möchte im Chor ein Altärchen errichten und die Schwestern zu dieser Andacht
auffordern. So schwanden von einem Augenblick zum andern alle Schwierigkeiten,
und du konntest nicht aufhören, Gott dafür zu preisen.
Am
17. Oktober 1690 durftest du, 43 jährig, mit dem Namen „Jesus!“ auf den Lippen,
in die ewige Heimat eingehen. „Die Heilige von ‚Sainte-Marie’ ist gestorben!“
ging es wie ein Lauffeuer durch die Bevölkerung des Städtchens.
Doch deine Sendung, der Welt zu sagen, dass
Gott ein Herz hat, das sie so leidenschaftlich und anteilnehmend liebt wie kein
anderes, diese Sendung ging weiter und hat bis heute noch volle Aktualität. Du
warst, wie alle Heiligen, deiner Zeit weit voraus. Was von Gott kommt, bleibt
immer aktuell, ja ist das Einzige, was im wörtlichen Sinn ‚aktuell’ ist,
nämlich ‚wirklich’, und nicht blosse Illusion. Was aber von Gott kommt, ist nur
Liebe, Güte und Barmherzigkeit. Gott ist nicht „gut, aber gerecht.“ Auch seine
Gerechtigkeit ist Liebe: sie richtet
nicht hin, sondern richtet auf, sie zahlt nicht heim, sondern führt heim. Und
nicht obwohl Gott gerecht ist, ist er barmherzig, sondern weil er
gerecht ist und unsere Schwachheit kennt.
Alles,
was von Gott kommt, ist Liebe, und zwar herzliche Liebe. Was aber brauchen die
Menschen unserer, ja, jeder Zeit mehr als die Erfahrung herzlicher Liebe? Gott
braucht mein Herz, unser Herz, um HEUTE die Menschen zu lieben
Du
konntest nicht verstehen, wie man noch leiden kann, wenn man das heiligste Herz
Jesu wirklich liebt, dieses Herz, das uns so sehr liebte, dass es jede Mühe,
jedes Leiden, ja den bittersten, qualvollsten Tod für nichts achtete.
Hl.
Margareta, ich bitte dich, erlange uns die Gnade, jedes Mal, wenn uns ein
Leiden trifft, nicht an uns, sondern sogleich an Jesus zu denken, und zwar an
seine Liebe. Lass uns mit dir immer wieder jene Worte sprechen, die
vielleicht das Schönste sind, was du gesagt hast:
„Ich
will im Herzen Jesu wohnen, sorglos wie ein Kind.“
Erkannt,
gelobt und geliebt sei dieses Herz, jetzt und in Ewigkeit! Amen.
MIT JESUS VON HERZ ZU
HERZ
DIALOG DER LIEBE
1
Dein Herz ist
zerbrochen und zerschlagen…
Du hast die Liebe
gesucht.
Du hast sie bei
Menschen gesucht und bist enttäuscht worden.
Sie konnten deine
tiefste Sehnsucht nicht erfüllen.
Fasse Mut, die Liebe
ist kein blosser Wahn.
Es gibt sie, du
kannst sie finden.
Die wahre Liebe
findest du bei mir.
Ich allein kann die
Sehnsucht deines Herzens stillen, denn ich bin Gott, die Liebe
Selbst.
Sei getrost – was wie
ein Unglück erscheint, ist in Wahrheit dein Glück. Dein zerbrochenes und
zerschlagenes Herz ist die Chance deines Lebens, denn jetzt bist du fähig
geworden, das grösste und schönste Geschenk zu empfangen, das du überhaupt
empfangen kannst: mein eigenes Herz.
In meinem Herzen
findest du alle Liebe, die du je ersehnt hast.
Mein Herz ist nur
Güte und Erbarmen.
Ich verstehe dich.
Ich weiss, was du
brauchst, und ich kann es dir geben.
Sei ohne Furcht. Ich
bin bei dir. Vertraue mir.
Nichts und niemand
wird dir wirklich schaden können.
Du selbst wirst fähig
werden, mit meinem Herzen zu lieben.
Meine Liebe wird dich
nie enttäuschen.
Glaubst du mir?
Ich
möchte dir glauben!…
Aber
ich fühle, dass ich es aus eigener Kraft nicht vermag.
Hilf
mir glauben!
Ich
will dir glauben.
Wem
könnte ich noch glauben, wenn ich nicht der Liebe selber glauben könnte?
Glaubwürdig
ist doch wohl nur die Liebe.
Auch
spüre ich, dass deine Worte das Schönste und Trostvollste sind, was ich
überhaupt vernehmen kann.
Wie
könnte ich glauben, wenn du es nicht wärest, der mir zu glauben hilft!
Und
da du es bist, der dies selber von mir wünscht – sicher mehr noch als ich selbst es wünschen
kann – wie wäre es möglich, dass du mir dieses so kostbare Geschenk
verweigertest?
Ja,
ich will glauben!
Und
da du meine Armut, ja meine Sehnsucht siehst, du aber die Liebe bist, bin ich
gewiss, dass du mir dieses Geschenk aller Geschenke auch gibst.
Ich
glaube an deine Liebe.
2
Du weißt nicht,
welche Freude ein Mensch mir macht, wenn er mir sagt:
“ Ich glaube an deine
Liebe!“
Du hast es mir
gesagt, und mein Herz bebte vor Freude.
Du hast mir das
Schönste gesagt, was ein Liebender seinem Geliebten sagen kann.
Mein Herz ist tief
bewegt.
Du hast mit diesem
Wort das Herz deines Gottes erobert.
Nicht, dass ich dich
vorher nicht geliebt hätte. Von Ewigkeit her habe ich dich geliebt.
Mein Herz stand dir
offen. Doch jetzt bist du eingetreten. Jetzt bist du bei mir, in
meinem Herzen.
O sag es noch einmal,
sag es mir immer wieder, sage mir:
ICH GLAUBE AN DEINE
LIEBE!
Ja,
ich glaube an deine Liebe.
Es
fällt mir auf einmal so leicht, dir zu glauben. Zu glauben ohne Wenn und Aber.
Einfach zu glauben.
Ich
fühle im Innersten meines Herzens: Ich glaube an deine Liebe!...
Woher
diese plötzliche Ruhe und Gewissheit des Glaubens?
Was
habe ich getan? – Im Grunde nichts anderes als zu dir gerufen: „Hilf mir
glauben! Ich will glauben!“ – und schon hast du mich erhört! Wie einfach das
geschah! Wie wunderbar!
So
handelt die allmächtige Liebe, wenn sie einem hungernden und dürstenden Herzen
begegnet. So bist du.
Oh
ja! Ich glaube an deine Liebe.
Du
bist die Liebe.
3
Du hast Angst…
Ich, die Mensch
gewordene Liebe, weiss, wie es ist, Angst zu haben. Im Ölgarten stieg ich aus
freiem Willen in den tiefsten Abgrund der Angst hinab.
Ich war bereit, die
furchtbarsten Ängste durchzustehen, damit du keine Angst mehr zu haben
brauchst.
Du brauchst dich in
Wahrheit vor nichts mehr zu fürchten, da Ich dich künftig vor jeder
Wirklichen Gefahr
beschützen werde.
Kein Unheil wird dich
treffen können, wenn du dein Leben voll Vertrauen mir, deinem Heiland,
übergibst.
In meinem Herzen
kannst du dich vollkommen geborgen fühlen. In meinem Herzen darfst du sorglos leben wie ein
Kind.
Jede deiner Ängste
und Sorgen macht mich traurig. Dein Vertrauen, dein Glaube aber lassen mein
Herz aufjubeln.
Hab keine Angst: ICH BIN BEI DIR.
O
Jesus, du bist so wunderbar!...Ich danke dir für deine so Mut machenden Worte.
Ja,
in deinem Herzen sind wir alle geborgen. Und in deinem Herzen dürfen wir leben.
Es liegt an uns, deine Einladung anzunehmen. Es liegt an uns, dir zu glauben.
Du
zwingst niemanden zu seinem Glück, aber deine grösste Freude ist es, uns
glücklich zu sehen.
Jesus,
ich will dir diese Freude machen. Ich will glauben, was du sagst, will deine
göttliche Einladung annehmen, in deinem Herzen ohne Angst und Sorge zu leben.
Ich
bitte dich nur, mich an diesen meinen Entschluss immer wieder zu erinnern und
mir
zu helfen, mein Wollen zu vollbringen.
4
Du hast Angst,
verloren zu gehen…
Fürchte dich nicht.
Ich liebe dich.
Die Liebe will stets
die Nähe für das Geliebte.
Darum möchte ich,
dass du bei mir bist.
Nicht nur jetzt,
sondern für immer.
Wenn du für ewig
nicht bei mir wärest, so wäre dies mein grösster Schmerz.
Gewiss, ich kann dich
nicht zwingen, das Glück, die Geborgenheit meiner Liebe anzunehmen.
Du bist frei.
Ich schenke dir die
Freiheit, damit du lieben kannst.
Denn ohne Freiheit
ist Liebe nicht möglich.
Wenn du Angst haben
solltest, dann einzig vor dir: dass du nicht an meine Liebe, nicht an meine
Vergebung glaubst oder dass du nicht aufrichtig den Weg der Liebe gehen willst.
Ich werde dich nie
verstossen. Ich werde dich immer lieben.
Und wenn ich sehe,
dass du dich von mir entfernst, gehe ich dir nach und werde kein einziges
Mittel ungenutzt lassen, um dich heimzuholen, glaube mir.
Zweifle nicht, ob du
gerettet werden kannst.
Ohne mich ist jeder
Mensch verloren, keiner kann sich retten.
Für mich aber ist
alles möglich, und ich will, dass kein Mensch verloren gehe.
Glaube an meine
Liebe,
bitte um meine Liebe,
und setze all dein
Bemühen darauf, die Liebe weiterzuschenken, die ich dir gebe.
Vergiss nicht: Ich
bin dein Gott, dein „Abba“, dein „Papa“ und habe ein Herz, das weichste,
mildeste, gütigste
Herz, das es gibt. Denn ich bin die Liebe.
Und du bist mein
vielgeliebtes Kind.
O
Liebe meines Gottes! Wie gross bist du! ...
Ja, ich glaube an dich. Ich glaube, dass auch
der grösste Sünder von dir Vergebung erlangt, wenn er sein Versagen von Herzen
bereut und entschlossen ist, mit deiner Hilfe den Weg der Liebe zu gehen.
Ich
glaube an deine übergrosse, grenzenlose, heilende, rettende Liebe.
Verzeih
mir meinen Mangel an Vertrauen, an Glauben – an Liebe.
O
gütigster Vater, welch ein Glück, dein vielgeliebtes Kind sein zu dürfen!
5
Du
fühlst dich nicht liebenswert, siehst überall nur Fehler und Mängel an dir.
Ich
sehe dich anders: Ich schaue auf das Gute in dir.
Denn
ich liebe dich.
Du bist
kostbar…
Ein
lebendiges Wunder!
Du bist
gut…
Denn du
bist mein Werk. Ich habe dich geschaffen.
Alles,
was ich geschaffen habe, ist gut.
Was an
dir krank oder verletzt ist, kann ich gesund und heil machen.
Lass
dich durch nichts entmutigen.
Ich
kann alles zum Guten wenden.
Du bist
unendlich wertvoll…
Dein
Wert hängt weder von dem ab, was du besitzt, noch von dem, was du leisten
kannst,
noch
von dem, was Menschen über dich sagen oder von dir denken.
Auch
nicht von dem, was du selber von dir hältst.
Es ist
meine Liebe, die dir deinen Wert gibt.
Und
diese ist unendlich…
Wie gut das tut, wissen zu dürfen, dass ich
kostbar, dass ich wertvoll bin!
Wie gut das tut, wissen zu dürfen, dass
niemand mir meinen Wert rauben kann!
Denn du bist es, der mir meinen Wert gibt.
Welch eine Befreiung! Ich brauche nicht mehr bei den Menschen um Wertschätzung
und Anerkennung zu betteln. Diese beurteilen andere ohnehin meist nach dem, was
sie besitzen: nach Geld, Ansehen, Aussehen, Macht – oder nach ihrer
Leistungsfähigkeit.
Du schaust nicht auf das, was ich habe oder
leiste, sondern einzig auf die Aufrichtigkeit meines Herzens.
In deinen Augen bin und bleibe ich dein
vielgeliebtes Kind.
Ja, deine Wertschätzung, deine Anerkennung
ist mir sicher, und sie ist grösser als jede Wertschätzung und Anerkennung von
Menschen, denn sie ist deine Liebe, deine bedingungslose, grenzenlose Liebe.
Da du mich so liebst, muss, darf, will auch
ich mich so lieben – mit jener Liebe, die du mir schenkst. Ich bin kostbar. Ich
bin unendlich wertvoll. Darum gib, dass ich zu mir Sorge trage: zu meinem Leib,
zu meinem Geist, zu meiner Seele. Zeige mir, wie ich dies am besten tun kann.
Ich will hören auf den Rat der Erfahrenen.
Dann aber lass mich dieselbe Liebe auch
meinen Mitmenschen zuwenden, sie lieben, wie ich mich selbst liebe, wie du
jedes deiner Kinder liebst.
6
Ein
Jahr ist vergangen. Wo ist es, das alte Jahr?...
Ein
neues Jahr hat angefangen. Wo ist es, das neue Jahr?...
Alles,
was wirklich IST, IST JETZT.
Die
Liebe lebt in der Wirklichkeit. Darum zählt für die Liebe nur der jetzige
Augenblick:
entscheidend
ist allein das, was du JETZT denkst, was du JETZT sagst, was du JETZT tust.
Ich
nehme dich so, wie du JETZT bist, nicht wie du gewesen bist.
Nicht
nur an jedem Jahresbeginn, nicht nur an jedem Tagesbeginn, sondern jeden
Augenblick
gebe
ich dir alle Chancen, um dein Leben gelingen zu lassen.
JETZT,
in diesem Augenblick biete ich dir die Gelegenheit an, so zu werden, wie du und
ich es schon immer erträumt haben, nämlich LIEBEND…
Du
musst nicht mehr zuwarten. Du darfst LIEBEN! Hier und Jetzt!
Siehe,
ich schenke dir meine ganze Liebe.
Aber
BITTE darum, denn nur so schaffst du Raum in dir, sie zu empfangen.
Bitte
mich, dass ich in dir und durch dich liebe.
Bitte
mich, und du wirst die Liebe empfangen… JETZT!
Ich danke dir, dass du mir nochmals Zeit
schenkst, um mein Leben gelingen zu lassen.
Es ist dir nicht gleichgültig, wie ich lebe.
Du möchtest, dass ich nicht nur gut, sondern
so gut lebe, wie es überhaupt möglich ist.
Ich habe erkennen und erfahren dürfen, dass
mein Leben nur dann erfüllt und glücklich ist, wenn ich in der Liebe lebe.
Und dies darum, weil du mich für die Liebe
geschaffen hast.
Du hast mir die Einsicht geschenkt, dass
allein die Liebe zählt.
Ich danke dir dafür.
Ich weiss nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt, um ganz Liebe zu werden. Ich bin
sterblich, und der Tod ist jederzeit möglich. Darum lässt du mich nicht warten.
Du gibst mir JETZT die Gelegenheit, so zu werden, wie ich im tiefsten Grund
meines Herzens immer sein wollte. Du gibst mir die Gelegenheit, mich JETZT noch
ganz für die LIEBE zu entscheiden.
Du schaust nicht auf das, was ich gewesen
bin, sondern auf das, was ich JETZT vor dir bin.
Du schliesst mich nicht in meine
Vergangenheit ein, sondern nimmst mich so, wie ich JETZT bin. Ich darf ein ganz
neuer Mensch werden! Und dies JETZT, in diesem Augenblick! Es genügt, dass ich
das, was in meinem vergangenen Leben nicht der Liebe entsprochen hat, bereue,
bekenne und, an deine Liebe glaubend, in deine unendliche Barmherzigkeit
versenke.
Du schaust einzig auf das, was ich JETZT
will, und das ist:
LIEBEN.
Wie gut du bist! Wahrlich du bist die Liebe.
Komm und erfülle mich mit deiner Liebe! Denk
du in mir Gedanken der Liebe, sprich du durch mich Worte der Liebe, wirk du in
mir Taten der Liebe. Durchdring mein ganzes Leben, erfüll mein ganzes Sein,
dass man aus mir kann lesen die grosse Liebe dein.
Amen.
7
Du
leidest…
Aber
leidest du auch gut?
Wichtig
vor allem ist, gut zu leiden.
Wer
leidet gut?
Gut
leiden heisst: so leiden, dass ich den Sinn des Leidens erfülle.
Was ist
der Sinn des Leidens?
Leiden
ist eine Äusserung des Lebens.
Wer
leidet, lebt. Nur was tot ist, leidet nicht.
Der
Sinn des Leidens kann daher nur vom Sinn des Lebens her verstanden werden.
Was ist
der Sinn des Lebens?
Der
Sinn des Lebens ist die Liebe.
Somit
kann auch der Sinn des Leidens letztlich nichts anderes als ebenfalls Liebe
sein.
Die
Liebe spricht.
Das
Leiden spricht, ruft, schreit: Dir fehlt etwas! Unternimm alles, um es so rasch
und so gut wie möglich zu beheben!
Das
Leiden ist ein Ruf der Liebe, die nicht will, dass dein Leben zerstört wird.
Lerne
gut zu leiden. Ich werde dir helfen.
Oh ja, ich will gut leiden lernen!
Ich will auf den Ruf des Leidens hören und
etwas unternehmen, um die Ursache meines Leidens zu beheben.
Welch froh machende, befreiende Einsicht!
Schmerz und Leid sind nichts Negatives!
Sie sind nicht Fluch, nicht Zeichen der Verwerfung!
Sie sind im Gegenteil etwas höchst Positives: Sie sind Segen, sind ein Erweis
deiner helfenden Liebe und Güte, sind das letzte Mittel, um uns zu retten,
indem sie uns auf den Weg der Heilung drängen!
Jetzt ist mir erst so richtig bewusst geworden,
was es bedeuten würde, wenn ich des Leidens gar nicht fähig wäre: Ich würde gar
nicht merken, wenn meine Kräfte
aufgebraucht wären. Ich würde einfach
weiterarbeiten, würde es versäumen, meinen Körper mit der nötigen Nahrung zu
versorgen, ihm den nötigen Schlaf zu gönnen.
Schädliche Einflüsse könnten unbemerkt ihr
Zerstörungswerk ausüben. Innert kurzer Zeit wären meine Kräfte verbraucht,
meine Körperorgane geschädigt, sie könnten ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen,
und ich würde sterben.
Leiden muss weh tun, sonst würden wir meist
nur feststellen, dass uns etwas fehlt,
aber nichts dagegen unternehmen.
Ja, Leiden ist nicht sinnlose Qual. Es steht
im Dienst des Lebens, auch meines Lebens.
Es ist ein Hilferuf der Liebe, die mein Leben
wünscht.
Jetzt kann ich mich in ungebrochener Liebe,
ohne Angst und Zweifel in deine Arme werfen.
Jetzt kann ich nicht nur glauben, jetzt kann
ich auch fühlen, mit welch unbegreiflicher Kraft du willst, dass ich lebe.
Darum will ich dich loben, du Gott des
Lebens, will rühmen deine Weisheit, die alles Geschaffene durchwirkt, will dir
danken für deine Liebe und Güte. Amen
8
Du
leidest...
Leiden
ist Sprache, Sprache des Lebens, Sprache der Liebe.
Leiden
ist ein Ruf, ein Schrei nach Heilwerden, nach dem vollen Leben, nach Glück,
nach Liebe.
Du hast
den Ruf nicht überhört, du hast Heilung gesucht. Und das war gut.
Du hast
Heilung gesucht – aber noch nicht gefunden.
Du
leidest immer noch, bist enttäuscht, mutlos, kommst dir nutzlos vor…
Sei
unverzagt! Du wirst finden, was dir den Mangel, der dich leiden lässt, „wieder
gut macht“.
Ich
will dich lehren, gut zu leiden.
Es war einmal eine Frau, die an einer
seltsamen Krankheit litt:
Von Zeit zu Zeit durchfuhr ein heftiger
Schmerz ihren rechten Fuss. Sie suchte mehrere Aerzte auf, aber keiner konnte
ihr helfen. Zuerst lehnte sie sich über
ihr Leiden auf. Doch dann sagte sie sich: Wozu mich auflehnen? Meine Schmerzen
werden dadurch nicht aufgehoben. Im Gegenteil: Ich leide nur noch mehr. Ich
will mein Leiden annehmen, will damit zu leben versuchen. Eines Tages kam ihr
plötzlich der Gedanke: Hat nicht schon Jesus diesen meinen Schmerz erlitten,
als er ans Kreuz genagelt wurde? Es war sogar ein noch viel grösserer Schmerz.
Und wie hat er gelitten? Auch er wollte zuerst von seinem Leiden befreit
werden. Sollte dies jedoch nicht geschehen, dann wollte er trotzdem an die
Liebe seines himmlischen Vaters glauben, sich dem Leiden unterwerfen und darauf
vertrauen, dass der Vater letztlich alles zum Besten wenden wird.
Von diesem Augenblick an war für die Frau
alles wie verwandelt:
Jedes Mal, wenn ein Schmerz ihren Fuss wie
mit einem Nagel durchbohrte, dachte sie an Jesus am Kreuz und an die Liebe, mit
der er seine Leiden für sie und alle Menschen ertrug. Sie beschloss, ihren
Schmerz Jesus zu geben, um sie mit dem seinen zu vereinen. Diese Frau hat gut gelitten.
Gut
leidet, wer liebend leidet.
Gut
leidet, wer mit der Liebe leidet.
Gut
leidet, wer mit MIR leidet.
Jesus, auch ich möchte gut leiden. Ich möchte
so leiden, wie diese Frau gelitten hat:
Ich möchte mit Liebe leiden, möchte mit DIR
leiden, will das unabwendbare Leiden in Demut annehmen, es tragen mit dir für
das Heil meiner Mitmenschen und darauf vertrauen, dass der Vater alles zum
Besten lenken wird.
Nicht der Vater hatte ja das Kreuz für dich
gezimmert – wenn schon ein menschlicher Vater nicht wollen kann, dass seinem
Kind ein Leid geschieht, um wie viel weniger der himmlische Vater, die Liebe
selbst! – nein, wir Menschen haben es getan, und wir tun es einander immer
wieder, wenn wir nicht lieben.
Du bist dem Leiden nicht ausgewichen, obwohl
du als Gott leidenslos hättest bleiben können. Aber du wolltest uns nicht allein
leiden lassen. Aus reiner Liebe hast du dich freiwillig dem Leiden unterworfen:
Du weißt, was es heisst, seiner Kraft
beraubt zu sein, verletzt zu werden, die bittersten Qualen durchzustehen – und
dabei noch verspottet zu werden!
Du, der
allein Unschuldige, bist in die tiefsten grauenvollen Abgründe des
Nichts hinab gestiegen, bis zum Gefühl der Gottverlassenheit, hast dich der
ganzen Wucht des Un-heils dieser Welt ausgesetzt, um allen Mangel an Heil-Sein,
an Gut-Sein mit deiner Liebe zu erfüllen und so wieder gut zu machen.
„Was ist das für ein Gott, der aus freiem
Willen so viel für uns gelitten hat“ – Diese Frage müssten wir Menschen uns
stellen, und nicht: „Was ist das für ein Gott, der so viel Leiden in der Welt
zulässt.“
Jesus, wenn der Blick auf das Elens dieser
Welt, oder wenn eigenes Leid meine Seele verdunkeln und mir den Glauben an die
Liebe rauben wollen, dann gib, dass ich auf dich am Kreuze schaue: Hier lässt
sich sehen, wie sehr wir geliebt werden. Darauf lass uns das Auge der Mutlosen
und Verzweifelten lenken.
Wahrlich: Hier ist die Liebe! – Ich danke
dir.
9
Halleluja!
Wie gut war es, selbst in der Nacht des Leidens dem Vater zu vertrauen!
Wie ein
getretener Wurm war ich am Kreuz, vor Schmerz gekrümmt, vermochte nichts mehr
als zu leiden – zu leiden und zu lieben. Doch wie herrlich hat der Vater mein
Leid und meine Liebe jetzt belohnt!
Er hat
durch die Kraft des Heiligen Geistes mein Scheitern, mein scheinbar sinnloses
Leiden und Sterben gewandelt in Freude, in Leben und Heil für die ganze Welt,
in Sieg über Sünde
und
Tod, in Herrlichkeit ohne Ende für alle, die glaubend ihr Herz der Liebe
öffnen!
Darum
glaube auch du trotz Trauer, Leiden und Schmerz an den Sieg der Liebe. Setze
dein ganzes Vertrauen darauf, dass jede Nacht ein Ende hat und der Vater alles
zum Besten lenken wird.
Auch du
wirst nicht enttäuscht werden!
Jetzt
kannst du es sehen: Niemand leidet unbelohnt. Der Vater vergilt überreich
jedem, der trotz Leid und Schmerz an seine Liebe glaubt.
Halleluja!
Halleluja! Ja, preisen will ich dich, Vater,
dir danken in alle Ewigkeit.
Wie herrlich lohnst du jedes Vertrauen!
Der Ostersieg, er ist kein leerer Wahn! Er
ist wahrhaftig ein Sieg, an dem auch wir
schon hier auf Erden teilhaben dürfen.
Ich denke an jenen krebskranken
Familienvater, der auf das beharrliche Gebet seiner Gattin hin, nach 20 Jahren
erstmals wieder das Sakrament der Versöhnung empfing und dich, o Gott, in sein
Herz aufnahm.
„KREBS ODER NICHT KREBS, LEBEN ODER STERBEN“,
rief er voll Freude aus , „DAS IST MIR JETZT ALLES UNWICHTIG GEWORDEN, WO ICH
GOTT IN MEINEM HERZEN HABE.“
Er war ein neuer Mensch geworden, verliebt in
Dich und alles, was du geschaffen hast.
Ist dieser Mann nicht Zeuge von Jesus
Ostersieg? Gibt es Grösseres, Schöneres
als ein neuer Mensch zu werden, dem es genug ist, dich, die Liebe selbst, in
seinem Herzen zu tragen und auf seine
Mitmenschen auszustrahlen?
So ein Mensch möchte ich werden.
Komm, Heiliger Geist, in dessen Kraft der
Vater Jesus auferweckt hat. Lass auch mich auferstehen zu einem neuen Menschen,
einem österlichen Menschen, einem Menschen der Liebe.
Amen. Halleluja!
10
Du hättest
gerne etwas, was dir hilft, das Leben zu lieben.
Dazu brauchst du
nicht „ etwas“ sondern jemand.
Nur ich, die Liebe
selbst, kann dir helfen zu lieben
.
Lerne zunächst
verstehen, was menschliches Leben ist:
Menschliches Leben
ist kein „Etwas“, kein sichtbares, greifbares, fest-stellbares Ding.
Menschliches Leben
ist eine von Augenblick zu Augenblick geschenkte Möglichkeit, etwas zu tun oder
zu lassen.
Es ist mit einem
Menschen vergleichbar, der schon im Augenblick
der Empfängnis ein Vermögen erbt.
Erst unselbständig, wird er im Laufe der Zeit immer selbständiger, um dieses
sein Vermögen zu verwalten. Von Augenblick zu Augenblick wird er entscheiden
müssen, was er mit seinem Vermögen, d.h. den ihm geschenkten Möglichkeiten tun
will.
Was immer er damit
tun will, die höchste Möglichkeit, auf die
alle anderen Möglichkeiten hingeordnet sind, in der alle anderen
Möglichkeiten ihre letzte und tiefste Erfüllung finden, ist die Möglichkeit zu
LIEBEN.
Das Böse jeder Tötung
menschlichen Lebens besteht darin, dass einem Wesen die ihm geschenkte
Möglichkeit zu lieben geraubt wird.
Darum soll dir jedes
menschliche Leben – auch dein Leben – vom ersten bis zum letzten Augenblick
HEILIG sein. Darum sollst du ihm immer, wie es auch sei, mit grösster EHRFURCHT
begegnen.
LIEBE DIE LIEBE!
Öffne dein Herz meiner Liebe, dann wird es dir nicht mehr schwer fallen, das
Leben zu lieben, da es das Grösste, Schönste und einzig Heilbringende
ermöglicht:
Die Liebe.
Wie
gut du bist, o mein Gott, meine Liebe!
Was
für ein wahrhaft göttliches Geschenk ist doch das Leben eines Menschen, eines
jeden Menschen, auch mein Leben!
Nur
staunen kann ich und danken.
Die
Möglichkeit haben zu lieben! Lieben können! Lieben dürfen!
Gibt
es ein höheres Glück? Ja, gibt es überhaupt ein anderes Glück?
Du
hast mir geholfen, das Leben zu lieben. JA ZUM LEBEN zu sagen, wie immer es
sei.
Jetzt
weiss ich, dass ich nicht lebe, um zu essen, zu arbeiten, etwas zu leisten, in
Rente zu gehen und dann zu sterben, sondern, dass ich für etwas viel Grösseres,
Schöneres lebe:
Ich
lebe, um zu LIEBEN und jeden Augenblick das zu tun, was die LIEBE gebietet.
Und
da die Liebe, und nur die Liebe, glücklich macht, bedeutet das: Ich lebe, um
GLÜCKLICH zu sein.
In
Wahrheit: Kannst du anderes für mich wollen, du, der du mich und jedes deiner
Kinder über alle Massen liebst?
Jetzt
aber will ich auch mein Leben dementsprechend leben:
Ich
möchte keinen Augenblick meines Lebens verbringen, ohne zu lieben. Da ich dazu
jedoch nicht fähig bin, so übergebe ich mein ganzes Leben dir und bitte dich:
Denk
du in mir, dann werden es Gedanken der Liebe sein. Sprich du durch mich, dann
werden es Worte der Liebe sein. Wirk du durch mich, dann werden es Werke der
Liebe sein. Ich will nicht wissen, ich will nicht sehen. Gebrauche mich für die
Pläne deiner Liebe.
Lob
und Preis und Dank sei dir, aus dem alles Leben strömt, dir, dem Herrn des
Lebens, dem Freund und Liebhaber des Lebens, dir, dem Menschenfreundlichen,
Liebenden, jetzt und in Ewigkeit!
Amen.
Halleluja!
11
Ich bin’s, die Liebe!
Öffne mir die Tür
deines Herzens!
Ich komme zu deiner
Freude!...
Öffne mir, ich möchte
deine Tränen trocknen,
dich froh und glücklich sehen.
Denn ich liebe dich.
Ich habe dich für die
Freude geschaffen – nicht für das Leid.
Ich bin ein Gott der Freude. Denn ich bin die Liebe.
Mein ganzes Wesen ist
Liebe und Freude.
Öffne mir! Ich bin
deine Freude in allem Leide.
Ich will nur, dass du
tief, tief glücklich wirst…
O
wie gut du bist!
Ja!
Komm, o komm, du Gott der Liebe und Freude!
Du
bist es, den ich ersehne.
Komm,
ich öffne dir mein Herz!
12
Du hast mir geglaubt
und mir dein Herz geöffnet.
Wie FREUE ich mich!
Und der ganze Himmel freut sich mit.
Wie schön du bist…
O wenn du sehen
könntest, wie schön ein Mensch ist, der glaubt!
Er ist schön, weil er
LIEBT.
Glauben ist lieben.
Wer glaubt, fordert
nicht, sondern schenkt.
Er sitzt nicht da und
fordert Beweise; er steigt herab vom Thron seines Ichs, geht von sich weg, den
andern zu , schenkt Vertrauen, lässt sich los, gibt sich hin…
Du hast mir Glauben
geschenkt, hast mir dein Herz geöffnet, hast mir dich selbst geschenkt. Siehe,
darum bin ich es jetzt, der dich einlädt und zu dir sagt:
Tritt ein in MEIN
Herz, tritt ein in das Land der Liebe und Freude.
Lass uns lieben und
uns an der Liebe erfreuen.
Was mein ist, ist
dein.
Freu dich an mir,
freu dich an dir.
Freu dich an allem
Guten, Wahren und Schönen in dir, in deinem Mitmenschen, in der ganzen
Schöpfung.
Freu dich an all
meinen Gaben und koste, wie gut ich bin.
Freu dich in mir.
Freu dich mit mir.
Ich liebe dich.
Ich
darf in deinem Herzen immerdar wohnen?
Darf
mich freuen an dir und all deinen Gaben?
Du
bist wunderbar!...
Du
verlangst keine Vorleistungen. Ich brauche dir nur zu glauben in kindlichem
Vertrauen.
Ja,
ich will
glauben, immer mehr, immer tiefer,
will an die Liebe glauben, und nur an die Liebe, denn die
Liebe, das bist DU, mein Gott.
O
wie schön das ist!
Glauben
macht froh.
Glauben
macht glücklich.
Glauben
macht selig.
Und
selbst dieser einfache, kindliche Glaube ist dein Geschenk.
Wie
gut du bist!...
Und
ich? – Ich fühle mich so armselig, so klein, so schwach, erfahre schmerzlich
mein Versagen…
Du
musst mir helfen, täglich, stündlich, jeden Augenblick. Aus mir kann ich nicht
in der Liebe leben und auch die Freude bleibt nicht. Alles, was ich vermag,
vermag ich nur MIT DIR. Darum bitte ich dich: Lass mich immer weniger alleine
tun, sondern immer mehr mit dir, MITEINANDER wird alles möglich.
Du
wirst mir helfen, ich vertraue auf dich.
O
führe mich, so schwach ich bin, in deine Liebe, in deine Freude ein!
Auf
dem Weg nach Lisieux: Lied (Melodie: Pescador d’hombres)
LIEBE IST DER SINN MEINES LEBENS,
für die Liebe bin ich gemacht.
Drum will ich lieben, will nichts
als lieben.
Ohne Liebe wäre mein Leben vergebens,
ohne Liebe hat mein Herz keine
Ruh‘.
Ohne Liebe kann kein Wesen
bestehen,
denn die Liebe, o mein Gott, das
bist Du!
NUR DIE LIEBE ZÄHLT
DER THERESIENROSENKRANZ
Die Rosenkranzgeheimnisse betrachtet mit Worten der hl. Theresia vom Kinde Jesu
Einleitung
Gott ist die Liebe
(1 Jh 4,8b.16b) – in diesem einen, nicht mehr zu überbietenden Wort aus dem
ersten Johannesbrief gipfelt wohl die ganze christliche Offenbarung.
Alles, was mit Gott zu tun hat, hat also mit Liebe zu tun, und
umgekehrt. Da aber alles letztlich mit Gott zu tun hat, weil alles Geschaffene
sich Gott als seinem Schöpfer verdankt, gilt auch: Alles Geschaffene hat
letztlich mit Liebe zu tun. Alles wurde von Gott aus Liebe und für die Liebe
geschaffen. Liebe ist der letzte und tiefste Sinn von allem, was ist.
Diese Wahrheit hat die heilige Theresia von Lisieux in die Worte
gefasst: „Nur die Liebe zählt.“ – und sie hat dafür durch ihr kurzes, aber ganz
der Liebe geweihtes Leben Zeugnis abgelegt.
Wenn wir mit der heiligen Theresia
den Rosenkranz beten wollen, so hat dies folgende Gründe:
- Man
hat den Rosenkranz oft „das Gebet der Armen und Kleinen“ genannt. Theresia
betrachtete es als ihre besondere Sendung, einen Weg zu Gott zu zeigen,
der für alle, auch für die Ärmsten und Schwächsten. Daher scheint sie uns
besonders berufen, uns im Rosenkranzgebet zu helfen.
- Der
Rosenkranz als solcher wurde schon als das „Gebet der Liebe“ bezeichnet,
weil wir in ihm die Geheimnisse der Liebe Gottes zu uns betrachten.
- Da
wir mit der heiligen Theresia die Einsicht teilen, dass es im Leben einzig
auf die Liebe ankommt, wollen wir unseren Rosenkranz ganz auf die Liebe
ausrichten, in der Hoffnung, dass wir die Fürsprache Mariens und der
kleinen Theresia auf die unfassbare Liebe Gottes immer besser mit einem
Leben der Liebe antworten.
Liebe kleine Theresia, deine
Sendung war es, die Welt den Weg der geistlichen Kindschaft zu lehren. Mit dir
zusammen möchte ich jetzt den Rosenkranz beten, um mich so in diese geistliche
Kindschaft einzuüben:
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes, Amen.
Wie du bereits als Kind „mit
grossem Glaubensgeist“ zum ersten Mal gebeichtet hast, so will auch ich jetzt
bekennen, was ich aus ganzem Herzen glaube:
Ich glaube…
Du hast in deinem Leben nur eines
gewollt:“ Gott, unseren Vater lieben,
wie ein Kind seinen Vater liebt.“ Darum lass mich mit dir zu Gott, unserem
Vater, beten:
Vater unser…
Jesus gab dir zu verstehen, „dass
er denen, die glauben gleich einem Senfkorn
haben, Wunder gewährt, und dass er
Berge versetzt, um diesen so kleinen
Glauben zu festigen.“ (vgl. Mt 17,19)
Gegrüsst…
„Ich hörte nicht auf, wieder alle
Hoffnung zu hoffen.“
Hilf mir, nie die Hoffnung
aufzugeben.
Gegrüsst…
„Ich begreife…, dass das einzige Gut darin besteht, Gott von ganzem Herzen zu lieben und
hienieden arm im Geiste zu sein…“
Heilige Theresia, erlange uns diese
Liebe und Einfachheit!
Gegrüsst…
Ehre sei…
Verkündigung
Liebe heilige Theresia, mit dir
möchte ich mich an den himmlischen Vater wenden und Ihm Freude machen, indem
ich mit dir das Geheimnis der Verkündigung betrachte.
Vater unser…
1
Mit dir rufe ich aus: „Ich liebe
dich, o Maria. Du nennst dich die kleine Magd Gottes, den du durch deine Demut
entzückst.
Diese grosse Tugend macht dich
allmächtig:
Sie zieht die heilige
Dreifaltigkeit in dein Herz.“
Gegrüsst…
2
„Sodann bedeckt dich der Geist der
Liebe mit seinem Schatten. Und der Sohn dem Vater wesensgleich, hat in die
Fleisch angenommen…“
Gegrüsst…
3
Vom Augenblick der Menschwerdung an
siehst du die grosse Zahl jener sich erheben, die Jesus von der Sklaverei der
Sünde befreien wird. Als Brüder Jesu sind sie durch Ihn, mit Ihm und in Ihm
Kinder Mariens…
4
Darum kann auch ich mit dir zu
Maria sagen: “O meine geliebte Mutter, ich bin dein Kind!“
Gegrüsst…
5
Ja, auch ich bin ein Marienkind, da
ich zum geheimnisvollen Leib Christi gehöre. Christus ist das Haupt. Ich bin
eines seiner Glieder. Haupt und Glieder sind nicht getrennt.
Gegrüsst…
6
Am Tag deiner ersten heiligen Kommunion
durftest du im Namen auch
Auch all deiner Gefährtinnen den
Weiheakt an die seligste Jungfrau vorbeten, und du hast es getan, „so wie ein
Kind sich in die Arme seiner Mutter wirft und sie um ihren Obhut bittet.“
Gegrüsst…
7
Könnte ich doch diese deine Worte
über Maria zu den meinen machen:
“ Nie versäumt sie, mich zu
beschützen, sobald ich sie anrufe. Gerate ich in eine Sorge oder Verlegenheit,
so wende ich mich schnelle zu ihr, und
immer, als die zärtlichste der
Mütter, nimmt sie sich meiner Sache an.“
Gegrüsst…
8
Als du auf deiner Wallfahrt nach
Rom in Paris das Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Sieg besuchtest, erhieltest
du dort ausserordentliche Gnaden, und du vertrautest uns folgendes an: „Ich sah
ein, dass sie über mich wachte, dass ich ihr
Kind war. Daher konnte ich sie nur noch mit dem Namen „Mama“ anreden, denn er
erschien mir noch zärtlicher als der Name Mutter.“ Auch ich möchte künftig zu
Maria „Mama“ sagen.
Gegrüsst…
9
Schon als ganz kleines Kind riefst
du, wenn du allein die Treppe hinauf stiegst, auf jedem Tritt: „Mama! Mama!“
Erlange uns deine kindliche Liebe und lass uns bei unserem Aufstieg zum Himmel
immer wieder „Mama!“ rufen.
Gegrüsst…
10
Während deines ganzen Klosterlebens
bist du unter den Augen Mariens gewandelt, im Strahlen jenes Lächelns, das du
gesehen hattest, als du im Alter von zehn Jahren auf wunderbare Weise von ihr
geheilt worden warst. Hilf mir, gleich wie du unter den gütigen Augen Mariens
zu leben.
Ehre sei…
Heimsuchung
Liebe kleine Theresia, lass mich
mit dir, und im Namen aller Menschen, zu unserem Vater beten, zum Vater der
Barmherzigkeit, mit dem Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:
Vater unser…
1
Bevor du aus Gehorsam zur Feder
griffst, um die Geschichte deiner Seele zu schreiben, hattest du dich zu Füssen
der „Jungfrau vom Lächeln“ gekniet. Lass mich sie mit dir, liebe Theresia, von
Herzen grüssen:
Gegrüsst…
2
Du hast sie gebeten, deine Hand zu
führen, damit du auch nicht eine Zeile schriebest, die ihr nicht angenehm wäre.
Gleich am Anfang bekanntest du: “Ich will nur eines tun: Mit Singen anheben,
was ich in Ewigkeit immer neu singen soll – ‚die Erbarmungen des Herrn!!’ …
Gegrüsst…
3
Konnte es anders sein, da du dich
ganz jener geweiht hattest, die in ihrem Magnifikat die Erbarmungen des Herrn
singt?
Gegrüsst…
4
Nach dem Vorbild Mariens ist auch
deine Seele eine „singende Seele“, wie dein Beichtvater dir einmal gesagt hat.
Eine singende Seele ist eine Seele, die liebt. Singen heisst lieben!
Gegrüsst…
5
Lieben - aber wen? „Ich habe mich
vor allem bemüht. Gott zu lieben,
und indem ich ihn liebte, erkannte ich, dass sich meine Liebe nicht nur in
Worten äussern durfte, denn: „Nicht
jene, die zu mir sagen: Herr, Herr, werden ins Himmelreich eingehen, sondern
die den willen meines Vaters tun.“ (Mt 7,21)
Gegrüsst…
6
„Diesen Willen hat Jesus mehrfach
verkündet, ich müsste sagen, fast auf jeder Seite des Evangeliums: doch beim
letzten Abendmahl, im Bewusstsein, dass das Herz seiner Jünger noch glühender
brennt in Liebe zu Ihm, der sich ihnen soeben im unaussprechlichen Mysterium
seiner Eucharistie verschenkt hat, will ihnen dieser süsse Erlöser ein neues Gebot geben. Er spricht zu
ihnen mit unsagbarer Zärtlichkeit:
Ein neues Gebot gebe ich euch, liebet einander; und WIE ICH EUCH GELIEBT HABE, SO SOLLT AUCH IHR EINANDER
LIEBEN. Das Zeichen, an dem alle
erkennen sollen, dass ihr meine Jünger seid, ist, dass ihr euch gegenseitig
liebt.“ (Jh 13,34-35)
Gegrüsst…
7
Doch wie soll die Nächstenliebe
geübt werden?
In deinem Gedicht an Maria sagst
du:
Bei der heiligen Elisabeth,
Die deinen besuch empfing,
Lerne ich die brennende Liebe zu üben.
Gegrüsst…
8
Als du deine Schwester Céline das
Kapitel 58 des Propheten Jesaja kommentiertest, sagtest du, dass man den Seelen
gegenüber eine noch
viel grössere Liebe üben müsse als
den Körpern gegenüber: „Es gibt überall arme, schwache, kranke, bedrückte
Seelen… Nun nimm ihre Last auf dich. Lass die Versklavten frei, d.h. wenn
man vor dir von irgendeinem Fehler deiner Schwestern spricht, füge nichts dazu…
Lege geschickt ihre Vorzüge auf die Waage, denn manchmal ist es nicht
angemessen zu widersprechen, lass die
Versklavten frei und zerbrich alles, was die anderen belastet. Teile dein
Brot, d.h. gib von deinem Eigenen,
nimm sie in dein Haus auf, schone dich nicht, gib von deinen Gütern ab: deine Ruhe, deine freie Zeit jenen, die nicht
wissen, wohin sie sich zurückziehen können, jenen, die arm sind.“
Gegrüsst…
9
Wenn du den lieblosen Worten ein Ende machst, wenn du die
Ketten der versklavten Seelen zerreisst durch deine Milde und Freundlichkeit, wenn du den armen und
verlassenen Seelen von ganzem Herzen
hilfst, wirst du deine innere Gesundheit
wiedererlangen, deine Seele wird nicht mehr kraftlos darniederliegen… der Herr wird dich erhören, er wird dir
Ruhe verschaffen, aus der Finsternis wird dir ein Licht hervorbrechen und deine
Finsternis wird hell wie der Mittag, nicht dass die Finsternis verschwinden
wird, denn Prüfungen werden einer Seele nie erspart bleiben, aber deine Finsternis wird hell… und du
wirst Frieden und Freude haben, es wird dir stets ein Licht leuchten, mitten in
der inneren Nacht. Du wirst wie ein
bewässerter Garten, wie ein Brunnen, dessen Wasser nie versiegt, ein
Brunnen, aus dem alle Seelen, alle Wesen schöpfen, ohne dass es ihm abträglich
würde.“
Gegrüsst…
10
O Maria, hilf mir, wie du und die
kleine Theresia, die Erbarmungen des Herrn singen, indem ich meinem Mitmenschen
mit liebevollem Erbarmen begegne.
Ehre sei…
Die Geburt Jesu
Liebe kleine Theresia, ich bin so
glücklich, mit dir das Gebet der Kinder Gottes beten zu können:
Vater unser…
1
Deine Schwester Céline berichtet
uns, dass du eine ganz besondere Liebe zum Geheimnis der Krippe hattest. Hier
war der Ort, wo das Jesuskind dir all seine Geheimnisse über die Einfachheit und die Hingabe anvertraute.
Gegrüsst…
2
O Theresia, ich möchte so gerne
diese Geheimnisse kennen, aber vor allem möchte ich sie leben. Sind es nicht oft wir, die wir uns das Leben komplizieren?
Gegrüsst…
3
Bereits am Anfang der Geschichte
deiner Seele sagst du uns, was eine
einfache Seele ist, wenn du
schreibst:
„ Ich begriff, dass die Liebe
Unseres Herrn sich ebenso gut in der einfachsten Seele offenbart, die in nichts
seiner Gnade widersteht, wie in der erhabensten.“ In nichts der Gnade widerstehen… -
das ist es: Gott keine Wenn und Aber entgegensetzen, all unsere
Bedenken, Zweifel und Befürchtungen fallen lassen, wie jenes tapfere Mädchen,
das ins Kloster eintrat und einfach sagte: Warum nicht?
Gegrüsst…
4
Dann fährst du weiter: “ Das
eigentümliche der Liebe ist es, sich zu erniedrigen: wenn alle Seelen den
Heiligen Lehrern glichen, die die Kirche durch die Klarheit ihrer Lehren
erleuchteten, so schiene es, die Liebe Gottes stiege nicht tief genug herab,
wenn er in ihr Herz kommt;
Er hat aber auch das Kind
erschaffen, das nichts weiss und nur leise Schreie vernehmen lässt…“
Gegrüsst…
5
Doch Gott hat nicht nur das Kind
erschaffen, um sich noch tiefer zu neigen: Er ist selbst ein Kind geworden!
Gegrüsst…
6
Auf Weihnachtsbildchen, die du
selber maltest, schriebst du gerne folgende Worte des hl. Bernhard: „ Jesus,
wer hat dich so klein gemacht? – Die Liebe!“
Gegrüsst…
7
Du warst von den Herablassungen
Unseres Herrn so entzückt, dass du selber klein bleiben wolltest. Deine Freude
war es, dass Jesuskind lächeln zu machen, und du hast es gebeten, dir seine
Anmut und seine kindlichen Tugenden einzuprägen. Mit einem Wort: Du wolltest
Theresia vom Kinde Jesu sein.
Gegrüsst…
8
Diese kindlichen Tugenden, sind es
nicht Einfachheit, Vertrauen und Hingabe?
Gegrüsst…
9
Theresia, erzähl noch einmal, was
für eine Überraschung dir deine geliebte Schwester Céline einmal bereitet
hatte, als du von der Mitternachtsmasse nach Hause kamst: „Ich hatte in meinem
Zimmer in einer reizenden Schale ein kleines
Boot gefunden, in dem der kleine
Jesus mit einem kleinen Ball neben
sich schlief; auf das weisse Segel hatte Céline geschrieben: „Ich schlafe, doch
mein Herz wacht“, und auf dem Boot stand nur das eine Wort: „Hingabe!
Der kleine Ball, das warst du.
Hattest du dich nicht dem Jesuskind anerboten, sein kleines Spielzeug zu sein? Und das kleine Boot, das war dein Leben,
von dem du eines Tages sagen wirst: „ …jetzt leitet mich nur noch die Hingabe,
ich habe keinen anderen Kompass!... “
Gegrüsst…
10
„Jesus fordert keine grossen Taten,
sondern nur Hingabe und Dankbarkeit.“
Liebe kleine Theresia, ich fühle
mich so schwach und klein, unfähig und unwissend, dass ich in deinen Worten
eine grosse Stärkung finde. Ich weiss jetzt, was ich dem Jesuskind schenken
will: meine HINGABE, d.h. ein „grenzenloses Vertrauen“, und meinen DANK für
alles!
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Aufopferung Jesu im Tempel
Liebe
heilige Theresia vom Kinde Jesu, lass mich mit dir wiederum das Gebet der
Kinder Gottes sprechen, jenes Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:
Vater
unser…
1
Dem
mosaischen Gesetz gehorchend, begibt sich Maria in den Tempel, um dort ihren
Erstgeborenen aufzuopfern. Was dich an dieser Szene besonders gerührte, war die
Demut der Mutter Gottes:
Ich liebe dich, wenn du dich
Unter die anderen Freuen mischst,
Die ihre Schritte zum heiligen Tempel hin
lenken…
Liebe
kleine Theresia, erlange uns, dass wir nicht ins Privileg ausweichen, keine
Vorteile für uns suchen, sondern mit all unseren Mitmenschen solidarisch leben,
es nicht besser haben wollen als sie.
Gegrüsst…
2
Mit
Maria opferst du im „Weiheakt an die Barmherzige Liebe“ Jesus mit all seinen
Verdiensten dem himmlischen Vater auf, denn seine Verdienste gehören uns!
„Da
du mich so sehr geliebt hast, dass du mir deinen einzigen Sohn gabst, auf dass
er mein Erlöser und mein Bräutigam sei, so sind auch die unendlichen Schätze
seiner Verdienste mein, freudig bringe ich sie dir dar…“
Gegrüsst…
3
Und
du fährst weiter: “Ich bringe dir ferner dar alle Verdienste der Heiligen,
derer im Himmel und derer auf Erden, ihre Liebesakte
und die der heiligen Engel…“
Gegrüsst…
4
„…
endlich biete ich dir an, o glückselige Dreifaltigkeit! die Liebe und die Verdienste der Heiligen Jungfrau, meiner geliebten Mutter, ihr überlasse ich
meine Opfergabe mit der Bitte, sie dir vorzustellen.“
Gegrüsst…
5
Was
dich betrifft, liebe kleine Theresia, so hast du zu Jesus gesagt: „Ich will
keine Verdienste für den Himmel anhäufen, ich will einzig um deiner Liebe willen
arbeiten, in der alleinigen Absicht, dich zu erfreuen, dein heiligstes Herz zu
trösten und Seelen, die dich ewig lieben werden, zu retten.“ Erlange uns deine
Herzensverfassung!
6
„Ach!
Fühlten doch alle schwachen und unvollkommenen Seelen, was die kleinste aller
Seelen empfindet, die Seele ihrer kleinen Therese; so würde keine einzige daran
verzweifeln, den Gipfel des Berges der Liebe zu erreichen, denn Jesus fordert
keine grossen Taten, sondern nur Hingabe und Dankbarkeit…“ Welch ermutigende
Worte! Schwach und unvollkommen, das bin ich. Den Gipfel des Berges der Liebe
erreichen, das will ich. Das soll möglich sein? Auch für mich? Du sagst mir:
Ja! Jesus will nur Hingabe und Dankbarkeit. O hl. Theresia, erlange mir die
Gnade der Hingabe und der Dankbarkeit!
Gegrüsst…
7
HINGABE
– ich will mich hingeben. Sag mir aber, kleine Theresia: Was heisst das? Es ist
die „Hingabe des kleinen Kindes, das
ohne Angst in den Armen seines Vaters einschläft…“
O
Maria, ich will mich wie das Jesuskind in deine Arme legen, wohl wissend, dass
durch deine mütterlichen Arme der himmlische Vater mich in seinen Armen hält.
Gegrüsst…
8
Und worin besteht die DANKBARKEIT?
Ist sie nicht im tiefsten unsere Antwort auf Gottes Liebe? Diese Antwort aber
kann nichts anderes sein als wiederum Liebe: „O Jesus, ich weiss, Liebe wird
nur durch Liebe bezahlt, so suchte und fand ich das Mittel, um mein Herz zu
erleichtern, indem ich Liebe durch Liebe vergelte.“
Heilige Theresia, erlange mir auf
die Fürsprache Mariens die LIEBE.
Gegrüsst…
9
Maria bringt Jesus, das makellose
Opfer der Liebe, im Tempel dar, Ihn, der sich auf dem Kreuzesholz FÜR UNS
dahingeben wird. Und du, kleine Theresia, du möchtest diese Liebe mit Liebe
vergelten, indem du dich deinerseits der Liebe als Opfer hingibst.
„Ich bin nur ein Kind, ein
schwaches, ohnmächtiges, aber gerade meine Ohnmacht verleiht mir die Kühnheit,
mich deiner Liebe, o Jesus, als Opfer
anzubieten!“
Theresia, da es deine Ohnmacht und
Schwäche sind, die dir diese Kühnheit verleihen, um wie viel mehr müsste ich es
wagen, mich der Liebe als Liebesopfer darzubringen, da ich noch viel
ohnmächtiger und schwächer bin als du! Erlange mir durch Maria diese Kühnheit!
Gegrüsst…
10
O mein Gott, so schwach und sündig
ich bin, will ich mich wie die heilige Theresia deiner BARMHERZIGEN LIEBE
weihen und bitte dich, „mich unablässig zu verzehren, die Ströme unendlicher Zärtlichkeit, die in dir
beschlossen sind, in meine Seele überfliessen zu lassen…
Möge dieses Martyrium, nachdem es
mich vorbereitet hat, vor dir zu erscheinen, mir endlich den Tod geben, und
meine Seele sich ohne Verzug aufschwingen in die ewige Umarmung Deiner Barmherzigen Liebe…
Ich will, o mein Vielgeliebter, mit jedem Schlage meines
Herzens dir diese Weihe erneuern unzählige Male, bis dass, wenn die Schatten
geschwunden sind, ich dir in einem Ewigen
Angesicht-zu-Angesicht meine Liebe
beteuern darf!...“
Gegrüsst…
Ehre sei…
Jesus wird im Tempel wiedergefunden
Liebe kleine Theresia, Papst
Johannes Paul II. hat von dir gesagt, der Geist Gottes habe deinem Herzen
gestattet, gerade den Menschen unserer Zeit das Grundgeheimnis, die
Grundwirklichkeit des Evangeliums zu offenbaren, nämlich dass wir wirklich „den
Geist empfangen haben, der uns zu Kindern macht, den Geist, in dem wir rufen:
Abba, Vater!“ (Röm 8,15) Lass mich in diesem Geist mit dir und im Namen aller
Kinder Gottes beten:
Vater unser…
1
Das Geheimnis des Wiederfindens
Jesu im Tempel, hat dich ganz besonders beeindruckt: Maria, die das unfassbare
Glück hatte, Jesus bei sich zu haben, musste eine Zeitlang dieser Tröstung
beraubt werden, um der Stern all jener zu werden, die Gott in der Dunkelheit
des reinen Glaubens suchen müssen.
Gegrüsst…
2
Das ist es, was du in deinem
Gedicht „Warum ich dich liebe, Maria“ folgendermassen besingst:
Im Lande Ägypten, so scheint mir, Maria, bleibt dein Herz
Inmitten der Armut doch fröhlich;
Ist
denn nicht Jesus die schönste Heimat?
Was bedeutet dir schon die Verbannung!
Du besitzest ja den Himmel!
Aber in Jerusalem überflutet dein Herz
sofort
Eine bittere Traurigkeit wie ein weites
Meer:
Drei Tage lang verbirgt sich Jesus deiner
Zärtlichkeit.
Ja, das ist nun gewiss die Verbannung in
all ihrer Härte!...
Gegrüsst…
3
Fast
zwei Jahre vor deinem Tod hast du selber die schreckliche Prüfung
des Glaubensdunkels gekannt, ohne
jedoch in deiner Gottesliebe nachzulassen. Damals hast du verstanden, was
dieses Geheimnis uns lehren will:
Jetzt verstehe ich das Geheimnis
des Ereignisses im Tempel, verstehe, was mein liebenswürdiger König
geheimnisvoll sagen wollte.
Mutter, dieses Kind voll Güte
möchte, dass du für die Seele, die in der Nacht des Glaubens sucht, Vorbild
seiest.
Gegrüsst…
4
Die Frucht dieser grossen Prüfung
Mariens ist das Glück, das im Leiden verborgen liegt:
Da der König des Himmels gewollt hat, dass seine Mutter
Der Nacht unterworfen war und der Angst des Herzens -
Ist es denn nicht ein hohes Gut, auf Erden zu leiden?
O ja! In
Liebe leiden, das ist das lauterste Glück!...
Gegrüsst…
5
Wir
hätten so gerne ein Leben ohne Schwierigkeiten und Leiden und möchten fortwährend
himmlische Tröstungen geniessen.
O
Theresia, hilf uns zu verstehen, dass Prüfungen, ja all die kleinen
Ärgerlichkeiten einfach zu unserem Leben gehören und dass wir sie demnach nie
als Hindernisse für unser christliches Leben betrachten dürfen.
6
Ja,
Prüfungen und Leiden sollten uns nicht aus der Fassung bringen, sie gehören zu
jedem Leben. Mehr noch: auch sie sind zu unserem Heil bestimmt. „Es ist wahr“,
schreibst du an deine Schwester Pauline, „dass in keinem Kelch der
Wermutstropfen fehlt, aber ich finde, dass uns die Prüfungen eine grosse Hilfe
sind, um uns vom Irdischen zu lösen, sie lassen uns höher blicken als diese
Welt.“ – Theresia, erlange uns die Gnade der inneren Freiheit!
Gegrüsst…
7
Wie
du uns daran erinnerst, ist uns Maria, unsere Mutter, auf dem Weg der Prüfungen
vorausgegangen. Dürfen wir uns da einen angenehmeren Weg wünschen?
Gegrüsst…
8
Maria
wollte es nicht besser haben als die Armen:
Ich weiss, Mutter voll der Gnaden, dass du
ganz arm
In Nazaret lebtest und nichts weiter verlangtest:
Keinerlei
Verzückungen, Wunder und Ekstasen
Verschönten dein Leben, du
Königin der Auserwählten!...
Gegrüsst…
9
Wie du in deinem Gedicht an Maria
immer wieder hervorhebst, ist sie den „gewöhnlichen Weg“ gegangen und möchte
uns auf dem „gewöhnlichen Weg“ zum Himmel führen:
Die Zahl der Kleinen ist so gross auf Erden;
Sie können ohne Zittern zu dir die Augen erheben,
Weil es dir gefiel, du unvergleichliche Mutter auf dem
Gewöhnlichen Weg zu gehen, um
sie zum Himmel zu führen.
Gegrüsst…
10
Der „gewöhnliche Weg“, das ist dein
„kleiner Weg“, der in nichts anderem besteht, als seine täglichen Pflichten mit
Liebe zu erfüllen, alles aus der Hand Gottes anzunehmen, seinen Nächsten zu
lieben, wie Jesus uns geliebt hat, vertrauend
und hingegeben wie ein kleines
Kind.
Gegrüsst…
Ehre sei…
Jesus in Getsemani
„Abba, Papa, alles ist dir möglich.
Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst soll
geschehen.“ (Mk 14,36)
Im Augenblick seiner grössten
Seelennot lässt uns Jesus einen Blick in das Innerste seines Herzens tun: Jesus
ruft seinen Vater „Abba“, „Papa“.
Jesu kindliches Verhältnis zum
Vater muss uns Vorbild sein. Das hast du
uns gezeigt, liebe kleine Theresia.
So will ich denn mit dir in diesem Geist der Kindschaft zum Vater beten:
Vater unser…
1
Mit dir, heilige Theresia, wage ich
es, jenen Garten zu betreten, dessen Name alle schon schaudern lässt:
GETSEMANI… Jesus, zu Tode betrübt, von der Last unserer Sünden zu Boden
geworfen, schwitzt Blut und ringt darum, dass der Kelch des Leidens an ihm
vorübergehe… Wie furchtbar muss die Sünde sein!... Das Bewusstsein dieses
Schreckens der Sünde liess dich zu Jesus sagen: „Die einzige Gnade, die ich von
dir erbitte, ist, dich nie zu beleidigen! “
Maria, das einzige Geschöpf, das
Gott nie beleidigt hat, möge uns die Gnade erlangen, jede Beleidigung Gottes zu
erkennen und zu verabscheuen.
Gegrüsst…
2
Was Gott verletzt, ist nicht unser
Ungehorsam seiner unendlichen Majestät gegenüber, sondern der Schaden, den wir
durch die Sünde uns selbst zufügen. Gott will uns der Sünde entreissen, weil er
uns liebt. Diese Befreiung wird uns vor allem im Sakrament der Versöhnung
geschenkt: „Als ich den Beichtstuhl verliess, war mir so selig und leicht
zumute, dass ich nie zuvor soviel Freude in meiner Seele verspürt hatte“,
erzählst du uns von deiner ersten Beichte, und du erinnerst dich, dass der
erste Zuspruch, den du erhieltst, dich besonders zur Verehrung der Muttergottes
aufforderte, worauf du dir vornahmst, sie doppelt zärtlich zu lieben.
Möge Maria, welche die Kirche
„Zuflucht der Sünder“ nennt, uns die Gnade erbitten, immer wieder im Sakrament
der Versöhnung die Befreiung von unseren Sünden zu suchen.
Gegrüsst…
3
Von der Beichte sagst du: „… es
war, jedes Mal wenn ich hinging, ein wahres Fest für mich.“ Du hast
vorausgespürt, was die Liturgiereform erneut zum Bewusstsein brachte, dass es
nämlich bei der Beichte nicht in erster Linie darum geht, sich vor einen
Richterstuhl zu stellen und sich einem Strafverfahren zu unterziehen, sondern
sich reuevoll in die Arme des Vaters zu werfen und seine Güte und
Barmherzigkeit zu feiern. Hilf uns, den festlichen Charakter des Sakramentes
der Versöhnung wieder zu entdecken und es öfter und mit Freude zu empfangen.
Gegrüsst…
4
Nach der „Gnade von Weihnachten“
des Jahres 1886, schreibst du: „Ich spürte ein grosses Verlangen, an der
Bekehrung der Sünder zu arbeiten.“ Weil du dich der Liebe Gottes geöffnet hast,
ist dein Verlangen, an der Bekehrung der Sünder zu arbeiten, ständig gewachsen.
Möge auch in mir dieses Verlangen immer grösser werden.
Gegrüsst…
5
Das Gebet für die Bekehrung der
Sünder, zu denen auch wir zählen, wird erhört. Das zeigt uns der Fall „deines
Sünders“ auf ergreifende Art: Pranzini, dieser dreifache Mörder, für dessen
Bekehrung du gebetet und geopfert hast,
dreht sich vor seiner Hinrichtung plötzlich um, ergreift das Kruzifix, das ihm
der Priester reicht und küsst dreimal die heiligen Wunden. Möge uns dieses
Beispiel ermutigen, selbst für die verhärtetsten Sünder zu beten und zu opfern.
Gegrüsst…
6
Theresia, auch du hattest deine
Ölbergstunden: Als du mit 15 Jahren in den Karmel einzutreten wünschtest,
tauchte dich der Widerstand deines Onkels in tiefste Bitternis: „…es war Nacht, tiefe Nacht der Seele… wie Jesus
im Garten der Todesangst fühlte ich mich einsam,
ich fand keinen Trost, weder auf Erden noch vom Himmel her, der liebe Gott
schien mich verlassen zu haben!!! …“
Mit Maria, der Mutter der
Schmerzen, beten wir für alle jene, die sich einsam und ohne Trost fühlen, dass
sie nicht verzweifeln, sondern ausharren in ihrer Prüfung.
Gegrüsst…
7
In einem Brief an einen deiner geistlichen Brüder
schreibst du: „Unser Herr verlangt nie
ein Opfer, das unsere Kräfte übersteigt… doch wenn er das Opfer des Teuersten
in dieser Welt verlangt, ist es ohne
eine besondere Gnade nicht zu verhindern, dass auch wir wie Er im Garten der
Todesangst ausrufen: Mein Vater, lass diesen Kelch an mir vorübergehen…“
Beten wir für jene, die sich im
Anblick einer bevorstehenden schmerzhaften Prüfung ängstigen.
Gegrüsst…
9
Ja, liebe Theresia, mögen wir in
unserem Leiden doch nie vergessen, was du deinem kleinen geistlichen Bruder
geschrieben hast:
„Ihr Anteil ist wirklich schön,
denn der Herr hat ihn für sich erwählt und hat als erster seine Lippen an den
Kelch gesetzt, den Er Ihnen reicht.“
Gegrüsst…
10
Warum hat Jesus als Anteil das
Leiden erwählt? Um uns die Grösse seiner Liebe zu zeigen. Auch du, liebe
Theresia, bist dem Leiden nicht ausgewichen: es war auch für dich ein
unvergleichliches Mittel, um deine Liebe zu zeigen.
Bitten wir Maria, dass wir wie du
ausrufen können: „Ja, das Leiden streckte seine Arme nach mir aus, und ich warf
mich mit Liebe hinein…“
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Geisselung Jesu
Nicht der Vater ist es, der das
Leiden seines vielgeliebten Sohnes „gefordert“ hat, sondern die Sendung, die
der Sohn freiwillig angenommen hatte, führte ihn ins Leiden. Voll Dankbarkeit
wollen wir uns an diesen unendlich guten Vater wenden, der uns so sehr liebte,
dass er sogar das Leiden und den Kreuzestod seines vielgeliebten Sohnes in Kauf
nahm und mit ihm litt.
Vater unser…
1
„Wie du, mein Angebeteter
Bräutigam, möchte ich gegeisselt und gekreuzigt werden…“ – In diesen Worten,
liebe Theresia, höre ich die Stimme der
Liebe, die es nicht ertragen kann, dass der Geliebte allein leidet.
Gegrüsst…
2
Die Freuden und Leiden des
Geliebten teilen zu wollen, ist ein Grundzug der wahren Liebe.
Gegrüsst…
3
Was mich betrifft, so möchte ich
Jesus wohl lieben, aber ohne gegeisselt zu werden…
Gegrüsst…
4
Das aber ist nicht möglich, denn
die Liebe will mit dem Geliebten eins sein. – Jesus ist gegeisselt worden, so
muss auch ich wenigstens mit Jesus leiden wollen,
wenn ich ihn wirklich liebe.
Gegrüsst…
5
„Ich fühlte in meinem Herzen ein grosses Verlangen nach dem Leiden erwachen…“
Liebe ist Gemeinschaft, ist
Communio, daher ist es nicht zufällig, dass dieses merkwürdige Verlangen nach
dem Empfang Jesu in der heiligen Kommunion in dir erwachte.
Gegrüsst…
6
Das war gewiss das Verlangen Jesu,
der bis in die tiefste Tiefe unseres Leidens herabsteigen wollte, um uns nicht
allein leiden zu lassen. In der Tat, kann man
sich etwas Schrecklicheres denken, als allein leiden zu müssen?
Gegrüsst…
7
Das heisst also: Noch bevor wir den
Wunsch gehabt hatten, Jesus nicht allein
leiden zu lassen, hat er denselben Wunsch uns gegenüber gehabt!...
O Zuvorkommenheit unseres Gottes!
Er hat uns zuerst geliebt, und unsere Liebe ist nur Antwort auf Seine Liebe!
Gegrüsst…
8
Wie sollte uns diese Entdeckung
nicht ermutigen, Liebe mit Liebe zu vergelten, die Leiden Jesu wirklich mit ihm
teilen zu wollen, so wie du es wolltest, liebe kleine Theresia!
Gegrüsst…
9
Kurz vor deinem Tod hast du diese
bedeutsamen Worte gesprochen:
„Ich fühle, meine Sendung wird
nunmehr beginn den, meine Sendung, andere den lieben Gott so lieben zu lehren,
wie ich ihn liebe.“
Heilige Theresia, erfülle deine
Sendung an mir: Lehre mich Jesus so lieben, wie du ihn geliebt hast!
Gegrüsst…
10
„Um Braut Jesu zu sein, muss, man ihm ähnlich sein. Jesus
blutet…“
Jesus hat sich geisseln lassen.
Wenn ich in meinem Leben „Hiebe“ empfange: Vorwürfe, verletzende Bemerkungen,
Demütigungen, Enttäuschungen…dann erinnere mich, Theresia, an die Geisselhiebe,
die Jesus aus Liebe zu mir ertragen hat!
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Dornenkrönung Jesu
Liebe kleine Theresia, als einmal
deine Schwester Céline in deine Zelle trat und dich beim Nähen in tiefer
Betrachtung versunken fand, fragte sie dich, woran du dächtest. Da antwortetest
du: “Ich betrachte das Vater-unser. Es ist so süss, den lieben Gott unseren Vater zu nennen!...“ – und
Tränen sollen in deinen Augen geglänzt haben. O lass mich mit dir in kindlicher
Liebe beten:
Vater unser…
1
Als du am Ende deiner ersten
Aufzeichnungen die „Tage der Gnaden“ aufschriebst, „die der Herr seiner kleinen
Braut gewährt hatte“, zeichnetest du „die Wappen von Jesus und Theresia“. Diese
Wappen sind mit einer Dornenkrone verbunden.
Darüber möchte ich nun mit dir, zu
Maria betend, nachdenken:
Gegrüsst…
2
Eine Dornenkrone – was für ein
merkwürdiger Gegenstand! Dient eine Krone nicht dazu, jemanden zu ehren, indem
man seine Würde und Hoheit anerkennt? Kann sie daher nicht kostbar und schön
genug sein?
Aber eine Krone aus Dornen – welch
ein Widerspruch!
Gegrüsst…
3
Eine Dornenkrone – das ist
grausamer Spott!
Gegrüsst…
4
Zielscheibe dieser grausamen
Verspottung ist … Jesus, der König des Universums, Gott selbst!
Gegrüsst…
5
Und derjenige, der diesen
schändlichsten, grausamsten Spott treibt, ist … der Mensch!
Gegrüsst…
6
Doch das Unfasslichste: Es ist aus
Liebe zum Urheber dieser Schandtat,
dass der König des Alls sich diesem
demütigenden, grausamen Spiel ausliefert! Mit dir, heilige Theresia, möchte ich
ausrufen: „O Jesus! Lass mich im Überschwang meiner Dankbarkeit, lass mich dir
sagen, dass „deine Liebe bis zur Torheit
geht…“
Gegrüsst…
7
„Wie flöge denn, sag mir,
angesichts dieser Torheit mein Herz dir nicht entgegen?“
Gegrüsst…
8
„Wie sollte mein Vertrauen Grenzen
kennen?“
Gegrüsst…
9
„Leiden und verachtet werden!
Welche Bitternis, und doch welch eine Glorie! Das ist der Wahlspruch der
Unsterblichen Lilie!“ hattest du deiner geliebten Schwester Céline geschrieben.
So geben sich heilige Seelen Mut in ihren Prüfungen und Leiden.
Gegrüsst…
10
Wir
sind für die Glorie geboren, aber für die wahre Glorie:
„Bald liess mich der liebe Gott
erfassen, dass die wahre Glorie die ist , die ewig dauert, und dass es, um
dahin zu gelangen, nicht nötig ist, glänzende Taten zu vollbringen, sondern
sich zu verbergen und die Tugenden zu üben, so dass die linke Hand nicht weiss,
was die rechte tut…“
Liebe heilige Theresia, hilf mir,
so die ewige Glorie vorzubereiten, dass ich nie Bewunderung, Hochschätzung und
Dank bei den Menschen suche, sondern mich um Gerechtigkeit und Liebe bemühe und
stets in Demut und Bescheidenheit vor Gott wandle.
Gegrüsst…
Ehre sei…
Jesus trägt das schwere Kreuz für uns
Mit dir, Theresia, will ich zu
unserem Vater im Himmel beten. Als Vater von uns allen, ist er nicht in
besonderer Weise Vater jener, die leiden?
Vater unser…
1
Ich möchte die Worte überdenken,
die du deiner Schwester Céline geschrieben hast, als euch die Krankheit eures
lieben Papas in grosse Kümmernis stürzte.
„Ja, Geliebte meines Herzens, Jesus
ist da mit seinem Kreuz!“
Gegrüsst…
2
„Jesus ist da mit seinem Kreuz!“ –
Mögen diese so tröstlichen Worte jeden leidenden Menschen erreichen und ihm
sagen: Hab Mut! Du leidest nicht allein! Jesus trägt dein Leiden mit dir – aus
Liebe zu dir…
Gegrüsst…
3
„Warum fürchtest du, dieses Kreuz
nicht tragen zu können, ohne schwach zu werden? Jesus ist auf dem Weg nach
Kalvaria dreimal zu
Boden gestürzt, und du, armes, kleines Kind,
du wärest deinem Bräutigam nicht ähnlich, du möchtest, wenn nötig, nicht 100mal
fallen, um ihm deine Liebe zu zeigen und dich mit noch mehr Kraft als vor dem
Fall wieder erheben! ...“
Gegrüsst…
4
„ …um ihm deine Liebe zu zeigen“ –
hier ist das Geheimnis gelüftet. Wer liebt, hat auch den Wunsch, für den Geliebten etwas zu leiden. Danke, liebe kleine
Theresia, uns in deine Geheimnisse einzuweihen, die alles Geheimnisse der Liebe
sind…
Gegrüsst…
5
Die Liebe macht grossmütig: „Jesus
hat mir kein empfindungsloses Herz gegeben, und gerade weil es leidensfähig
ist, möchte ich, dass es Jesus alles gibt, was es geben kann.“
Erlange auch mir diese Grossmut,
Theresia…
Gegrüsst…
6
Du selber bist schon als Kind dem
Kreuz begegnet: Mit viereinhalb Jahren verlorst du deine Mutter, und mit neun
Jahren „verlorst“ du durch ihren eintritt in den Karmel deine Schwester
Pauline, die du zur zweiten Mutter erwählt hattest: „In einem Augenblick
begriff ich, was das Leben ist, bis anhin war es mir nicht so traurig
erschienen, aber es zeigte sich mir in seiner ganzen Wirklichkeit, ich sah,
dass es nur Leid ist und beständige Trennung. Ich vergoss gar bittere Tränen,
denn ich verstand noch nicht die Freude,
die im Opfer liegt…“
Gegrüsst…
7
„ die Freude, die im Opfer liegt…“ – Wie ist das möglich, Theresia? Kann
das Leiden Quelle der Freude sein? Natürlich nicht. Nicht aus dem Leiden
erwuchs dir die Freude, sondern aus der Liebe,
mit der du deine Leiden aufopfertest, aus deiner Liebe zu Jesus.
Gegrüsst…
8
Auf eines der Bildchen, die du
selber gemalt hast, schriebst du die Worte: “ Oh! Wie süss ist es mit Jesus und
für Jesus zu leiden!“ – Theresia, erinnere mich an diese Worte, wenn ich zu
leiden habe…
Gegrüsst…
9
Deine Freude war es, Jesus zu
lieben, ihm durch kleine Opfer „Blumen zu streuen“.
„Ja, mein Vielgeliebter, auf diese
Weise wird sich mein Leben verzehren… ich habe kein anderes Mittel, dir meine
Liebe zu beweisen, als Blumen zu streuen, das heisst, ich will mir kein
einziges kleines Opfer entgehen lassen, keinen Blick, kein Wort, will die
geringfügigsten Handlungen benutzen und
sie aus Liebe tun…“
Wie du, Theresia, so möchte auch
ich Jesus meine Liebe durch kleine Opfer zeigen!
Gegrüsst…
10
Wie du und mit dir möchte ich
dieses „kleine Kind“ sein, das „Blumen
streuen wird, mit ihrem Duft den
königlichen Thron einhüllt und mit seiner silberhellen Stimme das Hohelied der Liebe singen wird…“
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Kreuzigung Jesu
Liebe kleine Theresia, lass mich
mit dir die Unermesslichkeit der LIEBE des Vaters betrachten, der „die Welt so
sehr geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16).
Vater unser…
1
Wie der heilige Paulus, so warst
auch du im tiefsten deines Herzens getroffen von der LIEBE, die Jesus durch
seinen Tod am Kreuz uns bewiesen hat. „Er hat sich für mich hingegeben“,
schreibt der heilige Paulus im Galaterbrief, und man spürt die Gemütsbewegung,
die in ihm aufsteigt. Mit ähnlichen Worten beginnst du das Lied, das du Sr.
Maria von der Dreifaltigkeit und dem Heiligen Antlitz gewidmet hast:
In Deiner Liebe, als du auf Erden in der Verbannung weiltest,
Hast du, göttlicher Jesus, Dich für mich geopfert.
Gegrüsst…
2
Um auf diese Liebe zu antworten,
wolltest du das für Ihn tun, was Er für dich tat:
Mein Vielgeliebter, nimm mein Leben vollständig hin!
Ich will leiden, ich will sterben für dich!
Gegrüsst…
3
Herr, Du hast es uns selbst
gesagt:
„Nichts Grösseres kann man tun
Als sterben für jene, die man liebt.“
Und meine höchste Liebe,
Jesus, das bist Du!
Gegrüsst…
4
Das Martyrium war dein Traum von
Jugend auf, Theresia…
O wie weit bin ich noch davon
entfernt, vom Martyrium zu träumen!
- und doch ist es dies, wovon die
grossen Liebhaber Jesu träumen…
Gegrüsst…
5
Das Leiden, der Schrecken der
Menschen, erschreckte dich nicht, denn es verwies dich auf das Leiden Jesu. Er
hat so viel aus Liebe zu uns gelitten.
Sollten wir da nicht auch etwas aus Liebe zu Ihm ertragen?
Jetzt verstehe ich, warum du
schreiben konntest: „Das Leiden streckte seine Arme nach mir aus, und ich warf
mich mit Liebe hinein…“ Diese Arme des Leidens, das sind die Arme des
gekreuzigten Jesus. O Theresia, erlange auch mir die Gnade, im Leiden den
gekreuzigten Jesus zu umarmen!
Gegrüsst…
6
Du gehst jedoch noch weiter: Leiden
wird dir zur Freude.
„Gibt es eine grössere Freude, als für deine Liebe zu leiden?“
rufst du voll Kühnheit aus.
O Theresia, wenn unsere Liebe zu
Jesus doch grösser wäre!
Du wolltest uns lehren, Gott so zu
lieben, wie du ihn geliebt hast.
Erbitte uns deine Liebe!
Gegrüsst…
7
Für die LIEBE wird alles
Gelegenheit zu lieben – selbst das Leiden, ja allem voran das Leiden, da es
frei ist von jeder Selbstsucht. So schreckst du nicht davor zurück, das Leiden
„den kostbarsten Schatz“ zu nennen. Doch lass mich immer daran denken, dass es
einzig die LIEBE ist, die dem Leiden Wert verleihen kann.
Gegrüsst…
8
Wahrlich, nur die LIEBE kann aus
dem Leiden ein Gutes ziehen, sei es, dass sie das Leiden beseitigt, sei es dass
sie das Leiden mildert, sei es, dass sie das Leiden annimmt als Mittel der
Reinigung, sei es, dass sie es erträgt als Sühne, sei es, dass sie es mit Jesus
auf sich nimmt zum Heil der Welt.
Gegrüsst…
9
Aber ach, ich fühle nur allzu sehr,
wie schwach ich bin! Die kleinste Widerwärtigkeit bringt mich durcheinander und
lässt mich den Mut verlieren. Doch weiss ich, dass gerade diese äusserste
Schwäche mich nicht mutlos machen darf. Ich denke an die Worte, die du einst an
Jesus gerichtet hast und die mir immer wieder neuen Mut geben sollten:
„O Jesus! Könnte ich doch allen kleinen Seelen sagen, wie
unaussprechlich deine Herablassung ist… ich fühle, wenn du eine schwächere,
eine kleinere Seele fändest als die meine, was zwar unmöglich scheint, so
hättest du dein Wohlgefallen daran, sie mit noch grösseren Gnaden zu
überhäufen, wenn sie sich nur mit vollem Vertrauen deiner unendlichen Barmherzigkeit
überliesse.“
Gegrüsst…
10
O Jesus, der du aus Liebe zu mir am
Kreuz gestorben bist, ich übergebe mich voll Vertrauen deiner unendlichen
Barmherzigkeit…
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Auferstehung Jesu
Mit dir, liebe heilige Theresia,
möchte ich mich in jene mächtige Bewegung zum Vater hineinbegeben, die das
Ostergeheimnis Christi ausmacht, und mit dir zu dem beten, den der
Auferstandene vor Maria Magdalene „meinen und euren Vater“ genannt hat:
Vater unser…
1
Du hast das Ostergeheimnis vor
allem mit Maria Magdalena betrachtet.
Lass mich dabei sein. Ich möchte so
gerne von derselben Liebe zu Jesus entflammt werden, wie du und Maria Magdalena
es waren. Mit euch will ich Maria grüssen:
Gegrüsst…
2
Am Heiligen Grab, als Maria Magdalena
Ihren Jesus suchte, beugte sie sich unter Tränen nieder. Der Engel wollte ihre Pein lindern.
Doch nichts konnte ihren Schmerz besänftigen. Nicht ihr wart es, ihr leuchtenden Engel,
was diese Feuerseele zu suchen kam:
Sie wollte den Herrn der Engel schauen,
Ihn in die Arme nehmen und weit forttragen…
Theresia, auch ich möchte eine Feuerseele werden, die nicht die
Jugendzeit betrauert, und nicht über die Vergänglichkeit der Zeit klagt,
sondern eine, die den Herrn sehen will.
Gegrüsst…
3
In diesem selben Gedicht an das
heiligste Herz Jesu sagst du uns, mit welcher Inbrunst du eines Tages Gott in
der Natur zu sehen begehrtest:
Eines Tages, o mein Gott, wollte ich wie Magdalena
Dich sehen, mich dir nähern.
Mein Blick tauchte ein in die unendliche Weite,
In der ich nach dem Meister und König inständig suchte.
Doch als ich nur die klare Welle, den gestirnten Himmel, die
Blumen und Vögel sah, rief ich aus:
„Wenn ich Gott nicht sehe, glänzende Natur,
Bist du mir nichts als ein riesiges Grab.“
O Theresia, möchte doch auch mein
Herz von dem einzigen Verlangen nach Gott brennen! Miteinander lass uns zu
jener beten, deren Herz nichts anderes war als dieses eine Verlangen:
Gegrüsst…
4
Mit der Einfachheit und Lauterkeit
eines Kindes sagst du, was dein Herz begehrt:
Ich brauche ein Herz, das von Zärtlichkeit brennt,
Das meine Stütze bleibt ohne Zurück
Das alles in mir liebt, selbst meine Schwäche,
Das weder bei Tag noch bei Nacht mich verlässt.
Das wünscht auch mein Herz. Das
wünscht jedes Menschenherz, denn es wurde für eine solche Liebe geschaffen.
Bringen wir diesen Herzenswunsch vor unsere Mutter!
Gegrüsst…
5
Ich habe kein Geschöpf finden können,
Das mich immer liebte, ohne je zu sterben.
Ich brauche einen Gott, der meine Natur annimmt,
Der mein Bruder wird und leiden kann.
Dieser Gott existiert! Das ist
unser Gott! Das ist Jesus, der unsere Natur angenommen hat aus jener, die ich
mit dir jetzt grüssen möchte:
Gegrüsst…
6
Theresia, du hast den Auferstandenen
nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen wie Magdalena, aber du bist dir seiner
Gegenwart gewiss. Dir gilt das Wort, das der auferstandene Jesus zu Thomas
gesprochen hat „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Jh 20,29)
Erbitte uns einen
unerschütterlichen Glauben!
Gegrüsst…
7
„In den so fröhlichen Tagen der
Osterzeit liess Jesus mich fühlen, dass es tatsächlich Seelen gibt, die den
Glauben nicht haben… Er liess zu, dass dichteste Finsternisse in meine Seele
eindrangen und der mir so süsse Gedanke an den Himmel bloss noch ein Anlass zu
Kampf und Qual war…“
Beten wir für jene, die nicht an
den „König der Heimat mit der strahlenden Sonne“ glauben, der „gekommen ist, um
33 Jahre im Land der Finsternis zu leben.“
Gegrüsst…
8
„Dein Kind aber, o Herr, hat dein
göttliches Licht erkannt, es bittet dich um Verzeihung für seine Brüder, es ist
bereit, das Brot der Schmerzen zu essen, solange du willst, und es will sich
von diesem mit Bitternis beladenen Tisch, an dem die armen Sünder essen, nicht mehr
erheben vor dem durch dich bezeichneten Tag…“ – Liebe kleine Theresia, du hast
diese furchtbare Prüfung aus Liebe zu den armen Ungläubigen angenommen. Ich
danke dir im Namen all jener, die an diesem mit Bitternis beladenen Tisch des
Unglaubens gegessen haben und dank
deinem Opfer schliesslich das Licht
in sich aufnahmen.
Gegrüsst…
9
„Es ist so süss, dem lieben Gott in
der Nacht der Prüfung zu dienen. Wir haben nur dieses Leben, um aus dem Glauben
zu leben…“ In der Tat, ist es nicht eine besondere Gnade, Gott unsere Liebe
durch unseren Glauben zeigen zu dürfen? O Theresia, erinnere an diese Wahrheit
all jene, die Glaubensschwierigkeiten haben.
Gegrüsst…
10
Theresia, lass mich mit deinen
Worten dem auferstandenen Heiland sagen:
Im Dunkel des Glaubens liebe ich dich und bete dich an.
O Jesus, um dich zu sehen, erwart’ ich im Frieden das Morgenrot.
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Himmelfahrt Jesu
Heilige Theresia, lass mich mit dir
die Auffahrt unseres Herrn in die himmlische Glückseligkeit betrachten. Jesus kehrt
zu seinem und unserem Vater zurück. Das Glück Jesu ist der Vater. Er will
uns zum Vater führen, um dieses Glück mit uns zu teilen. Es ist dieses Glück,
das du vorausgeahnt hast, als deine Seele sang:
Mein Himmel ist, immer in seiner Gegenwart zu bleiben.
Ihn meinen Vater nennen und sein Kind zu sein.
Mit dir möchte ich jetzt zu diesem
Vater beten, der – das ist meine Hoffnung – einst auch mein Glück sein wird:
Vater unser…
1
ICH GEHE, UM EINEN PLATZ FÜR EUCH
VORZUBEREITEN. WENN ICH GEGANGEN BIN UND EINEN PLATZ FÜR EUCH VORBEREITET HABE,
KOMME ICH WIEDER UND WERDE EUCH ZU MIR HOLEN. DAMIT AUCH IHR SEID, WO ICH BIN.
(Jo 14, 2b-3)
Was für eine Freude müsste uns
erfüllen, bei einer solchen Zukunftsaussicht!
Gegrüsst…
2
Diese freudige
Hoffnung erfüllte dich, als du an deine Schwester Leonie schriebst: „Oh,
welch süsser Gedanke! Wir segeln dem ewigen Ufer entgegen…“
Gegrüsst…
3
Jenen, die zwar glauben, aber das
Leben hart finden, schenkst du einen alles mildernden Trost: den Gedanken, dass
wir der himmlischen Glückseligkeit entgegengehen… Danke, Theresia!
Gegrüsst…
4
Ja, es ist tröstlich, an den Himmel
zu denken, doch wie oft lassen uns die täglichen Beschäftigungen den Himmel
vergessen! Darum werden wir besorgt, traurig, bekümmert. Was können wir dagegen
tun? – In dem wunderschönen Gedicht an deinen Schutzengel sagst du zu ihm:
Immer lädt mich deine süsse Stimme ein,
Auf nichts zu schauen als auf den Himmel.
Heilige Theresia, erlange mir die
Gnade, besser auf meinen Schutzengel
zu hören und ihn noch mehr zu
lieben.
Gegrüsst…
5
„Auf nichts zu schauen als auf den
Himmel.“ – Du sagst nicht: „ von Zeit zu Zeit zum Himmel aufzublicken“. Deine
Worte sind stark, Theresia. Aber sie müssen es sein! Es geht um die Wahrheit!
Ist ein Heiliger nicht jemand, der nur auf den Himmel schaut, d.h. der alles
nur in Beziehung auf Gott betrachtet?
Gegrüsst…
6
Alles in Beziehung auf Gott
betrachten aber heisst alles unter dem Gesichtspunkt der Liebe betrachten, heisst sich bei allem, was man unternimmt,
fragen: Dient es der Liebe?
Gegrüsst…
7
Die Liebe ist jedoch nicht eine
Sache des Gefühls. Als du Mutter Maria de Gonzague von deiner schrecklichen
Glaubensprüfung berichtetest, schriebst du die erstaunlichen Worte: „Wenn ich
das Glück des Himmels, den ewigen Besitz Gottes besinge, so empfinde ich dabei
keinerlei Freude, denn ich besinge einfach, was ich glauben will. „
Theresia, hilf mir, meine Liebe
nicht von Gefühlen abhängig zu machen, sondern zu lieben, weil ich lieben will.
Gegrüsst…
8
Du klagtest nie über die Kürze des
Lebens. Im Gegenteil! Du schreibst:
„Der Gedanke an die Kürze des
Lebens verleiht mir Mut, er hilft mir, die Beschwerlichkeit des Weges zu
ertragen.“
Gegrüsst…
9
Anderseits warst du auch bereit,
die Prüfungen eines langen Lebens zu ertragen: „Oh! nein, ich habe keine Angst
vor einem langen Leben, ich verweigere den Kampf nicht, denn Der Herr ist der Fels, auf den ich gestellt
bin, er unterweist meine Hände zum Kampf und meine Finger zum Streite. Er ist
mein Schild, auf Ihn hoffe ich. (Ps 143, 1-2)
Gegrüsst…
10
Bis zur Stunde meiner Abreise in
die Heimat des Himmels, lass mich die Weisung befolgen, die du deiner Schwester
Leonie gabst: „Harren wir aus, leiden wir in Frieden, die Zeit der Ruhe nähert
sich, die leichten, vorübergehenden Beschwerden erwirken in uns eine
überschwänglich reiche, gewaltige Fülle ewiger Herrlichkeit.“ (s.2 Kor
4,17)
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Herabkunft des Heiligen Geistes
Liebe kleine Theresia, du hast uns
einen Weg zur Heiligkeit gezeigt, der sogar für die Schwächsten, Ärmsten und
Kleinsten gehbar ist: den Weg der geistlichen Kindheit. Ich sehe, wir können
nicht als Kinder Gottes leben, ohne eine Beziehung zum himmlischen Vater zu
haben. Und wer ermöglicht uns diese Beziehung, wenn nicht der Heilige Geist?
Darum will ich mit dir rufen: Komm, Heiliger Geist! Und in Ihm will ich mit dir
sprechen:
Vater unser…
1
„Ich hatte mich mit viel Sorgfalt
darauf vorbereitet, den Besuch des Heiligen Geistes zu empfangen. Ich begriff
nicht, dass man dem Empfang dieses Sakramentes der Liebe keine grosse Aufmerksamkeit
schenkt.“ - Beten wir für die
Firmlinge.
Gegrüsst…
2
„Ah! Wie fröhlich war meine Seele! Wie die Apostel
harrte ich freudig auf die Einkehr des Heiligen Geistes…“ so war denn der
Heilige Geist schon am Werk, als du dich auf seinen Empfang vorbereitetest.
Jede Freude, die die Tiefe unserer Seele erfasst, kommt von Ihm, denn Er ist
die FREUDE Gottes. Rufen wir mit Maria den Geist der Freude auf diese Welt
herab, die infolge der Sünde in Traurigkeit und Verzweiflung verfällt
Gegrüsst…
3
„An diesem Tag erhielt ich die
Kraft zu leiden…“ - O Theresia, was
für ein erhellendes Wort! Die Kraft zu leiden! – wer hätte sie nicht nötig? Und
nun enthüllst du uns das Geheimnis: „An diesem Tag…“ Es ist also der Heilige
Geist, der uns die Kraft zum Leiden gibt! Komm, Heiliger Geist, gib Kraft den
Leidenden! Wir bitten dich durch Maria, deine vielgeliebte Braut, die Mutter
der Schmerzen.
Gegrüsst…
4
„Je schwächer man ist, ohne
Verlangen nach Tugend, umso geeigneter ist man für das verzehrende und
verwandelnde Wirken der Liebe.“ – Wie du uns neue Hoffnung und Mut schenkst,
liebe Theresia! Wenn es so ist, wie geeignet bin ich dann für das Wirken der
Liebe, d.h. für das Wirken des Heiligen Geistes in mir! Komm, Heiliger Geist!
Komm, Geist der Liebe! Wirke in mir, wie du willst! Ich bitte dich mit Maria
und Theresia, in denen du so Grosses gewirkt hast.
Gegrüsst…
5
Mit dir, Theresia, will ich mich an
Jesus wenden und ihm sagen:
Erinnere dich an die so süsse Flamme,
Die du in den Herzen entzünden
wolltest.
Dieses Feuer vom Himmel hast du in
meine Seele gelegt.
Auch ich will seine Gluten
ausbreiten.
Ein schwacher Funke - o Geheimnis des Lebens! – genügt,
Um einen riesigen Brand zu
entfachen.
„Dieses Feuer“ - das ist der
Heilige Geist! Komm, Heiliger Geist, auf die Fürsprache Mariens, deiner
vielgeliebten Braut!
Gegrüsst…
6
Mit dir, Theresia, will ich
ausrufen:
Liebe, die mich entflammt,
Durchdringe meine Seele!
Komm, ich rufe nach dir .
Komm. verzehre mich!
Gegrüsst…
7
„Ich begreife so gut, dass nur die
Liebe uns dem lieben Gott wohlgefällig zu machen vermag, und so ist diese Liebe
das einzige Gut, das ich begehre.“
So will denn auch ich nichts
anderes mehr suchen als die Liebe.
Gegrüsst…
8
Komm, Heiliger Geist, komm, Feuer
der Liebe, mach, dass alle meine Handlungen, selbst die geringsten, Akte der
Liebe werden, damit mein ganzes Leben, nach dem Vorbild der heiligen Theresia,
vor allem aber nach dem Vorbild der Allerseligsten Jungfrau Maria, ein einziger
Akt der Liebe werde.
Gegrüsst…
9
Deine Glut drängt mich,
Und ich will ohne Unterlass,
Du göttlicher Glutofen,
Mich in Dich versenken.
Wie Theresia, wie Maria, will ich
mich in Dich versenken, o Liebe Gottes, göttlicher Glutofen, Heiliger Geist!
Gegrüsst…
10
Doch wie soll das geschehen?
„Jesus gefällt es, mir den einzigen
Weg zu zeigen, der zu diesem göttlichen Glutofen führt, dieser Weg ist die Hingabe des kleinen Kindes, das sorglos
in den Armen seines Vaters einschläft…“
Ich will all meine Sorgen, Ängste,
Verletzungen, Pläne loslassen… Ich will sie alle vergessen, und vor allem: mich
selbst vergessen… Mögest nur noch Du mir bleiben, Jesus, mein Befreier, mein Heiland und Seligmacher!
Komm, Heiliger Geist,
Komm, Feuer der Liebe,
Komm, Du Vater der Armen, komm!
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Aufnahme Mariens in den Himmel
Liebe heilige Theresia, wie Jesus,
Maria und unzählige Brüder und Schwestern bist du schon aus dieser Welt zum
Vater heimgekehrt, dessen grenzenlose Güte Jesus uns geoffenbart hat. Beten wir
zu Ihm, im Namen all seiner Kinder, besonders im Namen jener, die nicht zu Ihm
beten, weil sie Ihn nicht kennen:
Vater unser…
1
Maria ist aus Liebe zu Gott
gestorben, aus ihrem glühenden Verlangen, mit Ihm vereint zu sein. Auch du,
Theresia, wolltest als Kind Mariens, vor Liebe sterben. Hattest du doch wenige
Monate vor deinem Tod geschrieben: „… ich habe keine grossen Wünsche mehr
ausser dem einen: zu lieben, bis ich vor Liebe sterbe…“
Gegrüsst…
2
Um vor Liebe sterben zu können,
muss man vorher aus Liebe gelebt haben. Liebe heilige Theresia, auch ich möchte
vor Liebe sterben… Darum sag mir, was es heisst, aus Liebe zu leben.
Gegrüsst…
3
Aus Liebe leben, das heisst, von Deinem Leben leben,
Glorreicher König, Wonne der Erwählten.
Du lebst für mich, in einer Hostie verborgen.
Ich möchte mich für Dich verbergen, o Jesus!
Für Liebende ist Einsamkeit nötig,
Ein Herz-zu-Herz, das Tag und Nacht andauert.
Allein Dein Blick schon macht mich selig.
Ich lebe aus Liebe!
Gegrüsst…
4
Aus Liebe leben heisst auf Erden nicht
Sein Zelt auf dem Gipfel des Tabor aufschlagen;
Es heisst mit Jesus Kalvaria besteigen;
Es heisst, das Kreuz als einen Schatz ansehen!...
Gegrüsst…
5
Aus Liebe leben, das heisst geben ohne Mass,
Ohne hienieden Lohn zu fordern.
Oh, ich gebe, ohne zu zählen, bin sicher,
Dass man nicht rechnet, wenn man liebt!…
Gegrüsst…
6
Aus Liebe leben, das heisst alle Furcht verbannen,
Jede Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit.
Von meinen Sünden sehe ich keinerlei Spur mehr,
In einem Augenblick hat die Liebe alles verbrannt.
Gegrüsst…
7
Aus Liebe leben, das heisst in sich einen grossen Schatz
Bewahren, in einem sterblichen Gefäss.
Mein Vielgeliebter, meine Schwäche ist äusserst gross.
Ach, ich bin weit entfernt, ein Engel des Himmels zu sein!...
Doch wenn ich auch jede Stunde, die vorbeigeht, falle –
Du richtest mich wieder auf und kommst mir zu Hilfe,
Jeden Augenblick schenkst Du mir Deine Gnade.
Ich lebe aus Liebe.
Gegrüsst…
8
Aus Liebe leben heisst… den Frieden und die Freude in
alle Herzen säen.
Gegrüsst…
9
„Aus Liebe leben, welch seltsame Torheit!“
Sagt mir die Welt. „Ach, hört auf zu singen,
Vergeudet nicht eure Wohlgerüche, euer Leben,
Versteht es, sie nutzbringend zu verwenden!...“
Dich lieben, Jesus, welch fruchtbarer Verlust!...
Alle meine Wohlgerüche sind unwiderruflich für Dich.
Wenn ich diese Welt verlasse, will ich singen:
„Ich sterbe aus Liebe!“
Gegrüsst…
10
Aus Liebe sterben, das ist meine Hoffnung.
Wenn ich einmal sehen werde, wie meine Bande zerbrechen,
wird mein Gott meine Grosse Belohnung sein.
Gar keine anderen Güter will ich besitzen.
Von Seiner Liebe will ich entflammt sein.
Ich will Ihn schauen, mich mit Ihm für immer vereinen.
Dies ist mein Himmel… dies meine Bestimmung:
Leben aus Liebe!!!...
Gegrüsst…
Ehre sei…
Die Krönung Mariens
Liebe kleine Theresia, ich möchte
mit dir Maria in der Herrlichkeit des Himmels betrachten. „Betrachten“ ist ein
grosses Wort. Doch ich habe gelernt, dass in göttlichen Dingen alles
einfach ist, und damit auch einem Kinde
möglich. Betrachten heisst einfach, jemanden oder etwas mit Liebe ansehen. Und
das möchte ich jetzt mit dir tun, deren Glück es war, als Kind des Vaters zu
leben. Zu diesem Glück sind ja wir alle berufen, zum Glück, diese Worte
sprechen zu dürfen:
Vater unser…
1
Maria, ich will dich in deinem
königlichen Glanz betrachten und mich daran freuen. Mit der kleinen Theresia
will ich dir singen und dir sagen, warum „der Gedanke an deine einzigartige
Hoheit, meiner Seele keine Furcht einflössen kann“: Ich darf in dir nicht nur
die Königin des Himmels begrüssen, sondern auch meine Mutter.
Gegrüsst…
2
Welche Freude, o Maria, zu wissen,
dass du unsere Mutter bist! Diese Freude war in Theresia so gross, dass sie von
dir sagte, du seist mehr Mutter als Königin.
Gegrüsst…
3
Eine Königin herrscht – eine Mutter
liebt.
Gegrüsst…
4
Damit ein Kind seine Mutter liebhaben kann,
Muss sie mit ihm weinen
Und seine Schmerzen teilen.
Gegrüsst…
5
Wenn ich dein Leben betrachte,
Wie es das Evangelium beschreibt,
Dann wag’ ich es, dich anzuschauen,
mich dir zu nähern;
Dann fällt es mir nicht schwer,
Mich als dein Kind zu sehen,
Denn hier find’ ich dich sterblich
Und leidend wie mich selbst.
Gegrüsst…
6
O Maria, du weißt es: trotz meiner Kleinheit
Besitze ich wie du in mir den Allmächtigen.
Doch wenn ich meine Schwäche sehe,
Zittere ich nicht.
Denn der Reichtum der Mutter
Gehört auch dem Kind…
Ich bin dein Kind, o vielgeliebte Mutter!
Deine Tugenden, deine Liebe,
Gehören sie nicht mir?
Gegrüsst…
7
Heilige Theresia, als du nach
deinem Tode einmal einer schwerkranken Frau erschienst, die dich voll Vertrauen
angerufen hatte, da sprachst du die wunderlichen Worte: „Ich bin Königin im
Himmel.“ – und in dem Augenblick war sie geheilt. Wahrlich, o Maria, Königin
des Himmels, alles, was du besitzt, gehört auch uns, deinen Kindern: deine
Tugenden, deine Liebe, selbst deine Königsmacht!
Gegrüsst…
8
Im Himmel gehört alles allen. Darum
konntest du sagen: “Man darf nicht glauben, dass die Heilige Jungfrau die
Glorie aller andern Heiligen überstrahlt, im Gegenteil, ich denke, dass sie den
Glanz der Erwählten noch um vieles erhöht.“ Ja, so ist es in der Gemeinschaft
der Heiligen: Weil es die Gemeinschaft der Liebenden ist, teilen sie alle
Reichtümer miteinander.
Heilige Theresia, hilf uns schon
auf Erden, uns liebend gegenseitig zu beschenken und uns beschenken zu lassen
mit dem, was wir und alle Heiligen von Gott empfangen haben.
Gegrüsst…
9
Und was besitzen wir, was wir nicht
von Gott empfangen hätten? Theresia, du hast es in dem einen Satz gesagt: ALLES
IST GNADE.
Gegrüsst…
10
Maria, Königin des Himmels, was
deine Glorie ausmacht, das ist die LIEBE, die dich erfüllt. Nie hattest du
etwas anderes begehrt, als zu lieben. Lieben war dein Beruf. Doch… ist das
nicht auch meine Berufung? – Oh Ja! Mit der heiligen Theresia lass auch mich
ausrufen:
„O Jesus, meine Liebe… endlich habe
ich meine Berufung gefunden, MEINE
BERUFUNG IST DIE LIEBE!...
Ja, ich habe meinen Platz in der
Kirche gefunden, und diesen Platz, mein Gott, den hast du mir geschenkt… im
Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein… so werde ich alles sein… so wird mein Traum
Wirklichkeit werden!!!...“
Gegrüsst…
Ehre sei…
(Dieser
Rosenkranz wurde vom Theresienwerk Augsburg als Broschüre herausgegeben und
kann bezogen werden beim Medien Verlag, Rosengasse 7, D-36272 Niederaula)
Jede Wallfahrt ist eine Art kleines
Leben, ein Abbild jener grossen Wallfahrt, die unser Leben ist. Alle Menschen
sind unterwegs, einem Ziel entgegen, das jede Anstrengung, jede Mühe, jedes
Opfer wert ist: zur ewigen Glückseligkeit des Himmels. Wie steht es mit unserer
Vorfreude? Bei den meisten von uns ist diese Vorfreude getrübt von der Angst
vor dem, was man „die letzten Dinge“
nennt: Sterben, Gericht, Fegfeuer, Hölle. – Will Gott uns wirklich Angst
machen? Das kann nicht sein, denn er ist die Liebe und Güte selbst. Aber gerade
weil er uns liebt, setzt er alles daran, dass wir Ziel unseres Lebens, die
ewige Glückseligkeit der Liebe im Himmel erreichen. Alle seine Gebote sind
nicht Schranken, sondern Wegweiser auf dem Weg zu unserem Glück. Ebenso dient
die Rede von ‚Gericht‘, ‚Fegfeuer‘ und ‚Hölle‘, nur diesem einen Ziel: uns für
die Tragweite unserer freien Entscheidungen die Augen zu öffnen und uns vor all
den möglichen Schmerzen und Qualen zu bewahren. Es gilt also auch hier, wie
immer und überall mit Gott, alles im Lichte der Liebe zu betrachten. Nur so
dürfen wir sicher sein, es richtig zu
sehen.
ANGST VOR DEM STERBEN
?
Betrachtungen und Gebete über die „letzten
Dinge“
Sterben
Seit
wir Zeugnisse von Personen haben, die „klinisch tot“ waren, dann aber ins Leben
zurückgeholt wurden, wissen wir, dass Sterben ganz anders ist, als wir es uns
vorstellten. Mit Ausnahme derer, die einen Selbstmordversuch gemacht hatten,
stimmen alle in der Aussage überein: Was wir erlebt haben, war so schön, dass
wir nicht mehr in dieses Leben zurückkehren wollten; es erfüllte uns ein
unbeschreibliches Gefühl der Harmonie,
des Lichtes, der Liebe und des Friedens.
Doch
könnte es nicht so sein, dass es sich bei diesen Erlebnissen um blosse Produkte
des Unterbewussten handelt, ähnlich wie bei Träumen, die ja auch nicht
Realität, sondern Gebilde des Unbewussten sind?
Sicher
ist: Wir haben es hier nicht mit Erfahrungen nach dem Tod zu tun, denn keine dieser Personen ist wirklich
gestorben, sie waren alle nur an der Schwelle zum Tod. Es handelt sich um
sogenannte Nahtod-Erlebnisse. Diese geben uns also keine Auskünfte über das
Leben nach dem Tod, also über das
Jenseits. Trotzdem sind sie wertvoll. Sie zeigen uns, dass uns beim Sterben
nicht etwas Schreckliches widerfährt, sondern dass wir eine Erfahrung der
Befreiung und des Lichtes machen dürfen.
Die
eigentliche Frage lautet also: Was erwartet mich jenseits des Todes? -
Eine
bange Frage, welche die Menschen sich schon immer beschäftigte. Die
verschiedenen Religionen haben darauf verschiedene Antworten gegeben. Menschen,
die sich zu keiner Religion bekennen, sagen: „Mit dem Tod ist alles aus, nach
diesem Leben kommt nichts mehr.“
Wer
sagt die Wahrheit? Eines ist sicher: Alle Antworten können nicht gleich wahr
sein. Wenn aber einer die Antwort kennt, dann sicher Gott, dem sich alles
verdankt. Welche Antwort aber kommt von Gott?
Wenn
wir unter Gott denjenigen verstehen, der alles geschaffen hat und über dem es keinen Grösseren geben kann
– wäre er nicht der Grösste, wäre er nicht Gott – dann muss auch Gottes Antwort
die grösste sein.
Welches
aber ist die grösste Antwort?
Die
Antwort der LIEBE. Denn das Grösste ist die Liebe.
Jene
Antwort also, die mir sagt: Was dich nach diesem Leben erwartet, ist die LIEBE.
Nach diesem Leben folgt nicht das Nichts: Es gibt etwas, nein, es gibt
Jemanden, der dich erwartet, Jener, der dich am meisten liebt, Jener, der die
LIEBE selber ist. Du musst nicht mehr in das irdische, begrenzte Leben zurück,
musst nicht mehr leiden, dich nicht mehr von lieben Menschen und Dingen
trennen, sondern darfst jetzt ein Leben voll beseligender Freude, ein Leben der
Liebe , des Lichtes und des Friedens leben, ein göttliches, himmlisches Leben,
dass deine schönsten Träume übertrifft, mit einem Wort: ein Leben, das ganz
LIEBE ist.
Das
ist die Antwort, die Jesus von Nazareth gegeben hat, die Mensch gewordene LIEBE. Wer IHM glaubt,
wird leben, auch wenn er gestorben ist.
Ich bin die
Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er
stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das? (Joh 11,25-26)
Du
bist frei, IHM zu glauben oder nicht. Auch zu glauben, mit dem Tod sei alles
aus, ist ein Glaube. Wenn du dich für den Glauben an Jesus, die Mensch
gewordene LIEBE entscheidest, wirst du nichts verlieren, was gut, wahr und
schön gewesen ist in deinem Leben, sondern du wirst alles wiederfinden – und
noch unendlich viel mehr.
Jesus
sagt: Ich bin das lebendige Brot, das vom
Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. (Joh
6,51)
Durch
dieses geheimnisvolle Brot, das wir im Sakrament der Liebe, der hl.
Eucharistie, empfangen dürfen, vereinigen wir uns mit Jesus. Wir schenken uns
IHM, mit allem, was wir sind und haben. Was man aber verschenkt hat, kann man
nicht mehr verlieren. Da wir nun Jesus gehören, brauchen wir den Tod nicht mehr
zu fürchten: Wir sind in das LEBEN Jesu gewissermassen „einverleibt“. Statt uns
zu fürchten, dürfen wir uns auf die Heimkehr in das „Haus des Vaters“ FREUEN.
Wie Jesus uns gesagt hat, gibt es dort viele
Wohnungen, und er hat uns versprochen:
Ich gehe, um einen
Platz für euch vorzubereiten. (Joh 14,2)
Alles,
was uns im Tod und nach dem Tod geschehen kann, gilt es also im Licht der LIEBE
zu betrachten.
Das
„Gericht“
Wie
steht es mit dem Gericht? Muss ich Angst haben, gerichtet zu werden? – Das
Einzige, was ich fürchten müsste, wäre die Verdammung.
Aber
verdammt Gott? Nein, nie! Nach dem hl. Paulus, in seiner “ Hymne auf die Liebe
Gottes“, verdammen weder der Vater noch der Sohn: Gott rechtfertigt! (Röm 8,33) Gott macht gerecht! Jesus ist nicht
gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten (vgl. Joh 12,47).
Was
ist denn das eigentlich - das „Gericht“?
Jesus
sagt: Mit dem Gericht verhält es sich so:
Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das
Licht: denn ihre Werke waren böse (Joh 3,19).
Das
Gericht ist das LICHT. Wir sind es also, die Menschen, die sich selber
verdammen, wenn wir die Dunkelheit dem Licht vorziehen. Wenn unsere Werke gut
sind, d.h. wenn wir das tun, was Jesus uns sagt, weil wir glauben, dass er der
Sohn Gottes ist, dann haben wir keinen Grund zu fürchten, dass wir verdammt
werden:
Wahrlich, wahrlich,
ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das
ewige Leben; Er kommt nicht ins Gericht,
sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen (Joh 5,24).
O
Güte Gottes! Im Augenblick des Todes willst du nicht ein Richter sein, der mich
verdammt, sondern ein Vater, der mich an sein Herz drückt! Du willst uns das
Gericht ersparen und uns zeigen, wie wir nicht gerichtet werden.
Gott hat
seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit
die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an
ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat( 3,
17-18).
Ja,
wer nicht glaubt, macht sich selbst unglücklich, beraubt sich der schönsten
Hoffnung und macht sein Leben trost-los. Wer aber glaubt, wird glücklich, ja,
selig.
Jesus,
ich glaube an deinen Namen, der mir sagt, dass du derjenige bist, der nicht
will, dass ich verloren gehe, sondern will, dass ich das Leben habe: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass
er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde
geht, sondern das ewige leben hat (Joh 3,16).
An
dich glauben heisst: sich von dir geliebt
wissen, von der LIEBE, mit der du uns liebst!
Du
beschuldigst niemand, du entschuldigst: Vater,
vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun Lk 23, 34).
So
hast du sogar für jene gebetet, die dich gekreuzigt haben.
Du
willst nicht einmal, dass wir uns selber beschuldigen, sondern, dass wir uns
entschuldigen und um Verzeihung bitten. Du willst, dass wir auch uns selber
gegenüber milde sind, denn der Geist der Liebe ist ein Geist der Milde. Der Liebesjünger hat geschrieben: Wenn das Herz uns auch verurteilt – Gott ist
grösser als unser Herz und er weiss alles (1 Joh 3,20). Ja, du bist grösser
als unser Herz durch deine Barmherzigkeit. BARMHERZIGKEIT, wunderbares Wort,
das uns sagt: „So tief du auch fällst, du kannst nicht tiefer fallen als in die
Arme deines Gottes.“ Aber es braucht auch „Elend“, und manchmal tiefes Elend –
um ein Herz zu haben und barmherzig zu werden.
Du
erbarmst dich, weil du gerecht bist. Deine Gerechtigkeit trägt unserer Schwäche
Rechnung. Deine Gerechtigkeit steht nicht im Gegensatz zu deiner Güte. Sie ist
nicht eine rächende, vergeltende Gerechtigkeit, wie oft die unsere, und
verdammt nicht. Deine Gerechtigkeit richtet auf, macht gerecht. Deine
Gerechtigkeit ist deine Heiligkeit, und die Heiligkeit besteht in der LIEBE. Die
Liebe verdammt die Sünde, aber nicht den Sünder. Darum verurteilst du niemand.
Das
Wort, das du zur Ehebrecherin sagtest, hast du auch jedem von uns gesagt: Auch ich verurteile dich nicht. Geh, und sündige von jetzt an nicht
mehr (Joh 8,11).
Und
du willst, das wir ebenso handeln: Richtet
nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr
gerichtet werden, und nach dem Mass, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch
zugeteilt werden
(Mt 7, 1-2)
Tatsächlich
machen wir das Gericht, nicht du! Das Gericht ist erbarmungslos gegen den,
der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht
(Jak 2,13).
Vater
der Barmherzigkeit, hilf mir, barmherzig zu sein, wie du barmherzig bist – dann
brauche kein Gericht zu fürchten.
Das „Fegfeuer“
Jesus,
ich habe das Glück, ein Glied an deinem geheimnisvollen Leib zu sein, der
Kirche, deiner vielgeliebten Braut Du willst, dass sie fleckenlos sei, denn du
willst, dass sie SCHÖN sei. Die Schönheit duldet nicht die geringste
Verschmutzung. Schönheit verlangt Reinheit. Die wahre Schönheit aber ist die
LIEBE. Unreinheit ist die Sünde, d.h. die Nicht-Liebe.
Aber
wie kann ich in den „Hochzeitssaal“ des Himmels eintreten mit all meinen Flecken der Nicht-Liebe? Wie
kann ich mich schön machen?– Auf mich selbst gestellt, wird mir das nie
gelingen. Wer könnte nur eine einzige seiner Sünden löschen? Das kannst nur du,
o Jesus.
Gott
der Liebe und der Barmherzigkeit, dein Verzeihen ist mir schon zugesichert!
Mehr als alles andere liebst du es, uns zu verzeihen und uns von allen Fehlern
zu befreien.
Wer ist ein Gott wie
du, der du Schuld verzeihst und (…) das Unrecht vergibst? Gott (…) liebt es,
gnädig zu sein. Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld
zertreten. Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab (M7 18-19).
Doch
die Reinigung, von der hier die Rede ist, ist nicht eine äussere, sondern eine
innere Reinigung. Ich muss mich
ändern, ich muss ganz rein, d.h. ganz
LIEBE werden. Darum ist mein Mitwirken unerlässlich.
Was
muss ich tun? – Ich muss mein Unrecht erkennen und es von ganzem Herzen
bereuen. Damit ich erkennen kann, was in mir noch nicht Liebe geworden ist,
brauche ich LICHT. Dieses Licht ist das Licht deines GEISTES. Im Augenblick
meines Todes wirst du mich in dein Licht führen und mit dir werde ich das
Leben, das ich gelebt habe, noch einmal sehen… ich werde endlich die ganze
WAHRHEIT über mein Leben erkennen: Ich werde das Unrecht einsehen, das ich
während meines Lebens nicht sah oder nicht sehen wollte. Ich werde die
kleinsten Spuren von Nicht-Liebe sehen, die noch vorhanden sind: Spuren von
Groll, Eitelkeit, Egoismus, Stolz … Ich werde meine mangelnde Aufmerksamkeit,
Grosszügigkeit, Dankbarkeit sehen … Du wirst mir keine Vorwürfe machen, aber im
Licht deiner Liebe wird mich jede Spur von Nicht-Liebe schmerzen.
Die
Leiden des „Fegefeuers“ sind Schmerzen der Reue und des brennenden Verlangens,
mit dir vereint zu sein. Aber da du mich nicht leiden sehen kannst, wirst du
nicht lange warten, um meine Schmerzen in FREUDE zu verwandeln.
Jesus,
geliebter Bräutigam deiner Kirche, lass mich schon jetzt ganz rein, ganz schön,
ganz liebend werden - auch wenn es mit Schmerzen verbunden ist – nicht um dem
„Fegefeuer“ zu entgehen, sondern einzig, um dir zu gefallen!
Die
„Hölle“
Und
wie steht es mit der „Hölle“? Wird es am Tisch des himmlischen Hochzeitsmahles
leere Plätze geben?
Eines
ist sicher: Wenn die „Hölle“ existiert, muss die Liebe sie erfordern. Ist die
„Hölle“ mit der Liebe nicht unvereinbar?
– Nein, ihre Existenz wird von der Liebe gefordert. Wie soll man das verstehen?
Was
ist die „Hölle“? – „Hölle“ ist die reale
(nicht bloss theoretische) Möglichkeit, endgültig nein zu Gott zu sagen, seine
Liebe für immer abzulehnen. Folglich „kommt“ niemand in die Hölle und noch
weniger wird er von Gott in die Hölle „gestürzt“: Nur der Mensch selbst kann
sich verdammen.
Es
muss eine „Hölle“ geben, weil es keine Liebe ohne Freiheit gibt. Niemand kann
jemand zur Liebe zwingen - nicht einmal
Gott!
Ich
verstehe, dass die Liebe die Freiheit erfordert, aber wie kann ein Mensch, der
für die Liebe geschaffen ist, dahin kommen, dass er zu Gott nein sagt und so
sein grösstes Glück für immer
verweigert? – Das kann ich nicht verstehen.
Das
Übel kann man nie verstehen, weil es ein Mangel an Sein ist. Das Übel wählen,
und dadurch sein eigenes Unglück, ist gegen die Natur, die gut ist. Gott hat
uns die Freiheit gegeben, um zu lieben, und nicht, um zu hassen. Wer die
Freiheit dazu gebraucht, um Böses zu tun, ist krank: Etwas in ihm ist gestört,
nicht mehr in Ordnung. Er hat Heilung nötig.
Aber
ist Jesus nicht gerade dazu gekommen, um zu heilen und zu retten, was verloren
war? – Richtig, nur … der Mensch muss sich von ihm heilen und retten lassen.
Aber
gibt es wirklich Menschen, die es vorziehen, sich vom Himmel auszuschliessen
und ohne Gott in endloser Qual zu leben, weil sie die Liebe hassen? Gibt es
wirklich Menschen, die für immer verloren gehen? Niemand weiss es, weil niemand
weiss, wie ein Mensch im Tod, in der Stunde seiner Begegnung mit Gott, sich
entscheidet. Deshalb hat auch die Kirche von niemandem gesagt, dass er sich
verdammt hätte. Aber die Kirche hat
immer gebetet und dahin gewirkt, dass keiner verloren geht, denn sie LIEBT.!
Der
hl. Paulus, in seiner Hymne auf die Liebe, sagt: Die Liebe glaubt alles, hofft alles. (1 Kor 13,7)
Ja,
o mein Gott, ich glaube dir von ganzem Herzen, du bist die Wahrheit selbst. Du
willst, dass keines deiner Kinder verloren gehe. Wäre es für dich selbst nicht
die „Hölle“, wenn du zusehen müsstest, wie ein einziges deiner vielgeliebten
Kinder deine Liebe für immer ablehnen würde und dadurch in alle Ewigkeit
unbeschreibliche Schmerzen erleiden müsste?
Du bist der gute Hirte, der dem verlorenen Schaf nachgeht, bis er es findet. (Lk 15,5)
Ich
glaube, dass du allmächtig bist. Auf die ängstliche Frage deiner Jünger: Wer kann dann noch gerettet werden? hast
du geantwortet: Für Menschen ist das
unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. (Mt 19,26)
Deine
Allmacht ist eine Allmacht der Liebe. Ich glaube, dass in Gegenwart deiner Güte
und unter deinem Blick voll Liebe und Barmherzigkeit selbst das verhärtetste Herz
dir nicht wird widerstehen können.
Jesus,
ich bitte dich inständig, zeige dich jedem
Menschen in der Stunde seines Todes. Zeige ihm, wie du aus Liebe zu ihm
gelitten hast und gestorben bist! Dir ist alles möglich.
Ja,
ich bin sicher, dass du noch Mittel und Wege findest, um den Trotz des Menschen
zu brechen und ihn dahin zu bringen, dass er sich in Freiheit deiner
barmherzigen Liebe öffnet und mit reuigem Herzen sich in deine Arme wirft …
O
Jesus, mit der Kirche hoffe ich für
jeden Menschen, ohne Ausnahme, und bitte dich mit ihr: Gewähre jedem Sterbenden
die Gnade einer vollkommenen Reue. Bewahre ihn vor dem Schmerz aller Schmerzen,
der die freiwillige Trennung von deiner Liebe bedeuten würde.
Führe alle deine Kinder in den Himmel! Wir
alle bedürfen deiner Barmherzigkeit. Aber ich empfehle dir vor allem die
Ärmsten der Armen an: jene, die nichts von dir wissen wollen und sich
entschieden haben, ohne dich zu leben. –
Sie kennen deine Liebe nicht.
Ich
weiss, meine Bitte ist gross, aber in deiner grenzenlosen Güte gibst du lieber
grosse Dinge als kleine. Und du hast uns gesagt: Alles, worum ihr betet und bittet – glaubt nur, dass ihr es schon
erhalten habt, dann wird es euch zuteil. (Mk 11,24)
Deine
Liebe wird gesiegt haben, wenn das Opfer seinem Täter verziehen hat, wie jener Jude, der, bevor er die
Gaskammer betreten musste, noch
folgende Worte geschrieben hat: „Herr, wenn du in Herrlichkeit
wiederkommen wirst, gedenke nicht nur der Menschen guten Willens, sondern auch
der Menschen bösen Willens. Gedenke nicht ihrer Misshandlungen, Grausamkeiten
und Gewalttätigkeiten. Gedenke der Früchte, die wir hervorgebracht haben, wegen
dem, was sie uns angetan haben. Gedenke der Geduld dieser, des Mutes jener, der
Kameradschaft, der Demut, der Seelengrösse, die sie in uns geweckt haben. Und
mache, Herr, dass die Früchte, die wir getragen haben, zu ihrer Rettung
gereichen.
Der
„Himmel“
Mit
der ganzen Kirche glaube ich an den Himmel.
DER
HIMMEL, DAS IST DIE LIEBE, DAS IST GOTT¨!
Wie
soll man sich den Himmel vorstellen?
Der
Himmel wird unsere schönsten Träume unendlich übertreffen …
Der
Himmel wird DIE GROSSE ÜBERRASCHUNG sein: Was
kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn
gekommen ist: das Grosse, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (1
Kor 2,9)
Brauche
ich mehr zu wissen?
Schlussgebet
Mein
Gott und mein Alles, Schöpfer des Himmels und der Erde, Herr über Leben und
Tod, mein vielgeliebter Vater, Papa, der beste aller Väter, mein Jesus, der du
durch deinen Liebestod am Kreuz den Tod besiegt hast und mir in Maria deine
Mutter zur Mutter gegeben hast, sie, die ich sooft bat, für mich jetzt und in
der Stunde meines Todes zu beten:
Dein
Wille geschehe immer und überall! Du bist Gott und ich bin nur ein schwaches
Geschöpf, das alles von dir empfangen hat. Du hast die Natur so geschaffen,
dass jedes irdische Leben einen Anfang und ein Ende hat. Sterben ist also
ebenso natürlich wie geboren werden. So hast du es in deiner unendlichen
Weisheit vorgesehen. Darum habe ich keinen Grund, mich dagegen aufzulehnen. Ich
nehme es an, ich bin damit einverstanden. Da du es so willst, ist es gut.
,Unzählige
Wesen sind bis heute geboren worden und gestorben, unzählige werden noch
geboren und werden sterben. Wie könnte ich da eine Ausnahme beanspruchen
wollen? – Nein, ich will kein anderes Los kennen, ich will kein Privileg, ich
will solidarisch sein mit allen Lebewesen dieser Erde.
Aber
es gibt einen noch tieferen Grund, warum ich nicht dem Tod entgehen möchte: Und
das ist Jesus. In ihm hast du selber sterblich werden wollen und sogar den
grausamsten Tod sterben wollen: vor Schmerz am „Schandpfahl“, dem Kreuz. Sein
Tod hat jeden Tod verklärt und ihm einen Wert, eine Würde ohnegleichen
verliehen.
Durch
den Tod Jesu hast du den tiefsten Sinn des Todes aufgezeigt. Für Jesus war der
Tod die höchste Möglichkeit, uns seine Liebe zu zeigen. Es gibt keine grössere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine
Freunde hingibt (Joh 15,13) So ist auch für mich der Tod meine höchste und
letzte Möglichkeit, mich vollkommen hinzugeben, also vollkommen zu lieben.
Sterben
bedeutet daher nicht, aufhören zu leben, sondern den Höhepunkt meines Lebens
erreichen. Mit der hl. Theresia vom Kinde Jesu kann ich daher sagen: “Ich
sterbe nicht, ich gehe in das Leben ein!“
Lieben
heisst leben! Ja, Wer nicht liebt, bleibt
im Tod, sagt uns der Liebesjünger Johannes (1 Joh 3,14). Ebenso: Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das
Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.
(1
Joh 3, 14)
Wie wunderbar! Wenn ich jeden Menschen wie
meinen Bruder oder meine Schwester liebe, bin ich bereits vom Tod ins Leben
hinübergegangen!
Da dies so ist, wie könnte ich da den Tod noch
fürchten? Im Gegenteil, müsste ich nicht mit Freude ihm entgegengehen? Gewiss.
Aber was hindert mich daran? – Ich sehe es klar: Ich liebe noch zu wenig …
Johannes sagt es uns deutlich: Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern
die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe,
und wer sich fürchtet, dessen Liebe ist nicht vollendet. (1 Joh 4,18)
Ja, ich bin in der Liebe noch nicht
vollendet. Was soll ich tun? Ich will Gott bitten, meine Liebe zu
vollenden.
Mein Gott, meine Liebe! Ich bitte dich aus
tiefstem Herzen: Lass mich alle Menschen wie meine Geschwister lieben. Denn wie
dein Liebesjünger uns sagt: Wenn wir
einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet. 1
Joh 4,12)
Ja, ich will mehr lieben: Dich, der du mich
zuerst geliebt hast, meine Mitmenschen, aber auch mich selbst, da auch du mich
liebst. Ich will mein Leben hingeben, alles, was ich empfangen habe, all meine
Kräfte und meine Zeit, bis zu jenem grossen Augenblick meines Lebens, in dem ich
wirklich alles lassen, alles geben und mich selbst hingeben kann für das
grösste Glück aller, für die Seligkeit des Himmels.
Fürchte
nichts, meine Seele. Gott ist lauter Liebe und Güte. Liebe und geh fröhlich
voran auf deinem Weg. Du bist nicht allein, du wirst nicht allein sterben.
Freu
dich. Du gehst der glücklichsten Begegnung deines Lebens entgegen.
Nichts ist zu schön, um dieses Glück
auszudrücken. Du kannst mit deinem Bruder Stan sagen: „Der Tod gleicht dem
Vorhang einer Wiege, den die Mutter beiseiteschiebt, um ihr Neugeborenes zu
umarmen.“ Oder du kannst mit deinem
Bruder Pascal sagen: „Wir werden alle zu dieser Begegnung mit unserem Papa
erwartet, zu dieser freudigen Umarmung, zu diesem Ausruhen unseres ganzen Seins
am Herzen des Vaters.“
Sicher
ist, dass deine schönsten Träume übertroffen werden …
So
komm, meine Seele, gehen wir voll Hoffnung und Vertrauen zum Hause unseres
Vaters! LIEBE! LIEBE! LIEBE! - und hab keine Angst, denn in deinem Tod wirst du
Dem begegnen, der dich am meisten liebt.
Amen!
Halleluja!
NÄHER, MEIN GOTT, ZU DIR, näher zu
dir!
Nur deine Gnade gib, nur deine
Lieb.
Dann bin ich reich so sehr, dass
ich nur dies begehr:
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu
dir.
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu
dir!
Drückt mich auch Kummer hier,
drohet man mir,
soll doch trotz Kreuz und Leid dies
meine Losung sein:
Näher, mein Gott, zu dir.
Ist dann die Nacht vorbei, leuchtet
die Sonn‘,
weih‘ ich mich dir aufs neu vor
deinem Thron;
danke von Herzen dir und jauchz‘
vor Freude hier:
Näher, mein Gott, zu dir, näher zu
dir.
Ist mir auch ganz verhüllt mein Weg
all hier,
wird nur mein Wunsch erfüllt: Näher
zu dir.
Schliesst dann mein Pilgerlauf,
schwing ich mich selig auf:
Aber noch ist es nicht soweit. Noch ist uns Zeit gegeben,
um Gott unsere Liebe zu zeigen und den Menschen Gott als grenzenlose Liebe und
Güte bekannt zu machen!
Mein lieber Freund,
darf ich Dir etwas ganz Wunderbares verraten? Es ist so
gewaltig, so wunderbar, so unfaßbar groß, daß viele es gar nicht für möglich
halten:
Du wirst geliebt! …von GOTT geliebt! 1Thessalonicher 1,4
Liegt darin nicht die ganze Seligkeit: von GOTT geliebt
zu werden?
Ob Du im Moment mit dieser unerwarteten Liebeserklärung
etwas anfangen kannst?
Ich weiß, wir sind oft von dieser Gottesliebe recht wenig
beeindruckt. Sie
erscheint uns vielfach zu abstrakt, zu unfaßbar hoch. Und
doch ist sie so
unendlich konkret und
hautnah im Herrn Jesus zu uns gekommen.
Was für ein erhabener Gedanke! Dieser allmächtige Gott,
der Himmel und Erde
gemacht hat, bringt es über Seine Lippen und macht Dir
eine umwerfende
Liebeserklärung: Ich liebe dich! - Schade, wenn's dann bei Dir nicht zündet.
Und das war's doch gewesen: Mitten in einer brutalen und Angst machenden Welt
sich von Gott geliebt zu wissen! Nein, wir Menschen haben die Liebe wahrlich
nicht erfunden. Die kaputte, lieblose Welt um uns herum gibt uns darin
sogar recht! Und dennoch hat Gott die Sehnsucht nach Seiner Liebe auch in Dein
Herz gelegt. Sehnsucht nach Gott! Es stimmt: Dein Herz ist so lange unruhig,
bis es ruht in Gott.! Was aber, wenn Du an Seiner Liebe vorbeisteuerst? Die Folgen sind so traurig !... Wer nicht
Gottes Liebe erfährt, bleibt im Herzen krank.
Nun weiß ich nicht, wie Deine Seele im Moment gestimmt
ist. Brauchst Du ein Wort der Ermutigung, weil Menschen Dich unsagbar
enttäuscht haben?
Wartest Du vergeblich auf Trost und Zuspruch? Diese drei
Wörter:
„von GOTT geliebt!"
können Dein Leben total verändern, wenn Du diesem
herrlichen Inhalt
sperrangelweit Dein Herz öffnest. Wie groß Deine Not auch
sein mag, wie schwer die Last auf Deinen Schultern Dich quält: An der Liebe
Jesu erfährst Du innere Heilung. An ihr kann auch Dein Herz sich regelrecht
"gesundfreuen"!
Und draußen, vor der Tür, im Alltag? Laß es Dir sagen:
Wenn Gott Dich liebt, was kümmert Dich dann noch das Gerede derer, die dich
nicht mögen? Wenn Dein siegreicher Herr Dich liebt, dann pfeif getrost auf
alles, was Dir Furcht einjagen will. Sich vom gekreuzigten und auferstandenen
Herrn geliebt zu wissen, klärt jede Frage, stillt jeden Kummer. Wisse Dich
gerade jetzt von Gott geliebt, auch über alles Unverstandene Deines Lebens
hinweg. Dann werden Dir neue Kraft und neuer Lebensmut geschenkt. Und kümmert Dich
irgendein Leiden, irgendeine unausgesprochene Not, dann sollst Du immer daran
denken: Ich bin von Gott geliebt! Er wird Dir keine Bitte abschlagen, wenn sie
Dir zum Allerbesten dient.
Jesus liebt Dich, und genau diese Liebe solltest Du ab
heute zum Wahlspruch Deines Lebens machen -
und geniessen, ja geniessen!
Es gibt nur wenige, die die Liebe Gottes so recht von
Herzen genießen. Dabei könnten wir uns doch alle in Seinen Armen kuschelwohl
fühlen.
Nur wer Seine Liebe genießt, wird von ihr beschenkt, um
Ihn selbst und andere wiederzulieben. Willst du mehr?
Manfred Paul
Wir sind von Gott geliebt! Lassen wir uns von dieser beglückendsten
aller möglichen Nachrichten bis in unser Innerstes ergreifen. Nehmen wir Gottes
Liebeserklärung an. Glauben wir Ihm. Lassen wir uns von Gott lieben, schenken
wir diese Liebe weiter an unsere armen Mitmenschen. Das wünscht Gott.
Manfred Paul
WIR SIND VON GOTT GELIEBT
WIR SIND VON GOTT GELIEBT! –das ist die Freudenbotschaft,
die alles Dunkle, Beängstigende und Leidvolle dieser Welt überstrahlt. – Ein
jedes von uns darf von sich sagen: „Ich werde geliebt – nicht bloss von
schwachen Menschen, sondern vom allmächtigen Gott, der die LIEBE selber IST!“
Gott ist die Liebe (1 Johannes 4,8. 16b)
Öffnen wir uns dem Inhalt dieser beglückendsten aller
Botschaften, die jedem Menschen, in welcher Lage er sich auch befinde,
unsäglichen Trost und grenzenlose Freude zu bringen vermag.
ICH BIN VON GOTT GELIEBT! – Das heisst: Diese Liebe gilt
mir persönlich.
Ich bin in Gottes Augen einzig und einmalig, bin des
VATERS vielgeliebtes Kind.
Ich habe Dich beim Namen gerufen, Du gehörst mir. Jesaja 43,1
ICH BIN VON GOTT GELIEBT! – Das heisst: Ich brauche meine
Wertschätzung und Anerkennung nicht bei den Menschen zu suchen, die mich oft
nur nach dem beurteilen, was ich habe oder leiste. Gott liebt mich
bedingungslos: nicht weil ICH gut bin, sondern weil ER gut ist.
Seine Liebe gilt sogar meinem grössten Feind und dem
schlimmsten Übeltäter.
Du bist in meinen Augen teuer und wertvoll. Jesaja 43,4
ICH BIN VON GOTT GELIEBT! – Das heisst: Ich kann ohne
Sorge sein. Gott nimmt sich meiner an. IHM kann ich total vertrauen.
Der Herr ist mein Hirte,, nichts wird mir fehlen. Er
lässst mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Psalm 23
(22) 1-2
ICH BIN VON Gott GELIEBT! – Das heisst: Ich brauche
nichts zu fürchten: In Gott habe ich stets den mächtigsten Helfer und besten
Freund an meiner Seite. Bei IHM bin ich geborgen.
Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. Was können
Menschen mir antun?
Psalm 118 (11-17)6
ICH BIN VON Gott GELIEBT! – Das heisst: Gott will, dass
meine Seele in jugendlicher Schönheit erstrahle. Er reinigt mich von aller
Schuld und macht mich wieder neu.
Ich giesse reines Wasser über Euch aus, dann werdet Ihr
rein… Ich schenk Euch in neues Herz und lege einen neuen GEIST in Euch.
Ezechiel
36, 25.26
ICH BIN VON GOTT GELIEBT – Das heisst: Gott richtet mich
auf und will, dass ich frei und glücklich sei. Für mein Glück war ihm kein
Opfer zu gross. JESUS hat sogar den Kreuzestod auf sich genommen!
Freut Euch, dass Ihr enteil an den Leiden Christi habt;
denn so könnt Ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit voll Freude
jubeln.
1
Petrus 4,13
ICH BIN VON GOTT GELIEBT! – Das heisst: Der Himmel hat
schon begonnen:
Schon jetzt darf ich zur Familie der Kinder Gottes
gehören, schon jetzt darf ich liebend am Leben des dreieinigen Gottes teilhaben
und das Lob seiner Herrlichkeit singen:
Meine Seele preist die Grösse des Herrn, und mein Geist
jubelt über Gott, meinen Retter.
Lukas 1,47
KEHRT UM, UND GLAUBT AN DIE FROHE BOTSCHAFT!
Markus 1,15
Und was ist unsere Antwort auf so viel Liebe?
Kann sie anderes sein als wiederum Liebe, dankerfüllte
Liebe, Lobpreis und Freude?
Syrakus
Bei den Ruinen des griechischen Theaters
Vor fast zweitausend Jahren schrieb der griechische
Philosoph Epiktet (50-138 n. Chr.):
„Wenn wir wirklich intelligent wären, was gäbe es für uns
öffentlich und privat Besseres zu tun, als das Lob der Gottheit zu singen, sie
zu feiern und all ihre Wohltaten aufzuzählen?... Nun, da die meisten von euch
dafür blind sind, musste nicht jemand an eurer Stelle Gott im Namen aller die
Lobeshymne darzubringen? Und was könnte ich, der verkrüppelte und gelähmte
Greis, Besseres tun als das Lob Gottes zu singen? Wenn ich eine Nachtigall
wäre, würde ich das Werk einer Nachtigall tun; wenn ich ein Schwan wäre,
dasjenige eines Schwans. Doch ich bin ein vernunftbegabtes Wesen, ich muss Gott
lobsingen. Das ist meine Aufgabe, ich erfülle sie und werde meinen Posten nicht
verlassen, solange mir dies erlaubt ist, und euch, euch rufe ich auf, denselben
Gesang zu singen.“ (Gespräche I,16, 15.19-21)
Der Mann, der dies geschrieben hat, war kein Christ, ein
heidnischer Sklave, der aus Rom verbannt wurde. Muss diese grossartige
Seelenhaltung nicht beschämen? Auch lehrte er, es gebe nur einen Gott, welcher
der Vater aller Menschen sei. Erstaunlich! Aber wie Johannes schreibt: Der
Geist weht, wo er will. Jh 3,8
Was kann der Vater lieber sehen, als fröhliche Kinder!
JUBELSEELEN
Am liebsten weile ich in Jubelseelen.
Sie sind die Zierde meines Herzens, meine Freude, mein
Entzücken.
Sie sind mir eine Stärkung und Balsam für meine Wunden.
Sie sind der Triumph des Glaubens, denn sie glauben an
mich,
und aus der Liebe ihrer Herzen entspringt ihr Dank.
Die dankbaren, jubelnden Seelen erlangen alles von mir,
da sie vollkommen frei sind von Egoismus.
Jubelseelen sind die Liebe meines Herzens, sie erfreuen
den ganzen Himmel.
Die Jubelseele ist die glücklichste, zufriedenste,
freudigste Seele. In allem erkennt sie meine Liebe - die undankbare ist immer
unzufrieden und übersieht die grossen Wohltaten Gottes. Es fehlt ihr an allem.
Es fehlt ihr die Sonne der Liebe und sie wandert in der Finsternis der Gier. Je
mehr sie begehrt, desto weniger kann sie erraffen.
Die Jubelseele fliegt nur so dahin, während die andere am
Boden liegt.
Die dankbare Seele birgt ewige Jugend in sich, sie bleibt
für immer ein Kind, die undankbare ist alt.
Die Jubelseele freut sich an allem, die undankbare ist in
Kummer und Sorge verstrickt.
Ein Lobgebet ist mehr wert als hundert andere Gebete.
Der Lobgesang ist ein Engelsruf, werdet Engel des
Lobgesangs. Bringt Lobgesang in die verdunkelten Herzen!
Lobgesang ist nicht nur Liebe und Glaube, er ist
Vollkommenheit. Eine Jubelseele wird in Liebe verwandelt und hat ihr Ziel
erreicht.
Die Jubelseele sieht alles im göttlichen Licht und zieht
alles an sich. Sie ist mir und meiner Mutter am nächsten. Denk an das
MAGNIFICAT meiner Mutter; sie ist die Krone der Jubelseelen; bete darum oft das
MAGNIFICAT, wenigstens dreimal am Tag. Am Morgen, wenn du erwachst, sag:
MAGNIFICAT! Am Mittag: MAGNIFICAT! Dann wieder MAGNIFICAT, wenn du dich am
Abend niederlegst, um in meinen Armen zu ruhen.
Wenn du in der Nacht erwachst, sage wenigstens
MAGNIFICAT! MAGNIFICAT in allem, was du tust und in allem, was du hörst.
MAGNIFICAT in allem, was du unternimmst, in jedem Leid und in jeder Freude.
MAGNIFICAT überall, wohin ich dich sende. MAGNIFICAT,
wenn jemand zu dir kommt. MAGNIFICAT im Leben und im Sterben. Trage das
MAGNIFICAT in alle Seelen!
Das MAGNIFICAT umgibt dich wie ein Rosenkranz, der
fortwährend blüht und nie welkt.
Lass jeden Gedanken ein MAGNIFICAT sein! Lass jeden
Herzschlag ein MAGNIFICAT werden, ein Dankgebet!
LOBT FROH DEN HERRN, ihr jugendlichen Chöre.
Er höret gerne ein Lied zu seiner Ehre.
Lobt froh den Herrn, lobt froh den Herrn!
2. Es schall empor zu seinem Heiligtume,
aus unsrem Chor ein Lied zu seinem Ruhme.
Lobt froh den Herrn, lobt froh den Herrn!
3. Vom Preise voll, lass unser Herz dir singen.
Das Loblied soll zu deinem Throne dringen.
Lobt froh den Herrn, lobt froh den Herrn!
4. Einst kommt die Zeit, wo wir auf tausend Weisen,
o Seligkeit! Dich, unsern Vater preisen
von Ewigkeit zu Ewigkeit.