Pilgerreisen, Carfahrten und Wallfahrten

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Aus der Pilgertasche

Gebete, Lieder, Lebenshilfe

Zusammengestellt von Beda und Mirjam Ackermann

AUF, SPIELMANN, STIMME DEINE FIEDEL,

es geht im Schritt und Tritt.

Zum Abschied noch ein muntres Liedel,

wer Lust hat, singe mit.

R: Wir ziehen in die weite, ja weite, wunderschöne Welt hinein,

in Gottes weite Liebe, nur weit kann Liebe sein.

2. Ist heut der Himmel blau und heiter und morgen grau und trüb,

wir ziehen unsre Strasse weiter und singen unser Lied.

3. Wir wolln uns keine Sorgen machen, der Vater will es nicht.

Lass ruhig donnern es und krachen, am Ende wird es licht.


Pilgergebet

Gütigster Vater,

du Ursprung und Ziel all unsrer Wege.

Wir wissen, dass wir hier auf Erden keine bleibende Stätte haben.

Wir alle sind Pilger.

Unser ganzes Leben ist eine einzige grosse Wallfahrt dahin,

wo unsere wahre Heimat ist: in die Herrlichkeit des Himmels.

Jesus, dein vielgeliebter Sohn, ist uns vorausgegangen. Auch sein Leben war eine Wallfahrt: ausgehend von dir, und heimkehrend zu dir.

Heute noch schreitet er mit uns durch die Zeit im Pilgerkleid der Kirche, besonders wenn der Heilige Geist Gläubige zusammenführt und in Liebe vereint, damit sie als pilgernde Kirche Wallfahrtsorte besuchen, Gnadenorte, die für das Wirken deiner Gnade empfänglicher machen.

So fahren wir denn frohen Mutes und voll Vertrauen hinein in die Weite deiner grenzenlosen Liebe.

Deine heiligen Engel werden schützend und helfend mit uns sein, alle deine Heiligen werden fürbittend uns begleiten,

allen voran Maria, unsere beste Mutter,

die wie wir den Pilgerweg des Glaubens gegangen ist.

Lass uns in ihr Magnifikat einstimmen,

das Lied der Kleinen und Armen auf dein göttliches Erbarmen, und dir singen:

ES LOBE DEN HERRN MEINE SEELE, JETZT UND IN EWIGKEIT!


EINEN ORT WEISS ICH AUF ERDEN, dorthin pilgert jeder gern:

Da erwartet, reich an Güte, uns die Mutter unsres Herrn.

Milde blicken ihre Augen und sie bittet nun auch dich in die Obhut ihres Schutzes mütterlich.

R: MADONNA, LIEBE MADONNA, WIE SCHÖN IST'S, DEIN KIND ZU SEIN! LASS MICH, MADONNA, LIEBE MADONNA, IN DEINEN ARMEN STETS SEIN.

2. Bei dir, Mutter, findet Ruhe unser sorgenschweres Herz. Du bewahrst uns vor dem Bösen, machst uns leichter jeden Schmerz. Auch für mich willst du stets da sein, für mich sein ein Zufluchtsort, darum kann ich selig singen dieses Wort:

3. Ohne Schutz und ohne Frieden, so erleben wir die Zeit, und wir wären völlig einsam, ohne Hilfe weit und breit, hätten wir nicht unsre Mutter, deren Güte uns umgibt und zu Jesus alle hinführt, der uns liebt.


DER ROSENKRANZ DER LIEBE


Die freudenreichen Geheimnisse

1

JESUS, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.

Die Liebe tut den ersten Schritt.

Du kommst auf uns zu... willst uns so nahe sein wie möglich.

Du, GOTT! Du wirst selber Mensch , um alles mit uns zu teilen!

Welch unfassbare Liebe!

WIR WERDEN GELIEBT! VON GOTT GELIEBT!

Kann es eine trostreichere, ermutigendere, beglückendere Nachricht geben als diese?

ICH WERDE GELIEBT – nicht bloss von schwachen Menschen, sondern vom allmächtigen GOTT, der die LIEBE selber IST!

Müsste diese Freudenbotschaft nicht alles Dunkle, Beängstigende und Leidvolle dieser Welt buchstäblich in den Schatten stellen?

Wie wenige Menschen haben diese beste aller möglichen Nachrichten schon vernommen! Und wir? Hat sie unser Herz wirklich schon erreicht, so dass wir aus ihr leben?

Beten wir darum zum Vater, dem Urheber dieses grandiosen Liebesplans, und sprechen wir voll Verlangen: Vater, unser...


2

JESUS, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.

Das Glück der Liebe wird nur demjenigen zuteil, der GLAUBT, dass er geliebt wird.

Glücklich, ja selig bist du zu preisen, o Maria, da du an die Allmacht und Liebe Gottes geglaubt hast. (vgl. Lk 1,45)

Gott kann nicht für uns glauben.

Doch der Glaube selbst ist ein Geschenk seiner Liebe.

Beten wir für jene, die nicht glauben, zu dem, der auch ihnen den Glauben schenken will: Vater unser...


3

JESUS, den du, o Jungfrau, geboren hast.

Die Liebe rettet.

Wohin mit Angst, Leid und Schuld? Was wird aus mir im Tode?

Früher oder später muss jeder Mensch sich eingestehen: Mir selbst überlassen, bin ich hoffnungslos verloren...

In dieses Dunkel der Existenz hinein ertönt die Stimme eines leuchtenden Engels:

HEUTE IST EUCH IN DER STADT DAVIDS DER RETTER GEBOREN: ER IST DER CHRISTUS, DER HERR. Lk 2,10-11

Christ, der Retter ist da! – Wer an Ihn glaubt, ist gerettet!

Dass wir wirklich glauben, dass Jesus allein uns retten kann, beten wir zu dem, der uns diesen Retter gesandt hat:

Vater unser...

4

JESUS, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.

Das einzige, wofür es sich zu leben lohnt, ist Gott, die Liebe.

Simeon hat, auf die leise Stimme des Heiligen Geistes lauschend, sein Leben ganz auf Gott, den „Trost Israëls" ausgerichtet. Dafür wird ihm jetzt das Glück der höchsten Begegnung geschenkt. Von Liebe erfüllt, preist er Gott und kann getrost aus diesem Leben scheiden.

Heiliger Geist, hilf, dass auch wir unser ganzes Leben auf GOTT, die LIEBE ausrichten und so das Ziel erreichen, zu dem wir alle unterwegs sind: das Haus des Vaters. Zu ihm wollen wir in froher Hoffnung beten: Vater unser...

5

JESUS, den du, o Jungfrau, im Tempel gefunden hast.

WUSSTET IHR NICHT, DASS ICH IN DEM SEIN MUSS, WAS MEINES VATERS IST? Lk 2,49

In dem sein, was des Vaters ist, heisst in seiner LIEBE sein.

Der Vater ist der Urquell allumfassender, grenzenloser Güte; sein Wille ist LIEBE, nichts als LIEBE.

O Jesus, gib, dass auch wir nur das wollen, was der Vater will – und das ist LIEBEN. Lass uns stets an seine Liebe glauben und ihn immer wieder durch unser „Ja, Vater!" erfreuen.

Um das wollen wir ihn bitten, mit den Worten, die du uns gelehrt hast: Vater unser...



Die lichtreichen Geheimnisse

1

JESUS, der von Johannes getauft worden ist.

Die LIEBE macht alles neu.

„ICH HABE EUCH NUR MIT WASSER GETAUFT, ER ABER WIRD EUCH MIT DEM HEILIGEN GEIST TAUFEN." Mk 1,8

In meiner Taufe habe ich den Keim eines neuen Lebens empfangen, Ich darf ein neuer Mensch werden, der nicht mehr altert, weil das Leben dieses neuen Menschen göttlich ist: ein Leben, das ganz Liebe ist.

Denn GOTT IST LIEBE.(1 Joh 4,8b.16b)

O Jesus, erneuere uns durch deinen Geist. Lass uns zu Menschen der Liebe werden.

Komm, Heiliger Geist, du ewige Jugend. Du bist die Liebe, der neue Geist, die das neue Herz, die uns der verheissen hat, zu dem wir voll Vertrauen beten: Vater unser....

2

JESUS, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.

Die Liebe ist tätig.

WAS ER EUCH SAGT, DAS TUT! Joh 2,5

Wer TUT, was die LIEBE ihm sagt, wird Wunder erfahren.

Jesus, ich will TUN, was du mir sagst. Du sprichst zu mir durch deinen GEIST. Lass es stille in mir werden, damit ich die sanfte Stimme der Liebe hören kann.

Es wird höchstwahrscheinlich nichts Aufsehenerregendes sein, was du von mir getan haben möchtest, sondern etwas ganz Alltägliches, wie das Füllen von Wasserkrügen, wohl einfach die Verrichtung meiner täglichen Arbeit, die treue Erfüllung meiner nächsten Pflicht. Aber mit LIEBE will ich es tun.

Dann wird auch das Geringste gross.

Jesus, lass uns jeden Augenblick das tun, was die Stimme der Liebe uns zu tun einlädt. Gib, dass wir alles aus Liebe, mit Liebe und für die Liebe tun. Dann werden wir den Willen dessen tun, der nur Eines will: LIEBEN. Zu ihm wollen wir beten, wie du uns zu beten gelehrt hast: Vater unser...

3

JESUS, der uns das Reich Gottes verkündet hat.

Das Reich Gottes ist ein Reich kindlicher Liebe.

„WENN IHR NICHT UMKEHRT UND WIE DIE KINDER WERDET, KÖNNT IHR NICHT IN DAS HIMMELREICH KOMMEN."Mt 18,3

Werden wie die Kinder heisst nicht kindisch, sondern kindlich werden.

Es geht darum , wie die Kinder zu werden: den Augenblick leben, arglos, nicht berechnend sein, sich geben, wie man in Wahrheit ist: klein, schwach, auf andere angewiesen, einfach, vertrauend, offen, fähig zu staunen, liebesbedürftig.

Um den Geist des Kindes zu erlangen, bitten wir denjenigen, dessen vielgeliebte Kinder wir sind, und sprechen wir:

Vater unser...

4

JESUS, der auf dem Berg verklärt worden ist.

Die Liebe verklärt.

UND ER WURDE VOR IHREN AUGEN VERWANDELT; SEIN GESICHT LEUCHTETE WIE DIE SONNE, UND SEINE KLEIDER WURDEN BLENDEND WEISS WIE DAS LICHT. Mt 17,2

Die Dunkelheiten und Nächte der Unwissenheit, des Leidens und der Sünde gehen vorüber. Für jene, die an die LIEBE geglaubt und sich ihr geöffnet haben, endet alles in der Herrlichkeit, im Licht, in der Glückseligkeit der Liebe.

Lassen wir uns von dem, was uns negativ erscheint, nicht erschrecken oder lähmen. Gott lässt das Übel nur zu, wenn dadurch ein grösseres Gut möglich wird.

Dass wir unsern Blick auf den auferstandenen Jesus gerichtet halten und für andere Lichtstrahlen werden, wenden wir uns an den, der auch uns einmal verklären wird, und beten wir in freudiger Hoffnung: Vater unser...

5

JESUS, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

Die LIEBE will sich vereinen.

„NEHMT UND ESST; DAS IST MEIN LEIB." Mt 26,26

Jesus, es ist uns also möglich, uns selbst leiblich mit dir zu vereinen.

Welche Liebe!...

Dass in uns das Verlangen wachse, uns durch das Sakrament der Liebe mit Jesus zu vereinen, bitten wir denjenigen, dem wir dieses Geschenk des Himmels verdanken, und sprechen wir voll Ehrfurcht: Vater unser...



Die schmerzhaften Geheimnisse

1

JESUS, der für uns Blut geschwitzt hat.

Die Liebe leidet wie ein Kind.

ABBA, VATER, ALLES IST DIR MÖGLICH. NIMM DIESEN KELCH VON MIR! ABER NICHT, WAS ICH WILL, SONDERN WAS DU WILLST SOLL GESCHEHEN. Mk 14,36

ABBA, Papa- so betete Jesus angesichts der schrecklichsten Leiden, die einem Menschen widerfahren können.

Der erwachsene Jesus besass noch sein Kinderherz.

ALLES IST DIR MÖGLICH. – Das Kind vertraut unbegrenzt.

NIMM DIESEN KELCH VON MIR! – Das Kind fürchtet das Leiden. Sein ganzes Wesen sträubt sich gegen das Leiden, denn es ist nicht für das Leiden geschaffen, sondern für die FREUDE.

ABER NICHT, WAS ICH WILL, SONDERN WAS DU WILLST. – Der Geist des Kindes, die Hingabe, siegt.

Jesus, ich fühle es: so ist es richtig. So sollten auch wir uns dem Leiden gegenüber verhalten. Mach unser Herz dem deinen gleich, damit auch uns im Angesicht des Leidens jene Worte über die Lippen kommen, die du uns gelehrt hast, und wir mit kindlichem Vertrauen sprechen können: Vater unser...

2

JESUS, der für uns ist gegeisselt worden

Die Liebe ist verletzlich..

DARAUF LIESS PILATUS JESUS GEISSELN. Jh 19,1

Jesus werden die ersten Wunden geschlagen. Jesus wird verletzt.

Auch ich bin schon verletzt worden und habe es demjenigen übel genommen, der mich verletzt hat, ja nehme es ihm im Tiefsten vielleicht heute noch übel.

Habe ich vergessen, dass auch ich schon andere verletzt habe? Habe ich vergessen, dass nicht alle Verletzungen von andern stammen müssen, da ich mich auch selber verletzen kann, wenn ich etwas falsch mache oder übersehe?

Jesus, du hast die grausamen Verletzungen, die man dir zufügte, geduldig ertragen., weil jener dich durch einen Engel gestärkt hatte, der auch uns stärken wird, wenn wir zu ihm beten: Vater unser...

3

JESUS, der für uns ist mit Dornen gekrönt worden.

Die Liebe leidet; am meisten hat Gott, die Liebe selbst, gelitten.

„SEHT, DA IST DER MENSCH!" Jh 19,5

Seht, was Hass, Hohn, Grausamkeit – alle Formen des Bösen - aus diesem Menschen gemacht haben! Die ganze Bosheit der Welt hat sich auf einen einzigen Menschen entladen. Und dieser Mensch, dieser Mann der Schmerzen... ist GOTT!!

O Jesus, welch unfassbare Liebe!

Da fragen sich die Menschen, angesichts des Leids in dieser Welt: Wie kann es einen lieben Gott geben? - und fallen in Zweifel oder Gottlosigkeit.

Hier, vor den rasenden Schmerzen des blutig geschlagenen, verhöhnten Gottes muss jede Klage, jeder Zweifel verstummen - - -.

Nein, du bist kein Gott, der vom Himmel her das Leid der Menschen teilnahmslos zulässt: Du hast in Jesus alle Not und allen Schmerz selber auf dich genommen. Du lässt uns selbst in Leiden und Tod nicht allein, denn du bist unser Vater. In demütiger, dankbarer Liebe lass uns zu dir beten: Vater unser...

4

JESUS, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

Die Liebe ist bereit, für den Geliebten auch Leiden auf sich zu nehmen.

WER MEIN JÜNGER SEIN WILL, DER VERLEUGNE SICH SELBST, NEHME TÄGLICH SEIN KREUZ AUF SICH UND FOLGE MIR NACH. Lk 9,23

Darum haben die Jünger Jesu sich selbst verleugnet, d.h. von sich selbst abgesehen, und nur noch IHN gesehen, der aus Liebe zu uns so viele Leiden auf sich genommen hatte.

Jesus, ich will dein Jünger sein, dir nachfolgen.

„Wie süss ist der Kreuzweg, nachdem DU ihn für uns gegangen bist!" so sprechen die Heiligen, die grossen Liebenden.

Jesus, mein Leiden ist mir noch so bitter. Daran sehe ich, wie klein und schwach meine Liebe zu dir noch ist. Das ist mein grösstes Leiden. So lass mich wenigstens in Demut leiden, wie unwürdig, etwas für dich leiden zu dürfen, der du so viel für mich gelitten hast.

Ja, alles mit dir, o Jesus, alles für dich, o Jesus, und für die ewige Freude meiner Brüder und Schwestern, damit die unendliche Liebe des Vaters offenbar werde, zu dem du uns zu beten gelehrt hast: Vater unser…

5

JESUS, der für uns ist gekreuzigt worden.

Die Liebe be-schuldigt nicht, sondern ent-schuldigt und verzeiht.

„VATER, VERGIB IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN." Lk 23,34

O Jesus, wem ist grösseres Unrecht widerfahren als dir! Gibt es eine bösere Tat, als der Gottesmord durch schuldige Menschen? – Dennoch hast du für deine Peiniger gebet und sie

ent-schuldigt. Wie kann ich da noch irgend jemand etwas nachtragen und ihn beschuldigen! Mit dir will ich zu demjenigen beten, dessen Vergebung ich selber so nötig habe, und in Demut sprechen: Vater unser...


Die glorreichen Geheimnisse

1

JESUS, der von den Toten auferstanden ist.

Die LIEBE spricht: LEBE! Ich will dir das schönste Leben schenken, das es gibt: mein Leben, das göttliche Leben. Göttlich leben aber heisst: LIEBEN.

LIEBE ist der Sinn deines Lebens. Zum LIEBEN bist du da.

WER NICHT LIEBT, BLEIBT IM TODE. 1 Jh 3,14

Vater, wie gut du bist! Du lässt uns nicht im Tode, sondern gibst uns Anteil an deinem eigenen göttlichen Leben.

Wahrlich, nur wenn wir lieben, leben wir wirklich. Nur wenn wir lieben, sind wir glücklich.

So erfülle mir denn Herz und Hand mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit und lass sie überströmen auf jeden meiner Mitmenschen.

Hilf mir, alle so zu lieben, wie auch ich geliebt werden möchte.

Lass mich so heiter und wohlwollend sein, dass alle, die mir begegnen, deine Gegenwart und deine Liebe spüren.

Verleihe mir die Kraft, das Böse mit Gutem zu vergelten.

Gib, dass ich auch mich selber liebe, mit all meinen Mängeln, Schwächen und Grenzen – so, wie du mich liebst.

Lass mich alles als Gelegenheit zur Liebe betrachten, auf alles mit Liebe antworten, damit mein Leben ganz Liebe werde. Vater unser...

2

JESUS, der in den Himmel aufgefahren ist.

Die LIEBE spricht: Ich bleibe bei dir. Ich lass dich nicht allein.

SEID GEWISS: ICH BIN BEI EUCH ALLE TAGE BIS ZUM ENDE DER WELT. Mt 28,20

O Jesus, welch eine Verheissung! Wäre dies nicht Grund genug, um alle Sorgen und Ängste fallen zu lassen? Du, dem ALLE MACHT GEGEBEN IST IM HIMMEL UND AUF DER ERDE (Mt 28,18), du bist, auch wenn ich dich nicht sehe, jederzeit bei mir. Ein angstfreies, sorgloses Leben ist möglich!

Kein wirkliches Unglück, kein Unheil wird mir je zustossen können, wenn ich fest bei dir bleibe, dir restlos vertraue.

Um dieses Vertrauen lass mich den Urheber jeder guten Gabe bitten und voll Ehrfurcht sprechen: Vater unser...

3

JESUS, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.

Die LIEBE spricht: Ich liebe dich. Ich nehme dich an, so wie du bist. Ich stehe zu dir, gebe dich nie auf, verzeihe dir alles. Ich nehme innigsten Anteil an allem, was du tust und leidest. Du bist mein vielgeliebtes Kind. Ich will, dass du vollkommen glücklich werdest. Glücklich aber ist nur, wer liebt.

Darum überlass dich ganz dem Geist der Liebe, der in deinem Herzen wohnt.

DIE LIEBE GOTTES IST AUSGEGOSSEN IN UNSERE HERZEN DURCH DEN HEILIGEN GEIST, DER UNS GEGEBEN IST. Röm 5,5

Dass der Heilige Geist in uns die ganze Macht seiner Liebe entfalten kann, darum wollen wir den bitten, der uns im Heiligen Geist sein eigenes Herz geschenkt hat, und voll kindlicher Liebe sprechen: Vater unser...

4

JESUS, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.

Die LIEBE spricht: Du wirst nicht sterben.

JEDER, DER LEBT UND AN MICH GLAUBT, WIRD AUF EWIG NICHT STERBEN. GLAUBST DU DAS? Jh 11,26

Ja, Jesus, ich glaube dir. Wer an dich glaubt, vereint sein Leben mit deinem Leben, und das heisst: mit der LIEBE selbst. Liebe ist Hingabe. Was ich verschenkt habe, kann ich nicht mehr verlieren, es ist Geschenk geworden, es ist Liebe geworden. So wird der Tod zum Höhepunkt unseres Lebens, zum Augenblick der vollkommenen Hingabe, zur Vollendung unserer Liebe.

O Maria, dir überlasse ich alles, was ich habe und bin, ohne mich zu sorgen, was du damit machst. Ich bin dein Kind und vertraue dir ganz. So kann ich schon auf Erden das Leben im Himmel beginnen und getrost einst heimkehren zum Vater, der mich mit offenen Armen empfangen wird. Vater unser...


5

JESUS, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

Die LIEBE spricht: Komm und freue dich! Du sollst fröhlich sein und dich ohne Ende mit mir freuen.

DIES HABE ICH EUCH GESAGT, DAMIT MEINE FREUDE IN EUCH IST UND DAMIT EURE FREUDE VOLLKOMMEN WIRD. Jh 15,11

Deine Freude, o Jesus, ist es, dem Vater Freude zu machen.

Was aber dem Vater Freude bereitet, ist einzig die Liebe.

O Maria, erlange uns die Gnade, dass auch wir in unserem Leben nur dies eine wollen: dem Vater Freude bereiten durch unsere Liebe und unser grenzenloses Vertrauen in seine Güte und Barmherzigkeit. Dann werden auch wir einst mit dir in voll beseligender Freude das Lob seiner Herrlichkeit singen können, das Lob seiner LIEBE.

Vater unser...

WOHIN SOLL ICH MICH WENDEN,

wenn Gram und Schmerz mich drücken?

Wem künd' ich mein Entzücken,

wenn freudig pocht mein Herz?

Zu dir, zu dir, o Vater, komm ich in Freud' und Leiden,

du sendest ja die Freuden,

du heilest jeden Schmerz.

Ach, wenn ich dich nicht hätte, was wär' mir Erd' und Himmel?

Ein Bannort jede Stätte, ich selbst in Zufalls Hand.

Du bist's, der meinen Wegen ein sich'res Ziel verleihet

Und Erd' und Himmel weihet zu süssem Heimatland.

      (Melodie und Text nach: Come and Go with Me)


Auf den Vater hin ist das ganze Leben Jesu ausgerichtet; zu Ihm zieht Er uns empor. Jenes Rauschen lebendigen Wassers, das der hl. Ignatius von Antiochien in den Tiefen seines Herzens vernahm und das ihm zuraunte: „Komm herauf zum Vater!", klingt dem Christen wie ein Echo aus dem ganzen Evangelium entgegen.


ABBA, LIEBER VATER!

Gebete zum himmlischen Vater

Ein Wort zuvor

Die Menschheit an der Schwelle zum dritten Jahrtausend sieht sich vor Probleme gestellt, die nur gemeinsam gelöst werden können: die Sicherung des Friedens, der Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheit, die Bewahrung der Schöpfung, um nur einige zu nennen. Auch sehen viele Menschen der Zukunft mit Angst und Sorge entgegen. Solidarität, das Bewusstsein, eine einzige, grosse Menschheitsfamilie zu bilden, werden nötiger denn je. Ist es nicht ein Gebot dieser Weltstunde, den tiefsten Grund unserer Zusammengehörigkeit, den Garanten unserer Zukunft entdecken zu lassen: Gott als Vater aller Menschen?
Uns Gott als Vater nahe zu bringen, uns dessen grenzenlose Güte zu offenbaren, das Kommen seines Reiches zu begründen und uns zu ihm zu führen, war die Sendung Jesu. Sein ganzes Leben war auf den Vater ausgerichtet:

«Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?» (Lk 2,49) «Niemand kommt zum Vater ausser durch mich.» (Joh 14,6) «Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.» (Joh 17,6) «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.» (Lk 23,46).

Schon die Art, wie Jesus seinen Vater nannte, war neu: «Abba», «Papa» — so wie ein kleines Kind seinen Vater anredet.
«Abba, lieber Vater!» war der begeisterte Ruf, der aus den Herzen der ersten Christen aufstieg.
Und heute? Sind wir mit Jesus auf dem Weg zum Vater? Oder hat uns die Kritik der Vaterfigur durch Psychoanalyse und Feminismus «vaterlos» gemacht?

Keineswegs, vorausgesetzt, dass wir uns bewusst sind, dass Gott Vater kein Mann ist, weil kein Mensch, sondern Gott, und dass wir mit dem Namen «Vater» das meinen, was Jesus gemeint hat, nämlich Gott als Urquell allumfassender, grenzenloser Güte. Dann aber dürfen wir in kindlicher Unbefangenheit Gott «Vater», ja, wie Jesus, «Abba», «Papa» nennen.
Diese einfachen Gebete, die auch als Novene verrichtet werden können, möchten so vielen Menschen wie möglich helfen, Gott als reine Güte zu entdecken, und so der Verwirklichung von dessen Liebesplan dienen: alle Menschen in Christus zu einer einzigen Familie zu vereinen, «zum Lob seiner Herrlichkeit» (Eph 1,12).

Erster Tag

Du bist nur Liebe

Seht, wie gross die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat...(1 Joh 3,1)

Vater, wie wunderbar! Bei dir ist alles so einfach. Ich darf vor dir sein wie ein Kind.
Ich darf dich um alles bitten, und du gibst mir alles, was ich brauche.
Ich darf dir erzählen, was mich bewegt. Du hörst mich an, nimmst mich ernst, verstehst mich. Nie wirst du meiner überdrüssig.
Nie wendest du dich von mir ab.
Du bist jederzeit ganz für mich da.
Du schaust nicht auf das, was ich habe, was ich weiss, was ich kann, was ich leiste.
Du nimmst mich an, so wie ich bin.
Du schaust nicht auf meine Fehler und verurteilst mich nicht.
Du verzeihst mir alles und trägst mir nichts nach.

Du nimmst mich so, wie ich jetzt bin, nicht, wie ich war, und lässt mich jederzeit neu anfangen.
Von dir brauche ich nichts zu befürchten.
Du bist der Vater aller. Jeder darf zu dir kommen, niemand ist ausgeschlossen.
Jeden liebst du mit der gleichen Liebe, liebst ihn, wer immer er sei, wie deinen eigenen Sohn!

Vater, wie unerhört, ja unglaublich klingt dies alles! Und doch ist es wahr. Jesus hat bezeugt, dass du wirklich so bist: Liebe, grenzenlose Liebe.

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsre Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Zweiter Tag

Das grösste Geschenk

Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.(Lk 11,13)

Vater, alle guten Gaben kommen von dir. Je grösser und kostbarer eine Gabe ist, desto lieber und schneller willst du sie uns geben.
Darum, lieber Vater, möchte ich dich heute um die grösste und beste aller Gaben bitten... um die LIEBE, um den HEILIGEN GEIST.

Vater, ich brauche den Heiligen Geist. Ich möchte leben, mich am Leben freuen, ohne den Tod fürchten zu müssen.
Ich möchte geistig jung und beweglich bleiben.
Ich möchte grossmütig, mitfühlend, hilfsbereit werden.

Ich möchte frei werden von allem, was mich belastet, hemmt, versklavt.
Ich will siegen über meine Lauheit und Trägheit, meine Ängstlichkeit, Mutlosigkeit und Traurigkeit.

Ich brauche Kraft zum Leiden, zum Verzeihen, zum Neuanfangen.

Ich möchte ein neuer Mensch werden und dazu beitragen, dass die Welt etwas menschlicher wird.

Du selbst hast diese Wünsche in unser Herz gelegt. Deine Freude ist es, sie zu erfüllen, indem du uns den Heiligen Geist schenkst.
Sende aus deinen Geist, der uns zu deinen Kindern macht, der deinen Namen heiligt, indem er in uns «Abba, lieber Vater!» ruft.
Gib, dass ich nicht nachlasse, immer wieder zu beten:

Komm, Heiliger Geist!

Vater unser...


Dritter Tag

Dein Herzenswunsch

Er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus.(Eph 1,5)

Lieber Vater, von Ewigkeit her hast du an uns gedacht.
Dein liebendes Vaterherz hatte einen herrlichen Plan:
Du wolltest dir Kinder erwecken, um sie in deinem Sohn und wie deinen Sohn zu lieben.
Mit heiliger Begeisterung hast du das ganze Universum auf dieses Ziel hin geschaffen.

Du willst eine einzige grosse Familie, in der alle durch die Liebe Christi geschwisterlich miteinander verbunden sind.

Diese Liebesgemeinschaft ist deine Kirche: Alles in ihr ist auf Liebe gegründet. Darum soll auch alles in ihr aus Liebe, in Liebe und für die Liebe geschehen.

Welch ein Traum! Eine Gemeinschaft, die nur die Liebe kennt und allen Menschen offen ist.

Vater, dieser Traum soll Wirklichkeit werden!

Ich will da anfangen, wo ich gerade bin: Lass mich den Nächsten als den empfangen, den Jesus durch mich lieben will.
Mach mich geduldig, verständnisvoll, weitherzig. Gib, dass ich in Demut den andern höher einschätze als mich selbst, überall das Gute hervorhebe und mich liebloser Kritik enthalte.

Mögen nur jene Gedanken in meinem Geiste haften bleiben, die der Liebe und Einheit dienen, und mein Bemühen darauf gerichtet sein, Frieden zu stiften.

Vater, lass die Kirche immer mehr zum Abbild der dreieinigen Liebesgemeinschaft werden!

Vater unser...

Vierter Tag

Nur die Liebe zählt

hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.(1 Kor 13,2)

Vater, dein Wille ist Liebe, denn du bist die Liebe, bedingungslose, grenzenlose Liebe — und nur Liebe.
Vater, alle Liebe kommt von dir.
Erfülle mir Herz und Hand mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit und lass sie überströmen auf jeden meiner Mitmenschen.
Du willst im Nächsten geliebt werden. Ich bin dir nicht näher als ich meinem Nachbarn, ja meinem grössten Feinde bin.
Lass mich so heiter und wohlwollend sein, dass alle, die mir begegnen, deine Gegenwart und deine Liebe spüren.
Hilf mir, alle so zu lieben, wie auch ich geliebt werden möchte.
Verleihe mir die Kraft, das Böse mit Gutem zu vergelten.
Gib, dass ich auch mich selber liebe, mit all meinen Mängeln, Schwächen und Grenzen — wie du mich liebst.
Lass mich alles als Gelegenheit zur Liebe betrachten und auf alles mit Liebe antworten:

auf Dunkles, Unverständliches mit Glauben und Vertrauen,

auf Krankheit und Not mit Hilfe und Trost,

auf Hass und Bosheit mit Gutsein und Verzeihen,

auf Ungerechtigkeit und Unterdrückung mit mutigem Einsatz für Gerechtigkeit und Freiheit.

Nur die Liebe zählt.
Liebe ist der Sinn meines Lebens.
Liebe ist meine Berufung.
So bitte ich dich denn nur um dieses eine:

um Liebe, um noch mehr Liebe.

Vater unser...

Fünfter Tag

Du sorgst für uns

Euer Vater weiss, was ihr braucht.(Mt 6,8)

Vater, ich weiss nicht, was das Leben mir noch bringt. Die Zukunft ist uns verborgen. Werde ich stets Arbeit finden? Wie wird es mir gesundheitlich ergehen? Was geschieht mit der Kirche? Wohin steuert die Welt?

Du willst nicht, dass wir uns sorgen, denn du sorgst für uns. Du bist ja unser Vater, und wir sind deine Kinder. Das Kind kann für seinen Lebensunterhalt nicht selber sorgen. Es kann sich nicht selber durchbringen. Es ist auf Hilfe angewiesen.
Vater, was wäre ich ohne dich! Was habe ich, das ich nicht empfangen hätte! Alles verdanke ich letztlich dir, mein gütiger Vater.
Du allein kennst die Zukunft. Du weisst alles, du vermagst alles, und du liebst mich. Darum kann ich mich bei dir total geborgen fühlen.
Vater, ich überlasse alles dir. Wie du es fügst, so ist es am besten. Ich glaube an deine Liebe.

Ich glaube, dass du deiner Kirche jederzeit mit deinem Geist beistehst und uns durch ihre Hirten auf gute Weide führst.

Du liebst unsere Erde. Darum glaube ich, dass du ihr auch Zukunft geben wirst.
Vater, ich vertraue dir ganz.
Ich will nur noch eines: auf deine Liebe mit dankerfüllter Liebe antworten und dir durch mein Vertrauen Freude machen.
Alles zu deiner grösseren Freude!

Vater unser...

Sechster Tag

Vergib mir!

Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

(Lk 23,34)

Vater, ich habe gegen die Liebe gefehlt.
Ich war selbstgerecht, engherzig, undankbar...

Ich weiss, für dich sind unsere Vergehen keine «Majestätsbeleidigungen». Was dich schmerzt, ist einzig, dass wir durch unsere Verfehlungen gegen unser eigenes Wohl verstossen.

Dir geht es nicht um deine verletzte Ehre, sondern einzig um das Glück deiner Kinder.

Vater, wie leid tut es mir, dass ich auf den Anruf deiner Liebe nicht gehört habe!
Allerdings kann ich dein Verzeihen nicht in Anspruch nehmen, wenn ich selber nicht verzeihe. Aber meine negativen Gefühle sind noch da. Vater, ich weiss, du schaust nicht auf unsere Gefühle, sondern auf unsern Willen. Wenn ich verzeihen will,habe ich verziehen.
Vater, ich will allen vergeben, die mir unrecht getan haben, und für sie beten.
Vergib auch mir! Ich weiss, du tust nichts lieber als verzeihen. Vater, bewahre mich davor, andere zu richten, ihnen Vorwürfe zu machen, unversöhnlich, nachtragend zu sein.
Lass mich immer daran denken, dass Jesus sogar jene vor dir entschuldigt hat, die ihn kreuzigten. Vater, ich danke dir für deine Liebe und preise deine unendliche Barmherzigkeit.

Vater unser...


Siebter Tag

Trotz Leiden an deine Liebe glauben

Denn die augenblickliche, leichte Trübsal schafft uns eine überreiche, gewaltige Fülle ewiger Herrlichkeit...(2 Kor 4,17)

Vater, wenn es in meiner Seele düster geworden ist, lass mich nicht meinen, du wärest nicht mehr bei mir.

Wenn ich von einer Krankheit oder von einem Leid heimgesucht werde, lass mich nicht meinen, du wollest mich für etwas strafen.
Wenn ich mich in Sünde und Schuld verstrickt habe, lass mich nicht glauben, du seist böse auf mich und würdest mich nicht mehr lieben.
Wenn ich mich unnütz und unfähig fühle, lass mich nicht denken, ich sei bei dir abgeschrieben.

Bist du mir nicht gerade dann besonders nahe, da du ja die Liebe bist?
Kann ich je Grösseres leisten als dann, wenn ich zu nichts anderem mehr fähig bin als zu leiden und zu sagen: Vater, ich liebe dich?
Die grösste Leistung ist das Leiden, und die grösste Tat ist die Liebe. Was hat Jesus am Kreuz noch tun können? Nichts als leiden und lieben.
Nicht du wolltest ja sein Leiden, denn du bist die Liebe. Aber du hast alles zum Besten gewendet, zu Leben und Heil für die ganze Welt, zu Sieg über Sünde und Tod, zu Herrlichkeit ohne Ende für alle, die ihr Herz der Liebe geöffnet haben.

Vater, ich glaube an deine Allmacht und Liebe.

Alles hast du zum Besten deiner Kinder gemacht.

Alles ist Gelegenheit zur Liebe.
Du kannst selbst das grösste Übel zum Guten wenden.
In deine Hände lege ich alles, was ich habe und bin.

Nicht mein, sondern dein Wille geschehe, immer und überall.
Vater, ich liebe dich!

Vater unser...

Achter Tag

Heim zu dir...

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir.(Ps 23/22,4)

Vater, die Zeit vergeht. Ich werde immer älter. Die Kräfte nehmen ab. Ich gehe dem Tod entgegen... Soll ich darüber traurig sein? — Nein. Jeder Augenblick, der vorübergeht, nähert mich dir...

Mag auch mein äusserer Mensch zerfallen, den innern erneuerst du mir Tag für Tag durch deine Liebe. Diese Liebe kennt kein Alter und kein Vergehen; sie ist ewige Jugend, Schönheit, Kraft und Frische.
Darum kann ich freudig und vertrauensvoll meinen Lebensweg weitergehen.
Vor nichts brauche ich Angst zu haben, denn deine Liebe ist mir sicher.
Auch vor dir brauche ich mich nicht zu fürchten.

Deine Gerechtigkeit steht nicht im Gegensatz zu deiner Güte.

Sie ist nicht eine rächende, vergeltende Gerechtigkeit wie oft die unsere, sondern eine, die gerecht macht; sie richtet nicht hin, sondern richtet auf; sie zahlt nicht heim, sondern führt heim: heim zu dir.
Deine Gerechtigkeit ist deine Heiligkeit — und Heiligkeit ist Liebe.

Vater, gib, dass ich mich an nichts festklammere, ausser an dir, nichts wichtig nehme, ausser der Liebe.
Lass mich immer einfacher, hingebender, dankbarer, freudiger werden, bis zu jener höchsten Stunde meines Lebens, da ich dir restlos alles schenken kann und heimkehren darf zu dir!...

Vater unser...

Neunter Tag

Himmlische Freude

Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.(Kol 1,12)

Himmlischer Vater, wie wenige freuen sich auf den Himmel!
Der Himmel scheint die Menschen kaum mehr zu interessieren — oder interessieren sie sich überhaupt für etwas anderes als für den Himmel? Die ganze Welt sucht Freude, Glück und Seligkeit.
Vater, du hast uns für die Freude geschaffen, weil du die Liebe bist. Liebe will Freude bereiten.
Was kann ein Vater lieber sehen als fröhliche Kinder?

In der Freude öffnest du uns dein Herz.
Der Genuss der Güter dieser Erde soll uns erfahren lassen, wer du bist: Güte, grenzenlose Güte...

Der Himmel hat schon begonnen! Alle Freuden, die du uns schenkst. sind Vorboten des Himmels. Alle deine Gebote sind Wegweiser zum Himmel. Schon jetzt dürfen wir durch unsere Liebe und Güte ein Stück Himmel um uns verbreiten, dürfen uns an dir und aneinander, ja an all deinen Geschöpfen herzlich freuen und das Lob deiner Herrlichkeit singen.

Wie schön wird es einst im Himmel sein!
Jede Träne wirst du von unsern Augen abwischen. Keine Schuld, kein Leid, kein Tod wird mehr sein. Für immer wird nur noch eines unser Herz erfüllen und zutiefst beseligen:

die Liebe...

Vater unser...

VATER, ICH DANKE DIR, o bester Vater, ich danke dir (2x)

1. für deine Liebe, deine Güte, dein Erbarmen, ich danke dir.

2. dass deinen vielgeliebten Sohn du für uns hingabst,

uns zu erlösen von unsrer Schuld.

3. dass du dein eigen Herz uns schenkst im Heil'gen Geiste,

und uns zu deinen Kindern machst. (Melodie: Santo es el Senor)

Lieber heiliger Franz von Sales,

du wirst von der Kirche 'doctor amoris' genannt, ‚Lehrmeister der Liebe'. Es war dein Herzensanliegen, die Menschen die Liebe Gottes entdecken zu lassen, um sie so selber zu immer grösseren Liebenden und damit glaubhaften, gewinnenden Zeugen der Liebe Gottes zu machen.

Dein ganzes Leben, und im Besonderen deine grosse schriftstellerische Begabung, hast du ganz in den Dienst dieser Aufgabe gestellt.

Da Gott die Liebe ist, hat er auch alles aus Liebe und für die Liebe geschaffen, vor allem uns Menschen, die wir sein Abbild sind.

„Alles ruft an das Ohr unseres Herzens: Liebe! Liebe! Liebe!" schreibst du.

Nicht weil Gott uns brauchte, habe er uns geschaffen, sondern einzig, um an uns seine Güte zu erweisen. Wie wunderbar!

Wie alle Heiligen, warst auch du deiner Zeit weit voraus. Du hattest erkannt, was damals noch keine Selbstverständlichkeit war: dass nämlich alle Menschen, gleich welchen Standes, zur Heiligkeit berufen sind, und zwar jeder auf die ihm angemessene Weise. Das Leben eines Christen in Ehe, Beruf und Gesellschaft durfte nicht mehr einfach als eine verkürzte Kleinausgabe des Ordenslebens angesehen werden, denn die Heiligkeit ist ja nichts anderes als die gelebte Liebe. Diese aber nimmt unzählige Formen an und bleibt doch immer die eine Liebe.

Die ganze Kirche sahst du auf die Liebe gegründet. Daher sollte auch alles in ihr „im Hinblick auf die Liebe, in Liebe, für die Liebe und aus Liebe" geschehen. Die Liebe sollte wie Gold aus allem, was sie sagt und tut, hervorleuchten.

Darum wünschtest du auch für die religiöse Gemeinschaft, die du mit der hl. Johanna Franziska von Chantal zu gründen dich gerufen fühltest, ursprünglich nur ein Gelübde: das Gelübde der LIEBE, da die Liebe ALLES in sich schliesst, ja, wie der hl. Paulus sagt, nur die Liebe zählt und ohne die Liebe alles nichts ist (vgl. 1 Kor 13).

Doch dieser Gedanke des einen Gelübdes der Liebe war in deiner Zeit zu neu, zu kühn, und du hast dich in Demut und Gehorsam in die hergebrachten Formen klösterlichen Lebens gefügt.

Du giltst als der Heilige der Sanftmut und Milde. Gott allein weiss, was es dich für einen Kampf gekostet hat, so sanft und milde zu werden, denn von Natur aus neigtest du zum Jähzorn. Aber du hast dich vom Heiligen Geist umwandeln lassen, von jenem Geist, der Jesus erfüllte. „Der Geist der Milde ist der wahre Geist Jesu", schriebst du einmal an eine Dame, deren Seelenführer du warst.

„Alles aus Liebe, nichts aus Zwang." war dein Leitspruch. Du warst tief davon überzeugt, dass nur der Geist der Güte, Sanftmut und Milde die Menschen verändern kann und dass sie nur auf diese Weise für die Wahrheit gewonnen werden können. Das sollte sich zeigen, als es dir gelang, über 70'000 zum Calvinismus übergetretene Katholiken wieder in den Schoss der Mutter Kirche zurückzuführen.

Etwas ganz Neues und etwas, was ein besonderes Merkmal deiner Spiritualität werden sollte, aber war, dass du rietest, auch uns selbst gegenüber Milde walten zu lassen. Bedürfen wir selbst nicht auch der Nachsicht und Milde, der Geduld und Sanfmut? Brauchen wir selber nicht genau soviel Liebe und Verständnis wie unsere Nächsten? Ja, können wir unsere Mitmenschen überhaupt lieben, wenn wir uns selbst nicht lieben? „Das Ich ist hassenswert." So wird bald Blaise Pascal, der führende Jansenist sagen und mit seinem Irrtum grossen Schaden anrichten. Damit wärest du sicher nicht einverstanden gewesen. Hassenswert ist doch nur die Sünde, nicht der Sünder. Wurde ich denn nicht von Gott geschaffen, ja mehr noch: von Gott unendlich geliebt?

Heiliger Franz von Sales, du bist wahrhaft ein Lehrmeister der Liebe, da du uns nicht nur die Gottes- und Nächstenliebe, sondern auch die wahre Selbstliebe lehrst. Erlange auch uns, dass wir uns vom Heiligen Geist, diesem Geist unendlicher Sanftheit und Milde erfüllen lassen, damit wir unseren Mitmenschen, aber auch uns selbst gegenüber gütiger, milder, geduldiger, verständnisvoller und nachsichtiger werden, auch uns selber gönnen, was uns gut tut, uns aufbaut, froh macht. Lesen wir doch in der Heiligen Schrift: „Wer sich selbst nichts gönnt, wem kann der Gutes tun? Er wird seinem eigenen Glück nicht begegnen. Keiner ist schlimmer daran als einer, der sich selbst nichts gönnt."(Jes Sir 14,5-6)

Diese Sanftmut aber gründet wie jede andere Tugend auf der Demut, d.h. dem Bewusstsein, dass wir alles empfangen haben, alles somit Gnade, d.h. Geschenk ist. Sie äussert sich auch darin, dass ich mich über keinen anderen Menschen erhebe, ihm böse bin, sondern mir sage, was einmal einer deiner grossen Schüler und geistlichen Söhne, der hl. Don Bosco, Gründer der Salesianer, antworten wird, als man ihm vorwarf, sich mit kriminellen Jugendlichen abzugeben:

„Wenn ich an ihrer Stelle wäre, wäre ich vielleicht noch schlimmer als sie, und wenn sie an meiner Stelle wären, wären sie vielleicht besser als ich."

Demut auch wenn wir etwas zu leiden haben: „Wir sollen in aller Demut am Kreuz hangen, wie unwürdig, etwas für Den leiden zu dürfen, der soviel für uns gelitten hat."

Auf diesem Fundament der Demut bautest du wie einen herrlichen Dom dasjenige auf, was deine Spiritualität krönen sollte: nämlich das unerschütterliche Vertrauen auf Gott, an dessen grenzenlose Güte du mit allen Kräften deiner Seele glaubtest. Wahrlich, keiner, der auf Gott vertraut hat, ist je getäuscht worden. Darum lädst du uns ein, alle unsere Sorgen Gott zu übergeben, ja uns selber ihm vollkommen hinzugeben und nie zu vergessen: „Ein Kind, das in den Armen eines allmächtigen Vaters ruht, kann niemals verloren gehen."

So wurdest du zum wahren Verkünder der Frohen Frohbotschaft, der heute noch jedem Menschen die so unendlich ermutigenden Worte zuruft:

„Hab' Freude im Herzen, denn Gott schaut auf dich in Liebe."

ICH MÖCHTE SINGEN VOR LAUTER FREUDE,

ich will dir danken, o du mein Herr,

1. für deine Liebe, für deine Freundschaft, und weiterschenken,
was du mir gibst.Alleluja...
2. für deine Botschaft, für deinen Frieden, und weiterschenken...
3. für deine Treue, für dein Vergeben, und weiterschenken...


LIEBEN wir auch unseren Körper, den Gott uns geschenkt und so wunderbar gebildet hat, indem wir ihm immer mehr das geben, was IHM gut tut!

Beispiel:

TÄGLICH GUTE FETTE. Nur schlechte Fette machen dick und krank. Die gesunde Fettformel: 3 Esslöffel kaltgepresstes OLIVENÖL, 1 Esslöffel RAPSÖL und je einen Teelöffel Lein- und Walnussöl. Senken schlechtes Cholesterin, sind purer Herzschutz. Olivenöl schützt ausserdem vor Krebs, besonders vor Brustkrebs. (nach Dr. med. Ulrich Strunz: Frohmedizin)

SING MIT MIR EIN HALLELUJA, sing mit mir ein Dankeschön! Denn im Danken, da liegt Segen, und im Danken preis ich Ihn.

1. Für den Regen in der Nacht, für die Sonne, die mir lacht,

      für die Luft, die mir den Atem gibt.

2. Für das Wunder, das geschah, dort am Kreuz auf Golgatha,

    als Er starb, damit ich leben kann.

3. Für die Freude, die ich hab, für die Liebe jeden Tag,

      die aus seiner grossen Gnade quillt.

4. Dafür, dass Er auferstand und der Hölle Macht gebannt,

      dafür, dass Er mich nur hat gemacht.

5. Dafür, dass Er heute lebt und mir treu zur Seite steht,

      dafür, dass mich seine Liebe trägt.



Pilgertasche 2009 (Fortsetzung von Pilgertasche 2006)


 

A: Im Rosenkranz der Liebe, bei den Lichtreichen Geheimnissen, wenn möglich, Gesätz 2 und 5 durch folgende Texte ersetzen: 

 

 

2. Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.

 

Die Liebe will FREUDE bereiten.

 

So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Jh 2,11

 

Das erste Zeichen seiner Herrlichkeit war die Verwandlung von Wasser in Wein. Das Zeichen Gottes, um seine Herrlichkeit zu offenbaren, war also etwas, was für die FREUDE des Menschen bestimmt war. 

Die Herrlichkeit Gottes ist die Liebe. Die Liebe aber will Freude bereiten. Es ist die FREUDE, die zu einem Glauben an einen Gott führt, der LIEBE ist. Maria, die Magd des Herrn, setzt sich für die Freude der Menschen ein, denn GOTT IST FREUDE..

 

O Maria, wir danken dir für deine Kühnheit, dein Vertrauen, deinen Glauben an die Liebe Gottes. Wie Gott willst auch du nichts anderes als Ursache unserer FREUDE sein. Erlange uns die Gnade, dass auch wir Dienerinnen und Diener der Freude werden und dadurch glaubhafte Zeugen für einen Gott, der Liebe ist. Das erbitten wir mit dir von Jesus, indem wir zu dem, welcher der Ursprung allen Glücks ist, beten: 

Vater unser..

 

5. JESUS, der uns die Eucharistie geschenkt hat.

 

Die LIEBE will vereinen.

 

„Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.“ (…) Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Lk 22,15.19

 

Jesus, du hast die Eucharistie eingesetzt, damit wir nie vergessen, was du in deiner Liebe für uns getan hast: Du hast die grösste Liebestat vollbracht, da du sogar dein Leben für uns am Kreuz hingabst. 

Doch nicht genug: Du möchtest dich ganz mit uns vereinen. Deine grenzenlose Liebe soll uns „in Fleisch und Blut“ übergehen, damit wir immer mehr so lieben, wie du den Vater und all seine Geschöpfe liebst. Das Glück keines Menschen soll uns weniger am Herzen liegen als das unsere, da wir alle Glieder deines geheimnisvollen Leibes sind.

Alle und alles sollen mit dem Licht und der Wärme deiner Liebe durchflutet werden und niemand mehr Angst vor dem Sterben haben. Jesus, wie wundervoll! Nie werde ich dir für dieses Sakrament der Liebe gebührend danken können. Möge mein ganzes Leben „Eucharistie“, „Danksagung“ und ich eine Jubelseele werden, die mit Maria ein fortwährendes Magnifikat singt: Magnifikat! beim Erwachen. Magnifikat!  vor jeder Arbeit. Magnifikat! vor jeder Begegnung. Magnifikat! in Freud und Leid. Magnifikat! am Abend. Magnifikat! wenn ich nachts aufwache. Magnifikat! immer und überall – zum Lobe unseres Vaters, dem wir dieses himmlische Brot des Lebens verdanken. Vater unser…

 

B: Am Schluss des Rosenkranz der Liebe einfügen:

 

Dieser „Rosenkranz der Liebe“ ist kostenlos auch als Broschüre erhältlich bei: ABBA DIFFUSION, Route de Bertigny 49, CH-1700 Freiburg

 

Am Schluss der Novene Abba, lieber Vater einfügen:

 

Diese Novene ist kostenlos auch als Broschüre erhätlich bei:

ABBA DIFFUSION, Route de Bertigny 49, CH-1700 Freiburg

 

 

C: Ganz am Schluss als Fortsetzung bitte folgende neue Texte hinzufügen: 

 

Wenn du einmal Gottes Liebe nicht mehr siehst, weil die Welt zu schrecklich scheint,

wenn du einmal Gottes Liebe nicht mehr siehst und es dunkel wird in dir…

dann komm und schaue auf das Kreuz: Hier ist die Liebe!

Kann es denn eine grössere Liebe geben, als an dem Kreuz zu sterben für dich?

Drum komm und schaue auf das Kreuz: Hier ist die Liebe…

 

(Melodie: „Was ich dir sagen will“ GEN ROSSO) 

 

Mit Jesus und Maria den Kreuzweg gehen

 

 

Vorbereitungsgebet

 

O Jesus, wir wollen jetzt mit unserem Herzen die Stationen deines Leidens betrachten. Nicht der himmlische Vater, sondern der Mensch hat dir dieses Leiden bereitet. 

Du hast das Leiden nicht gesucht. Du hast dafür gebetet, dass dir das Leiden erspart bleiben möchte. Du warst Gott, aber auch Mensch.   Unsere Natur sträubt sich gegen das Leiden. Wir sind nicht für das Leiden geschaffen, sondern für die Freude. 

Aber dann bist du ihn doch gegangen, den bittern Weg des Kreuzes. Warum? - Aus Liebe. 

Du wolltest dem Leiden nicht ausweichen, um uns zu zeigen, wie ernst es dir war mit deiner Sendung, nämlich uns zu offenbaren, wie gross, wie übergross die Liebe ist, mit der wir geliebt werden. Jeder Mensch sollte mit Ergriffenheit erkennen: Ja, es ist wahr: Gott ist die Liebe, und sollte selber ein neues Leben beginnen: ein Leben der Liebe. 

 

Jesus, du gehst voran, wir wollen dir folgen, denn wir wissen: Der Kreuzweg führt zum Leben 

Maria,  du gehst mit uns, nicht nur hier auf diesem Kreuzweg, sondern auch auf dem Kreuzweg des Lebens. Wir danken dir für deine mütterliche Hilfe. Wir danken dir für all deine Liebe.

 

 

Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

 

Jesus, du hast gesagt: RICHTET NICHT, DAMIT IHR NICHT GERICHTET WERDET. Mt 7,1 Wir könnten also dem Gericht entgehen, wenn nur wir nicht richten würden! Und doch tun wir es  immer wieder: Wir urteilen so oft über andere, lieblos, hart, ungerecht, anstatt sie anzuhören, sie zu verstehen versuchen. Hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt, denn wir haben vor dir gesündigt. Ich bereue dies aus tiefstem Herzen und will mich bemühen, mich zu bessern. 

Hilf mir, mehr mit andern zu reden, statt über sie, und wenn ich über sie reden muss, dann immer so, als ob sie dabei wären und mich hören würden. Hilf mir, so über sie zu reden, wie ich möchte, dass sie über mich reden würden, und das ist: mit Liebe.

Ich will  jetzt einmal still über diesen Punkt nachdenken, vor dir, dem vollkommen Unschuldigen, der  du  uns nur lieben wolltest, und den wir Menschen sogar zum Tode verurteilt haben.

 

Station: Jesus nimmt das schwere Kreuz auf sich

 

Das Kreuz ist schwer: das Kreuz der Arbeit, der Verantwortung, der Krankheit, des Unverstandenseins, der Vorwürfe, des Versagens. ..

Jedes Kreuz ist schwer, denn wir sind schwach.

Dennoch lädst du uns ein, Tag für Tag unser Kreuz tapfer auf uns zu nehmen und dir nachzufolgen. Sobald wir mit dir gehen, sind wir nicht mehr allein mit unserer Last. Mit dir wird die Bürde leichter. Eine geheimnisvolle Kraft strömt uns zu, die grösste Kraft, die es überhaupt gibt: die Kraft der Liebe, die alles überwinden hilft. Jesus, lass mich mit dir gehen, hilf mir, ja zu sagen zu meinem Kreuz, dann darf ich sicher sein: Ich werde nicht erliegen: Ich werde mit dir siegen.

 

Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

 

Jesus, du, der Herr der Welt, du willst nicht den Starken spielen. Du willst unsere Schwachheit teilen, lässt dich zu Boden stürzen. Welche Liebe!

Wir wollen immer den Erfolg und sind gleich entmutigt, deprimiert, wenn uns etwas nicht gelingt. Wir vergessen, dass wir schwache Menschen sind, vergessen vor allem, dass ein sogenannter Misserfolg unter Umständen sogar das Beste ist, was uns zustossen konnte. Wie leicht werden wir die Beute des schlimmsten Feindes, den es gibt, nämlich des Stolzes, der uns glauben machen will, dass wir selber alles im Griff haben, stärker, besser als die andern sind und uns mit Geringschätzung, ja Verachtung auf jene blicken lässt, die versagt haben, gestrauchelt und gefallen sind. 

Ich will mich einmal prüfen und mich fragen: Wie verhalte ich mich Menschen gegenüber, die gestrauchelt und gefallen sind, die am Boden, im Schmutz liegen?

Wie lebe ich selber Misserfolge, eigenes Versagen? - O Jesus, hab Erbarmen mit mir und allen andern Menschen, die ihre Schwachheit zu Fall gebracht hat. Ich danke dir für deine Liebe.

 

Station: Jesus begegnet seiner betrübten Mutter

 

O Maria, welch ein Schmerz für dich, deinen eigenen Sohn dermassen leiden zu sehen. Wo auch immer Menschen leiden, bist du da. Du bist an ihrer Seite, unsichtbar, für sie betend, sind sie doch alle deine Kinder und liebst sie wie deinen eigenen Sohn. Aber wie gerne würdest du sichtbar, hörbar in Erscheinung treten, Worte der Ermutigung und des Trostes sprechen. Dazu brauchtest du uns. 

O Maria, wie könnte ich dir diesen Wunsch versagen!

Lass mich ganz dein eigen sein, leite meine Gedanken, Worte und Werke, lass mich aufmerksam werden für das oft verborgene Leid der Mitmenschen, denen ich im Alltag begegne. 

 

Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

 

O Jesus, Simon wird gezwungen, dir dein Kreuz tragen zu helfen. Missmutig fasst er es an. Er betrachtet dich als Verbrecher und sieht nicht den Glanz der Gottheit auf deinem verspieenen und zerschlagenen Gesicht. Wir sollten klarer sehen als Simon. Du hast es uns deutlich gesagt, und doch vergessen wir es immer wieder, oder wollen es nicht wahrhaben, weil es in unserem Leben zuviel verändern würde: Was wir unserem Nächsten tun, das haben wir dir getan. Auch wenn es jemand ist, der Unrecht getan hat, der uns verletzt hat, oder auch nur zu ungelegener Zeit kommt. Das wird einmal die grosse Überraschung sein: Du bist es gewesen!... 

Gütigster Jesus, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt und allen, die aus dieser Welt geschieden sind.

 

Station: Veronika reicht Jesus das Schweisstuch dar

 

Veronika fürchtet weder die Soldaten noch den Spott der Umstehenden: sie sieht nur dich in deinem Leiden und verschafft dir Linderung. Was für ein herrliches Beispiel gibt uns da Veronika: 

Sie folgt dem Zug ihres Herzens. O Jesus, wie viel Gutes unterlassen wir, weil wir Sklaven der Menschenfurcht sind. Mach uns frei, dass wir mutig das tun, was die Liebe gebietet, und dem Zug der Gnade stets ohne Bedenken folgen. 

Ich bitte dich auch: Vergilt überreich all jenen, die mir in meinem Leben Gutes erwiesen haben. An sie lass mich ich jetzt in Dankbarkeit denken.

 

Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

Jesus, wir sind durchaus begeisterungsfähig und machen uns mit Schwung an neue Aufgaben. Was uns fehlt, ist die Geduld, das Durchhaltevermögen. Wir lassen den Mut sinken, weil uns der Weg noch so lang erscheint, weil die Arbeit eintönig ist und uns wenig befriedigt, weil Schwierigkeiten auftauchen oder weil wir eine Enttäuschung erleben. Ich empfehle dir jetzt all jene, die versucht sind, aufzugeben. Aber ich bitte dich besonders auch für jene, die wiederum gefallen sind, jene Menschen, die wir als „Rückfällige“ bezeichnen. Sind wir nicht alle in irgendeiner Beziehung rückfällig? Wer hat alle seine Vorsätze gehalten? Wer hat an einem Tag gehen gelernt? Jesus, lass uns bewusst werden, wie viel Geduld du mit uns haben musst, um so nachsichtig zu werden für die Rückfälle unserer Mitmenschen. Gib ihnen die Kraft, durchzuhalten.

 

Station: Jesus tröstet die weinenden Frauen von Jerusalem

 

Eingetaucht in ein Meer von Schmerz und Weh, denkst du noch an 

anderer Elend und Not. So ist wahre Liebe. Sie vergisst den eigenen Schmerz, sobald sie fremdes Leid sieht.

O Jesus, hilf uns dich nachzuahmen. Gib, dass uns das eigene Leid nicht in uns selbst verschliesst, uns hart und bitter macht. Lass uns trotz eigenem Leid offen bleiben für das Leid der andern und andere nicht durch unser Klagen ebenfalls leiden machen. Dazu braucht es allerdings viel Kraft, sehr viel Kraft. Solches vermag nur die Liebe. 

O Jesus, erfülle uns mit deiner Liebe!

 

 

 

 

Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

 

Du liegst am Boden,  unter dem Kreuz. Nach menschlichem Ermessen müsstest du nun, kurz vor dem Ziel, liegen bleiben. 

O Jesus, auch über uns kommen Stunden, wo wir meinen, wir seien am Ende, nun nütze alles nichts mehr, ein Neuanfangen sei sinnlos. Selbst Gott habe uns aufgegeben. In solchen Stunden der Versuchung, komm uns zu Hilfe mit deiner Kraft, die dich selbst nach diesem dritten, schmerzvollsten Fall, wieder aufstehen liess, um den Weg zur Höhe weiterzugehen.

Wir empfehlen dir ganz besonders jene Menschen an, die verzweifelt sind, die keinen Ausweg mehr sehen, die in Gefahr sind, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen und so sich selber der höchsten Möglichkeit

Ihres irdischen Lebens berauben: der Möglichkeit zu LIEBEN. 

 

10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

 

Jesus, du sühnst hier alle Unreinheit dieser Welt - auch die unsere. Wir danken dir dafür. Lass uns verstehen, was unrein macht: 

Was unrein macht, ist die Sünde. Was aber ist Sünde?  Sünde ist fehlende Liebe, ist Nicht-Liebe. Reinheit ist Liebe. Liebe ist ehrfürchtig. Verzeih uns die mangelnde Ehrfurcht vor dem Wunderwerk unseres Leibes. 

Gib, dass wir ihn nicht schädigen, sondern zu ihm Sorge tragen als einem kostbaren, lebensnotwendigen Geschenk, einem Instrument der Liebe.  

 

11. Station: Jesus wird ans Kreuz genagelt

 

Jesus, wir danken dir für die unvorstellbaren Qualen, die du bei der Annagelung deiner heiligen Glieder aus Liebe zu uns erduldet hast...Wir bringen vor dich all jene Menschen, die ebenfalls an das Bett des Leidens geheftet sind, und wie du, nichts anderes mehr tun können als zu lieben und zu leiden.

Lass ihr Leiden ihnen und der ganzen Welt zum Heile dienen.

 

 

 Station: Jesus stirbt am Kreuz

 

ES IST VOLLBRACHT! Joh 19,30 

VATER, IN DEINE HÄNDE LEGE ICH MEINEN GEIST. Lk 23,46

Wir beten dich an, Herr Jesus Christ und sagen dir Dank, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

Wir sind erlöst! Wir sind befreit! Du hast uns alle ent-schuldigt: VATER, VERZEIH IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Lk 23,34 Jesus, was für ein Wort! Gibt es Schlimmeres, Böseres als Gott ans Kreuz zu schlagen? SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Wie konntest du so etwas noch entschuldigen! Du, der du selber das Opfer dieser furchtbarsten aller Untaten: des Gottesmordes warst. Welche Liebe! 

Wir alle haben mitgewirkt, haben gesündigt, d.h. gegen die Liebe verstossen – aber gerade darum gilt jetzt dieses dein unerhörtes Wort auch uns: VATER, VERZEIH IHNEN, DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN. Jesus, lass uns immer mehr erfassen, was das heisst: erlöst zu sein von unserer Schuld, wieder versöhnt zu sein mit Gott unserem Vater und als seine vielgeliebten Kinder leben zu dürfen! Keine Macht der Welt kann uns noch daran hindern, zu LIEBEN, zu verzeihen, selbst denen, die uns das grösste Unrecht getan haben, kann uns daran hindern, deine Barmherzigkeit in Anspruch zu nehmen, selbst wenn wir schwer gefehlt haben, kann uns daran hindern, ein neues Leben zu beginnen, mit dir Auferstehung zu feiern! 

Dir und dem Vater, in der Liebe des Heiligen Geistes, sei ewig Lob und Dank in alle Ewigkeit!

 

 

Station: Jesus wird in den Schoss seiner Mutter gelegt

 

Maria, du hältst deinen toten Sohn in deinen Armen. 

Von Wunde zu Wunde durchgehst du im Geiste nochmals seine ganze Passion...Ein Meer von Schmerzen durchwogt deine Seele. 

Und doch : Selbst das Leiden ist erlöst, ist Freude geworden! 

Ist nicht jeder Schmerz, den Jesus gelitten hat,  Zeichen seiner Liebe? Das Leidensmeer wird zum Freudenmeer. Die Leidensklage wird zum stillen Jubel: Ich werde geliebt! Von Gott geliebt! 

 

O Maria, lass uns teilnehmen an diesem deinem  Blick auf den vom Kreuze herabgenommenen Jesus, lass uns teilnehmen an deinem Schmerz, der sich durch die Betrachtung von Jesu Liebe in FREUDE wandelt.

 

Station: Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt.

 

Jesus,  Freunde haben deinen heiligen Leib ehrfürchtig in Tücher gehüllt und wollen ihn mit kostbaren Salben vor der Verwesung bewahren, wenn der Ruhetag vorüber ist. Du aber wirst ihnen zuvorkommen. Dein Leben endet nicht in einem Felsengrab. Du bist die Auferstehung und das Leben. Du bist die Liebe, die Liebe aber kennt keinen Tod. Ende des Lebens in dieser Welt wird Voll-endung in jener andern Welt, in der es kein Leid und keinen Tod mehr gibt, sondern nur noch nie endende Freude, Liebe, Seligkeit. Das ist das atemberaubende, herrliche Ziel, auf das wir zugehen dürfen, wenn wir bereit sind, an dich zu glauben und mit dir zu gehen, selbst durch Leiden und Tod hindurch. Dein Kreuzweg ist ein Weg zu Freude und Herrlichkeit. Gib, dass ich dir folge auf dem Weg des Kreuzes, das durch dich zum Zeichen der Liebe, zum Zeichen des Glaubens an diese deine Liebe, zum Zeichen des Sieges geworden ist. 

 

Schlussgebet

 

Liebevoller Heiland, ich danke dir dafür, dass ich dich auf deinem Kreuzweg begleiten durfte. Ich danke dir für die Einblicke, die du mir dabei eröffnet hast. Lass mich das wenige, das ich von deiner alles übersteigenden Liebe erkennen durfte, in die Tat umsetzen. Ich erneuere meinen Willen, mein Leben ganz in deine Nachfolge zu stellen. Hilf mir, einzig der LIEBE zu folgen wie du und mit dir, um so glaubhaft und gewinnend unter meinen Mitmenschen Zeugnis von deiner Liebe zu geben, die nach Leiden und Tod an Ostern siegreich auferstanden ist. Halleluja!

 

 

Auf dem Weg nach Ars

Das Wirken des hl. Pfarrers von Ars, Johannes-Maria Vianney 

(unter der Betrachtung der schmerzhaften Geheimnisse des Rosenkranzes)

 

S I: der für uns Blut geschwitzt hat

Am Abend, bevor Jesus in den Ölgarten geht, Blut schwitzt, verraten, und ausgeliefert wird, versammelt er seine Jünger um einen Tisch, um mit ihnen das Ostermahl zu feiern: 

„Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus in dem Saale Gott dankend Wein und Brot.“

 

Als Johannes-Maria Vianney am 8. Februar 1818 nach Ars, in das kleine, verlassene Dorf von 230 Seelen kommt, kann er sich schon bei der ersten heiligen Messe ein Bild machen von dem, was ihn hier erwartet: Die Kirche ist bis auf zwei, drei Personen leer. Zehn Jahre war die Pfarrei ohne Gottesdienst und Sakramentenspendung geblieben. Beinahe niemand fragte in Ars nach Gott.  Man liess ihn gelten, gewiss, aber man brauchte ihn nicht und kümmerte sich auch nicht um ihn. Johannes-Maria erinnert sich, was der Generalvikar sagte, als er ihn zum Seelenhirten von Ars ernannte: „Gehen Sie, mein Freund, es ist nicht viel Gottesliebe in dieser Pfarrei. Sie sollen ihr diese bringen.“

„O könnte ich doch einmal sehen, dass hier unser Herr und Gott geliebt würde! Wie wäre ich glücklich, wenn ich Tag für Tag den allerheiligsten Leib austeilen könnte!“ rief er voll Sehnsucht aus.

Woher kam diese Sehnsucht, seine Pfarrkinder in der Liebe des eucharistischen Heilands vereint zu sehen? - Es war die Sehnsucht Jesu, von der uns der Evangelist Lukas berichtet: Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch. Und er sagte zu ihnen:

„ ICH HABE MICH SEHR DANACH GESEHNT, VOR MEINEM LEIDEN DIESES PASCHAMAHL MIT EUCH ZU ESSEN.“(Lk 22, 14-15)  

Und was war diese Sehnsucht Jesu? Es war die Sehnsucht der Liebe. Diese Sehnsucht aber ist der Heilige Geist.

Heiliger Geist, du Sehnsucht nach Liebe, nach Gemeinschaft mit Jesus und unseren Mitmenschen, komm und erfülle uns ganz. Wecke in uns das Verlangen und die Liebe zu Jesus, der in der hl. Eucharistie geheimnisvoll mit uns sein will. Du bist nicht nur die Sehnsucht, du bist auch der, welcher sie erfüllt

 

S II: der für uns gegeisselt worden ist

Bevor Jesus gegeisselt wurde, versammelte er seine Jünger zum Mahl der Liebe:

„Nehmt“, sprach er, „trinket, esset. Das ist mein Fleisch und Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut.“

 

Nach dem Vorbild Jesu wusste Johannes Vianney, dass der sündhafte Mensch vor allem der Liebe bedarf. „Wenn ihr die Menschen ändern wollt, müsst ihr sie lieben; euer Einfluss geht nur soweit, wie eure Liebe.“ sagte auch dein Zeitgenosse, der grosse Erzieher Heinrich Pestalozzi. – Doch woher diese Liebe nehmen? Der neue Pfarrer wusste, dass wir sie in ausgezeichneter Weise im Sakrament der hl. Eucharistie finden, das nicht ohne Grund auch das „Sakrament der Liebe“ genannt wird. Mit sanfter Gewalt flehte er seine Pfarrkinder immer wieder an, ihr erstarrtes und verkümmertes Herz den Strahlen der göttlichen Liebe zu öffnen: „Kommen wir mit Liebe und Vertrauen zu Jesus! Kommt zu ihm, um von ihm und für ihn zu leben! Sagt nicht, ihr hättet zuviel zu tun. Er selbst ruft euch zu: Kommt zu mir, ich will euch erquicken! Könnt ihr dieser liebevollen und zärtlichen Einladung widerstehen? – Sagt auch nicht, ihr wäret nicht würdig. Freilich seid ihr  nicht würdig, aber ihr bedürft seiner. Hätte der Heiland an unsere Würdigkeit gedacht, dann hätte er dieses Sakrament der Liebe überhaupt nicht eingesetzt, weil niemand dessen würdig ist. Er hat aber an unsere Bedürftigkeit gedacht, und wir alle bedürften seiner.“

 

Ars begann sich zu wandeln. Die Kirche füllte sich von Jahr zu Jahr mehr, die Sonntagsarbeit verschwand und die Trunksucht ging zurück. Die Wirtshäuser mussten zuletzt ihre Türen schliessen, das Fluchen wurde seltener, ebenso liessen die häuslichen Streitigkeiten nach. Langsam begann sich das Leben in Ars um den Herrn in der Kirche als seinem Mittelpunkt zu drehen. „Ars ist nicht mehr Ars“ wird Johannes-Maria Vianney nach zehnjährigem Bemühen selber sagen können. Doch wer hat diese Wandlung in Wahrheit bewirkt? Derjenige, der die Wandlungskraft selber ist und daher vor jeder Wandlung auf die Gaben herab gerufen wird: der Geist der Liebe, ohne den, das Sakrament der Eucharistie nicht möglich wäre.

Heiliger Geist, Lobpreis und Dank sei dir!

 

S III: Jesus wird verspottet und mit Dornen gekrönt.

 

Johannes-Maria Vianney wusste, was es bedeutet, gedemütigt zu werden. Als Pfarrer Balley den neunzehnjährigen Bauernsohn in seine Pfarrschule aufnahm, weil er an die Berufung des frommen Burschen glaubte, hiess es mit viel Jüngeren auf der Schulbank zu sitzen. Während die kleinen Mitschüler ihre Lateinaufgaben munter herplappern, stolpert der Grosse bei jedem zweiten Wort oder bleibt kläglich stecken. Sein armer Kopf will nichts behalten.  Wohl helfen sie ihm etwas, doch haben sie wenig Geduld mit dem schwerfälligen Mitschüler. Als dieser wieder einmal nicht begreifen kann, schlägt ihn einmal einer mit der flachen Hand zornig ins Gesicht. Johannes, obwohl selbst aufbrausend und von lebhaftem Temperament, wirft sich dem Zwölfjährigen zu Füssen und bittet ihn um Verzeihung. Der kleine Zornmeier ist davon so betroffen, dass er sich unwillkürlich dem vor ihm Knienden in die Arme wirft. Noch nach 50 Jahren hat dieser als Bischof in Nordamerika erklärt, er werde den Kniefall und den Ton in der Stimme Vianneys nie vergessen. 

Seine ganze Studienzeit war eine einzige Demütigung. Im Priesterseminar macht er noch betrüblichere Erfahrungen. Wenn er mit seinen treuherzigen Augen die Professoren hilflos anblickte und nicht einmal die Fragen verstand, erschallte auf den Bänken seiner Mitschüler wieherndes Gelächter, während er tief beschämt seine Augenlider senkte. Er, der vor Eifer glühte, Seelen zu retten, wurde für unfähig erklärt, Priester zu werden und aus dem Seminar entlassen. Ein furchtbarer Schlag für den Neunundzwanzigjährigen. Nur dank einem Gesuch seines energischen Pfarrers, der mit ihm weiter „büffelte“, konnte er endlich beim vierten Mal die Examenshürde schaffen. Nach der Priesterweihe wurde ihm das beichthören wegen mangelnder Kenntnisse vorerst noch verboten, ihm, den bald Abertausende aus allen Teilen Frankreichs, ja selbst aus dem Ausland als Beichtvater aufsuchen werden und nach seiner Heiligsprechung zum Tod zum Patron der Beichtväter erklärt wurde.

Vianney, der eine solche Mühe hatte, sich das Schulwissen anzueignen, besass etwas, was all dies weit überragt, etwas, was an keiner Schule gelernt, sondern nur vom Heiligen Geist empfangen werden kann, nämlich die Gabe der Weisheit. 

Wer ist weise? Von der hl. Brigitta stammt der Satz: „Der ist wahrhaft weise, der nur ein Wort kennt: LIEBE.“  - Ja, lieber ein Herz voll Liebe als einen Kopf voll Wissen.

 

S IV: der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

„Dann ging er hin zu sterben am blut’gen Kreuzaltar,

gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer dar.“

 

Was die meisten Menschen in ihrem Leben auch nur annähernd begreifen, das hatte dieser schulisch so schwach begabte Johannes-Maria Vianney verstanden: nämlich, dass man bei sich selbst anfangen muss. (Walter Nigg)

Um zwei Uhr nachts steht er auf, betet das Nachtoffizium und dann gibt er sich dem betrachtenden Gebet hin. Um vier Uhr ist er in der Kirche zur Anbetung des Allerheiligsten und verlässt am Anfang seiner Amtstätigkeit erst gegen Mittag die Kirche. Jeden Tag fleht er, oft unter Tränen, zu Gott um die Bekehrung seiner Gemeinde. Nebst seinem Gebet pflegt er eine rücksichtslose Askese: Er begnügt sich mit einer einzigen Mahlzeit am Tag, isst gewöhnlich nur ein wenig Schwarzbrot mit einer oder zwei gekochten Kartoffeln, die er in einem irdenen Topf für die ganze Woche selbst zubereitet und oft von einer Schimmelschicht überzogen sind. Auf der blossen Haut trägt er ein raues Busshemd, das infolge der unerträglichen Reibung bald bräunlichrot gefärbt ist. Seine Nächte dauern nicht länger als drei bis vier Stunden, wobei ihn ein hartnäckiger Husten oft vier-, fünfmal in der Stunde aus dem Bett treibt. Doch bevor er sich auf die Matratze am Boden schlafen legt, schlägt er jeden Tag mit einer eisenspitzigen Geissel unbarmherzig auf seinen nackten Rücken ein, bis das Blut hervorspritzt. - Was trieb Vianney an, gar so etwas zu tun?  Man hatte ihn gelehrt, Gott verzeihe den Sündern schneller, wenn jemand für sie das Sühnegeld bezahlt habe. So meinte man damals unter dem Einfluss des von der Kirche zwar verurteilten Jansenismus, dessen Furcht erregendes Gottesbild bis heute noch nicht ganz überwunden ist. Wie konnte ihm bei dieser Sicht ein Opfer zu gross sein, wenn es als notwendig erschien, um den Zorn Gottes über die Sünder zu besänftigen? Für sie wird er schliesslich täglich volle 16 bis 18 Stunden, mit steifen Gliedern in den dunklen Beichtstuhl eingezwängt, zubringen, in der Hitze des Sommers und in der Kälte des Winters, und all das schmutzige Sündenelend der Menschen über sich ergehen lassen.

„…gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer dar.“ 

 

S V: Jesus stirbt am Kreuz

„O lasst uns ihm ein Leben von jeder Sünde rein,

ein Herz ihm ganz ergeben zum Dankesopfer weihn.“

 

Unter Fasten, Wachen, Beten und der Bürde einer übermenschlichen Arbeitslast reift der Pfarrer von Ars seiner Vollendung entgegen…Sein ganzes Wesen wird immer mehr von der alles überstrahlenden LIEBE durchdrungen. Das brennende Verlangen, Seelen zu retten, hat den anfangs so strengen Eiferer immer milder im Urteil gemacht. „Die Heiligen sind weichherzig“, sagt er, und eine sanfte Milde verklärt sein Alter. „Von Gott geliebt werden, mit Gott vereinigt sein, leben in der Gegenwart Gottes – o schönes Leben, o schöner Tod!“ ruft er beseligt aus. „Wüssten wir, wie sehr uns unser Heiland liebt, wir würden sterben vor Freude. Ich glaube  nicht, dass es so harte Herzen gibt, dass sie nicht ebenfalls lieben würden, wenn sie sich so geliebt sähen.“ Und ihn, der früher seinen Zuhörern im Geiste seiner vom Jansenismus geprägten Zeit nicht eindringlich genug die Gefahr ewiger Verdammnis vor Augen führen konnte – sogar ihn überkam nun doch die Frage: „Mein Gott, ist es denn möglich, dass du so viele Qualen für die Rettung der Seelen erduldet hast, und diese dennoch verloren gehen?!“ Aber die Prägung, die er durch seine religiöse Erziehung und theologische Ausbildung erfahren hatte, war zu tief in seine Seele eingegraben, als dass er im Vertrauen auf Gottes Güte und Barmherzigkeit dem Tod ruhig hätte ins Auge sehen können. „Oh, was ich den Tod fürchte!“ gesteht er wenige Tage vor seinem „armen Ende“, wie er sich ausdrückte. Er, der im Kampf gegen die Sünde sein Leben aufrieb, fühlte sich dermassen sündig, dass er fürchtete, vor dem Richterstuhle Gottes nicht bestehen zu können. „Ich kann nicht mehr“, seufzt er, „die Sünder bringen den Sünder um.“ 

Doch von mehreren Mädchen, die er in dem für sie gegründeten Waisenhaus aufgenommen und unterrichtet hatte, wird berichtet, dass sie „voller Freude“ starben, weil sie nun in den Himmel durften. „O wie froh bin ich!“ rief eine, der vor dem Sterben gebangt hatte, „Wie froh bin ich! Wie glücklich wird man durch den Glauben!“ Ihre Gefährtinnen stimmten ihr Lieblingslied an, und sie selbst sang mit der Kraft, die ihr verblieben war, mit.

 

Solch schöne Früchte brachte das Leben dieses ausserordentlichen Mannes hervor, der, wie das Schlossfräulein sagte, „voll des Heiligen Geistes „, und das heisst: voll LIEBE war. 

 

 

 

 

Auf dem Weg nach Nevers, wo der unversehrte Leib der hl. Bernadette

in einem Glasschrein aufbewahrt wird:

 

Liebe heilige Bernadette, mit grosser Freude kommen wir heute an den Ort, wo  du  nach 13 Jahren voller Prüfungen und Leiden deine Seele dem Schöpfer zurückgabst und wo dein Leib seitdem in unverwester Schönheit ruht.

Wir kommen nicht als Neugierige, sondern als Pilger, d.h. als Menschen, die noch unterwegs sind zur ewigen Heimat, Ihr Heiligen seid uns dazu nicht nur sichere 

Führer, sondern auch mächtige Helfer.

Hl. Geist, öffne unsere Augen und unser Herz für das, was du uns durch die hl. Bernadette zeigen willst. Wir bitten dich darum durch Maria, deine Braut, der wir uns nach dem Vorbild der hl. Bernadette in kindlicher Liebe übergeben haben.

Hl. Bernadette, du warst auserwählt, Maria, die über alles schöne Frau zu schauen 

und zu hören, ihre kleine Botschafterin zu werden. Ja, du warst klein, nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich: demütig, einfach, arm, kindlich, von einer grossen Liebe zu Jesus und Maria erfüllt.

Als sich dir in Maria der Himmel zuneigte, da was deine Familie die ärmste von Lourdes. Du selbst als das älteste von 9 Kindern konntest damals weder lesen noch 

schreiben, musstest schon jung als Verdingkind arbeiten. Von Kind auf warst du von

schwächlicher Gesundheit. Ich sehe dich im Cachot, dem ehemaligen Gefängnis von Lourdes, in dessen feuchten Mauern deine Eltern und Geschwister einen Unterschlupf fanden. Ich sehe dich, wie du von Asthma gequält, am Fenster um Luft ringst… Nicht einmal genügend Luft hattest du. Es fehlte an allem – ausser dem einen Notwendigen: der Liebe zu Gott, während es vielen von uns an nichts fehlt, ausser eben diesem. „Ich konnte nur den Rosenkranz beten.“ Wirst du später einmal bekennen. O heilige Armut! O Reichtum der Seele, hat doch ein einziges Ave mehr Wert als die ganze Welt.

Erst mit 13 Jahren durftest du Jesus in der hl. Eucharistie empfangen, doch wie sehntest du dich nach Ihm!

Demütig warst du, hast dich nach den Erscheinungen zurückgezogen, zuerst als

„pauvresse“, als Arme im Hospiz der Schwestern der Charité, wo du in Küche und Haus die niedrigsten Dienste getan hast. Dann zogst du dich in die endgültige Einsamkeit des Klosters zurück, wolltest nicht auffallen, verliessest alles, was dir noch lieb und teuer war: die Grotte, deine Familie, deine Heimat in den Pyrenäen.

Oh, es ist dir nicht leicht gefallen, du bliebst stets ein natürliches Menschenkind.

Du wusstest, ich werde sie in diesem Leben wohl nie mehr sehen, und kam einmal ein Brief, konntest du deine Tränen nicht zurückhalten. Statt Achtung und Bewunderung für die ehemalige Vertraute Mariens fandest du Härte und absichtliche Demütigung. Ich sehe dich im vollen Kapitelsaal,  wo jede der 92 Novizinnen ihren Einsatz  zugeteilt bekam. Ich sehe dich,  wie du als letzte  übrig bliebst und der  Bischof auf die Frage, was mit Schwester Marie-Bernhard geschehe von der Oberin die Antwort erhielst: Die ist zu nichts zu gebrauchen(„Elle est bonne à rien.“) du warst nicht stolz, aber trotzdem nicht unempfindlich. Du hast dich ins Schwerste geschickt: in aller Demut nichts zu sein. Nd ich höre den Bischof dir sagen: Ich beauftrage Sie mit dem Gebet.(„Je vous donne l’emploi de la prière.“) So erhöht Gott die Niedrigen, die Demütigen. Wahrhaftig, nie ist der Mensch grösser, als wenn er betet, d.h. wenn er mit dem Allerhöchsten spricht. Du bist noch nicht zwei Monate im Kloster, da musst du dich in die Krankenstation begeben, so sehr bist du durch all das Ungewohnte erschöpft. Dazu kommt noch das immerwährende Asthma, das die von klein auf zu schaffen gemacht hat. Als es dir etwas besser geht zeigst du dein heiteres Wesen, kannst lachen, Spass machen und singst Lieder aus deiner Heimat. Ja, es gibt keine traurigen Heiligen. Doch nach weiteren zwei Monaten befürchtet man das Schlimmste. Dein Atem geht kurz und du spuckst Blut. Der Arzt meint, du würdest die Nacht nicht mehr überstehen. Nur einen Wunsch hast du noch: du möchtest als echte Ordensschwester sterben. Dazu musst du die Profess ablegen. Der Bischof spricht die Gelübdeformel vor, du bist zu schwach dazu, nur das Amen sagst du. Die Generaloberin wartet schon am Fuss des Bettes, um dir die Augen zuzudrücken. Da beginnst du plötzlich zu sprechen:“ Ich werde heute noch nicht sterben.“ Es war noch zu früh. 13 Jahre lang wirst du noch in Saint-Gildard beten, arbeiten und leiden. Als Hilfskrankenschwester machst du wiederum die niedrigsten Dienste: Blumenvasen mit frischem Wasser versorgen, Nachttöpfe leeren, die Toiletten putzen, später bekommst du daneben noch die Aufgabe einer Hilfssakristanin, welche die Kelchtücher zu waschen und zu bügeln und für die Ministrantenkleider zu sorgen hatte. Doch wegen deiner schwächlichen Gesundheit hängt dein Leben des öfteren „an einem seidenen Faden.“ Blutstürze und Rückfälle folgen sich. Das Asthma droht dich häufig zu ersticken. Dann bekommst du ein bösartiges Geschwulst am Knie und kannst nicht mehr aufstehen. Immer stärker werden deine Schmerzen. Unaufhaltsam frisst die Knochentuberkulose an deinen Gliedern.

Dazu kommen Anfechtungen. Zeiten tiefer seelischer Finsternis. Dann, am 16.  

April 1879, nach einer schmerzhaft durchstandenen Nacht, bittest du mit  letzter  kraft, vom Krankenbett auf den bereitstehenden  Sessel getragen zu werden. „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz“ spricht der Priester in einer ruhigen Minute  dir vor.  Da nimmst du das Kreuz und drückst es fest an deine Brust. Mutter Eleonore sagt: „Sie sind auf dem Kreuz.“ Da streckst du beide Arme zum Kreuz an der Wand hin und sagst die Worte: „Mein Jesus, oh, wie ich ihn liebe!“ Gegen 15 Uhr 15 gibst du deine Seele dem Schöpfer zurück. Deine letzten Worte waren die Worte des Ave Maria: Mutter Gottes, bitte für mich arme Sünderin…

 

Heilige Bernadette, ich bin wie erschlagen. Ich kann nicht verstehen, dass du so furchtbar leiden musstest. „Lasst euch nicht täuschen, wenn ich mich vor Schmerzen winde, ich bin glücklich zu leiden.“ Hast du einmal gesagt. „Ich bin glücklicher mit 

meinem Kruzifix auf meinem Schmerzenslager als eine Königin auf ihrem Thron.“

„Ich bin wie Er.“ Du wusstest, dass seit der Menschwerdung Gottes auch das Leben eine Heiligkeit, eine göttliche Würde erlangt hat, dass wir seitdem, wie der hl. Franz von Sales sagte, leiden müssten wie unwürdig etwas leiden zu dürfen für den, der aus Liebe zu uns so viel für uns gelitten hat. So hast du denn sogar im Leiden „eine Liebesbezeigung des göttlichen Bräutigams“ gesehen, der dich so hinein nahm in den Liebesabgrund seines Erlöserherzens. Du wusstest, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, auch das Leiden. Aus dem festen Glauben, von Gott geliebt zu sein, nach soviel Leiden sagen zu dürfen: „Mein Jesus! Oh, wie liebe ich ihn!“ – Überstrahlt das nicht alles vorangegangene Dunkel? Ist das nicht Osterlicht?

 

 

1. Mamma, hilf mir guet sii,

   Mamma, hilf mir lieb sii.

   Mamma, hilf mir froh sii,

   allei chan ich es nid.

2. Mamma, hilf mir schaffe,  

   Mamma, hilf mir ruje

   Mamma, hilf mir kämpfe,

    allei chan ich es nid.

3.  Mamma, hilf mir schwiige,

    Mamma, hilf mir lose,

    Mamma, hilf mir rede,

     allei chan ich es nid.

4.  Mamma, hilf mir, bäte,

    Mamma, hilf mir glaube,

    Mamma, hilf verzeihe,

5.  Mamma, hilf mir läbe,

    Mamma, hilf mir liebe,

    Mamma, hilf mir stärbe,

    allei chan ich es nid.  

(Melodie: Marina,Marina)

 



 
 


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